Tempo 30 als Lösung?

Zu viele Lkw: Allacher ärgern sich über Verkehr

In Allach herrscht dicke Luft. Es gibt viel Verkehr, vor allem fahren zu viele Lkw durch die Straßen. Besonders die Speditionen im Stadtbezirk sind ein „Riesenproblem“.

München - Die starke Verkehrsbelastung im Viertel hat den Bezirksausschuss (BA) Allach-Untermenzing auch in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Im Brennpunkt standen Eversbusch- und Allacher Straße.

Anwohner der Eversbuschstraße, der parallel zur Würm verlaufenden Nord-Süd-Verbindung, wünschen sich Geschwindigkeits- und Durchfahrtsbeschränkungen, um den Lkw-Verkehr einzudämmen. Doch BA-Mitglied Josef Feig (CSU) winkte ab. „Wir haben in diesem Bezirk nun mal extrem viel Zulieferverkehr. Ein Lkw-Fahrverbot ist da nicht durchführbar“, sagte er. „Ich sehe da momentan keine Lösung.“ Man müsse den Ausbau der Ludwigsfelder Straße abwarten, entgegnete Friedrich Schneller (SPD).

Das Baureferat hat Ende Januar mit den Vorarbeiten begonnen. Die Ortsverbindungsstraße ist seit Ende der Fünfzigerjahre ein Provisorium – zwischen der Spiegelbergstraße und etwa 250 Meter westlich der Straße „Am Neubruch“. In den kommenden Monaten wird sie auf 6,50 Meter verbreitert. „Wir müssen dann schauen, dass der gesamte Verkehr nach Krauss-Maffei über die Dachauer oder die Ludwigsfelder Straße geht“, sagte Schneller. Die Speditionen im Stadtbezirk bezeichnete er als „Riesenproblem“. „Besonders entlang des Kirschgeländes stehen dutzende Lkw. Ich bin dort kürzlich vorbeigefahren und habe 45 gezählt.“

Stadt sucht nach alternativen Routen

Man sei weiter auf der Suche nach alternativen Routen und einer alternativen Straßenplanung, sagte Stefanie Martin (CSU) vom Unterausschuss Planung und Bau. „Das ist ein schwieriger Prozess, der uns auch etwas zu langsam geht. Wir bleiben weiter dran.“

Zur geplanten Tempo-30-Zone auf weiten Teilen der Allacher Straße nahm der BA eine Bedingung in die Stellungnahme auf: „Das Überholverbot muss bestehen bleiben“, sagte die BA-Vorsitzende und CSU-Stadträtin Heike Kainz. „Der Grund ist, dass sich die wenigsten an Tempo 30 halten werden“, so Schneller. „Die Straße bleibt äußerst gefährlich.“ Bernd Zischek, der stellvertretende Leiter der Moosacher Polizeiinspektion, berichtete, dass zwei Halteverbotszonen an der Manzostraße regelmäßigen missachtet würden. „Sobald man dort vorbeikommt, kann man im Grunde eine Verwarnung ausstellen.“ Der Antrag eines Bürgers, die Halteverbote in Kurzparkzonen umzuwandeln, sei in seinen Augen jedoch nicht durchführbar.

Auch an der Kreuzung Nigglstraße/Behringstraße würden die Fünf-Meter-Zonen oft nicht eingehalten, beschwerte sich ein Anwohner. „Das ist uns bewusst“, räumte Zischek ein. „Wir haben nur leider nicht genug Personal, um all diese Stellen zu überprüfen. Wir wären dann nur noch für den Verkehr zuständig, und das gibt unsere Prioritätensetzung nicht her.“ Er wünsche sich ebenfalls mehr Verkehrsüberwacher, sagte Zischek und versicherte, er werde die Klagen weitergeben.

Leonie Gubela

Rubriklistenbild: © Ralf Kruse (Symbolbild)

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