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Die Alte Akademie in der Neuhauser Straße.

Greift hier das Urheberrecht?

Alte Akademie: Erbin will Umbaupläne des Investors stoppen

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Der Umbau der Alten Akademie könnte sich auf unbestimmte Zeit verzögern. In einem Schreiben an die Stadt hat die Tochter des ursprünglichen Architekten gegen die Pläne von Signa protestiert und Urheberrechte geltend gemacht. Das Projekt könnte in der geplanten Form sogar ganz scheitern.

München - Die Zukunft der Alten Akademie in der Neuhauser Straße bleibt ein Zankapfel. Und das nicht erst, seit bekannt wurde, dass Apple in das Hettlage-Gebäude einziehen könnte. Nein, im Rathaus debattiert man zudem, wie viele Schaufenster es an der Seite zum Richard-Strauss-Brunnen braucht. Und diverse Denkmalschützer kämpfen für den Erhalt der Arkaden und gegen die Pläne des österreichischen Investors Signa. All das jedoch könnte alsbald Makulatur sein. Denn Brigitta Michail, die Tochter des verstorbenen Architekten Josef Wiedemann, hat in einem Schreiben an die Stadt Urheberrechte geltend gemacht. Sie stemmt sich gegen den Umbaupläne des Investors und pocht auf ein Mitspracherecht bei möglichen Veränderungen. SPD-Fraktionschef Alexander Reissl: „Sie reklamiert nicht nur die offenen Streitpunkte, auch einige Veränderungen im Inneren des Gebäudes.“

Der Entwurf für die neuen Arkaden.  

Fraglich, ob der Investor nun etwas verändern darf

Vorgesehen war, dass der Planungsausschuss am kommenden Mittwoch über das Vorhaben von Signa und die noch strittigen Fragen entscheiden wird. Der Punkt wurde nun aber von der Tagesordnung gestrichen. Eine zeitnahe Beschlussfassung gilt zunächst als ausgeschlossen. „Das Planungsreferat wird nun die Einwände prüfen, auch im Hinblick auf das Wettbewerbsergebnis und den Bebauungsplan“, sagt CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl. 

Denn fraglich ist, ob Signa nun überhaupt etwas an dem Gebäude verändern darf. Offenbar wehrt sich Brigitta Michail gegen die von Signa vorgesehene Schließung der Arkaden. Und auch eine Verengung habe keine positiven Auswirkungen auf die Fußgängerzone. Reissl: „Wenn die Tochter nein zu den Plänen sagt, könnte das dazu führen, dass die Arkaden so bleiben, wie sie sind.“

Die jetzigen Arkaden: Der Investor möchte hier Schaufenster und Verkaufsfläche. 

Greift hier das Urheberrecht?

Zunächst müsse juristisch geklärt werden, ob Brigitta Michail überhaupt Urheberrechte geltend machen kann. „Da ist jetzt die Signa am Zug. Sie muss sich mit der Rechtsfrage auseinandersetzen“, sagt Reissl. Sollte Michail die Erbin des ursprünglichen Architekten der Alten Akademie sein, dann gilt es wohl als gewiss, dass sie das Urheberrecht besitzt. Das kann freilich nicht für jedes Gebäude geltend gemacht werden. „Es muss ein Werk der Baukunst sein“, sagt Reissl. Dies wiederum ist bei der Alten Akademie unstrittig.

Reissl habe bereits mit einem Vertreter des österreichischen Investors telefoniert. „Als die Signa das Erbbaurecht erworben hat, hatte sie offenbar keine Kenntnis von einem möglichen Urheberrecht.“ Auf Anfrage von Münchner Merkur und tz teilt Signa-Sprecher Robert Leingruber mit, dass man zunächst das Gespräch mit Brigitta Michail suchen werde. „Wir möchten ihr erklären, wie behutsam und sanft die Umbaumaßnahmen sein werden.“

Scheitert nun das Projekt?

Vorstellbar ist natürlich, dass sich das Projekt auf unbestimmte Zeit verzögert oder gar ganz zum Erliegen kommt. Reissl: „Wenn man sich nicht einigt, landen solche Fälle immer mal wieder vor Gericht. Und was dabei herauskommt, ist immer schwer zu sagen.“ Pretzl: „Es ist aber generell sehr schade, dass es nun wieder eine Verzögerung gibt und an so einer prominenten Stelle in der Stadt nichts vorangeht.“

Lesen Sie auch zum Thema: Münchens oberster Denkmalpfleger im Interview - „Das Erscheinungsbild der Stadt ist in Gefahr“.   Mehr Nachrichten aus der Münchner Altstadt lesen Sie auch auf unserer Facebookseite „Altstadt-Lehel - mein Viertel“

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