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Anwohner der Franz-Albert-Straße und Naßl straße wollen keine Bebauung der Wiese.

Bürger hatten protestiert

„Wohnen für alle“ in Allach: Plan liegt auf Eis

Der Paln für den Allacher „Wohnen-für-alle“-Bau wird überarbeitet. Während Lokalpolitiker das Projekt unterstützen, schimpfen die Anwohner

München - Die geplante „Wohnen-für-alle“-Bebauung an der Ecke Franz-Albert-Straße/Naßlstraße (Allach) liegt auf Eis. Das Projekt ist vorerst gestoppt, da der Bebauungsplan in einigen Punkten nicht mit den im Viertel üblichen Rahmenbedingungen übereinstimmte. Doch verschoben ist nicht aufgehoben. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag überarbeitet nun die Entwürfe für die geplanten 85 Wohnungen.

Wohnungen für Bedürftige

In den Gebäuden unterkommen sollen Haushalte, die auf der Liste des Amts für Wohnen und Migration vorgemerkt sind, sowie anerkannte Flüchtlinge und Wohnungslose, die vom Sozialreferat betreut werden. In der Sitzung des Bezirksausschusses Allach-Untermenzing (BA) am Dienstagabend äußerten Mitglieder der Bürgerinitiative „Erhalt der Grünfläche Franz-Albert-Straße“ abermals ihren Unmut über das Vorhaben. „Ich finde auch, dass wir Vertriebenen ein Dach über den Kopf geben müssen, aber wenn Sie so viele Leute auf dieser Wiese unterbringen wollen, haben wir ein Ghetto“, sagte die Vorsitzende Cornelia Schwarz-Teuber. Es bleibe ein Gefühl der Ungleichbehandlung: „Unsere eigenen Kinder bekommen keinen Platz mehr. Warum baut man keinen Kindergarten, warum keinen großen Spielplatz?“

Viertel-Politiker sind dafür

BA-Politiker aus dem Stadtbezirk sehen das anders. „Vorbildlich“ nennt Rafael Nunez-Kraft (Grünen) das Projekt: „Wir brauchen diese Menschen und zwar genau hier bei uns im wohlhabenden Idyll.“ Jeder Nachbar, der sich an diesem Areal angesiedelt habe, wusste wohl, dass das Grundstück irgendwann mal bebaut werde. Christiane Schenk (SPD) erinnerte daran, dass Allach/Untermenzing der Stadtteil mit dem geringsten Anteil an Sozialhilfeempfängern sei. „Es steht uns gut, solche Projekte zu unterstützen.“ Auch Parteikollege Friedrich Schneller lobte das Vorhaben, allerdings unter Vorbehalt: Er kritisiert, dass in der ersten Planung keine Keller vorgesehen waren, und dass die Stellplätze für Autos und Fahrräder nicht ausreichten. Er bat, diese Punkte schnellstmöglich an die Stadt weiterzugeben.

Die BA-Vorsitzende und CSU-Stadträtin Heike Kainz betonte, dass noch nichts in Stein gemeißelt sei, bot jedoch an, weiterhin mit der Bürgerinitiative im Gespräch zu bleiben. „Wir legen größten Wert darauf, dass Betroffene und Interessierte über den Verlauf der Planungen, die ja momentan wieder auf null sind, in Kenntnis gesetzt werden.“ Wann die neuen Pläne vorliegen, ist derzeit aber noch völlig unklar. 

Leonie Gubela

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