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Geplante Sanierung

Abriss und Neubau: Das ist der Umbau-Plan für den Viktualienmarkt

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Die Ängste der Händler waren groß, seit bekannt wurde, dass der Viktualienmarkt saniert werden soll. Nun steht fest, welchen Plan der Stadtrat noch vor der Sommerpause verabschieden soll. Er sieht Abrisse vor.

München - Es ist ein heikles, lange und emotional diskutiertes Thema. Doch nun nimmt die Sanierung des Viktualienmarkts Konturen an. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es – wie es bereits ein Bürgergutachten nahegelegt hatte – vor allem in zwei Abteilungen Veränderungen: Der Abteilung zwei und der Abteilung sechs. Die übrigen Bereiche werden im Bestand saniert.

In Abteilung zwei verschwinden alle mobilen Standl. Sie finden vorübergehend Platz in der Abteilung eins entlang dem Biergarten. „Das wird wie eine Hutkrempe“, sagt Architekt Rainer Hofmann von „bogevischs buero“.

Café wird abgerissen und neu gebaut

Das Café Nymphenburg Sekt wird abgerissen und soll an gleicher Stelle neu entstehen. Zunächst wird jedoch ein Keller ausgehoben, der 900 Quadratmeter umfassen wird. Dazu muss das Café Nymphenburg weg, es erhält einen Interimsstandort. Wo der sein wird, ist noch offen. „Die Überlegung war, wie der Markt über die gesamte Bauzeit hinweg erhalten bleiben kann“, sagt Hofmann.

Neue Sanitäranlagen für Kunden

Der neue Keller wird neben Lagermöglichkeiten auch Sanitäranlagen für Kunden und Händler bieten. Der Neubau des Café Nymphenburg soll sodann als permanente Struktur, also ohne die Zeltplanen, entstehen. Das Café könnte nach derzeitiger Planung sogar größer als bisher werden. Zudem gibt es einen Zugang zum Keller und einen Lastenaufzug.

Im Westen entsteht ein weiterer Neubau, der einen Stand aufnehmen wird. Das Gebäude mit dem Blumen- und dem Obst- und Gemüsestandl wird im Bestand saniert. Ist alles fertig, ziehen die mobilen Standl wieder zurück.

Café-Nymphenburg-Betreiber Florian Lechner sagt auf Anfrage unsere Zeitung, er könne mit dem Abriss und Neubau gut leben. Er habe zwar erst voriges Jahr in sein Café investiert, sei aber froh, dass nun endlich eine Entscheidung getroffen sei. „Wir bekommen größere Kellerräume und Kühlhäuser, das finde ich positiv. Das Café Nymphenburg wird dann zukünftig auch das ganze Jahr eine Heizung haben.“

Zelte müssen eventuell für Bauzeit verlagert werden 

Marktsprecherin Elke Fett ist mit ihrem Duftschmankerl-Stand betroffen. Die Gespräche mit der Stadt seien aber positiv verlaufen.

In Abteilung sechs bleiben die vier Bestandsgebäude entlang der Verlängerung der Reichenbachstraße bestehen. Die drei zeltartigen Standl bleiben auch, müssen aber eventuell während der Bauphase an einen Interimsstandort verlagert werden. Die Kuttlerhalle soll kernsaniert werden. Dort angesiedelte Händler hatten sich im Vorfeld sehr besorgt über die möglichen Folgen eines längeren Auszugs bei einem Um- oder Neubau geäußert. „Wir sind nach jetzigem Stand gerettet – mal sehen, wie der letztendliche Beschluss dann wird“, sagt Klaus Witte (59). Er hat nach eigenen Angaben vor zehn Jahren eine Million Euro in die Renovierung seines Ladens „Fisch-Witte“ mit Bistro gesteckt. Ein längerer Auszug wäre für ihn existenzbedrohend gewesen, so Witte, „Jetzt können wir hoffentlich wieder ruhig schlafen.“

Neues Konzept für die Müllstation

Die sogenannten Ganserlstände werden während der Bauzeit entfernt und ziehen in ein Übergangsquartier. Sie sollen neben einem Neubau neu angeordnet werden. Für diesen müssen Müllhaus und Tankstellendach entfernt werden, die Standl ziehen aus. An der Stelle entsteht der Neubau nebst Keller mit 1200 Quadratmetern.

In dem Gebäude finden die Standl Platz. Außerdem soll die Müllstation dort untergebracht werden. Das Müllauto kann zukünftig in das Gebäude einfahren.

Marktsprecherin Elke Fett wurde am Montagabend über die Pläne der Stadt informiert und ist selbst mit ihrem Stand im Bereich zwei angesiedelt. „Dieses Gespräch mit der Stadt verlief sehr positiv. Klar: Der Umbau fordert seinen Tribut. Uns war wichtig, dass die Zuweisungen, also unsere Verträge, gleich und erhalten bleiben.“ Der Stadtrat soll den Plänen wohl noch vor der Sommerpause zustimmen. Dann erfolgen die Detailplanungen. Baustart wäre demnach frühestens 2022.

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