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Die Akte Akademie.

Nicht alle halten sich an Vorgaben

Architekten konkurrieren um Alte Akademie - wie urteilt Jury?

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München - Die Arkaden des ehemaligen Modehauses Hettlage könnten zum Dreh- und Angelpunkt in der Debatte um die Zukunft der Alten Akademie werden. Am 22. April soll die Jury den Sieger eines Architektenwettbewerbs küren. Ein Dutzend Entwürfe liegen vor. Nicht alle halten sich an die Vorgaben des Stadtrats.

Dass es Diskussionen um die Arkaden geben könnte, hatte sich schon abgezeichnet, als Investor Signa, ein Unternehmen des österreichischen Milliardärs René Benko, im Herbst 2015 seine Pläne vorstellte. Zu den Hettlage-Arkaden, so hatte Signa-Chef Christoph Stadlhuber damals gesagt, „erwarten wir kreative Vorschläge der Architekten“.

Die Kreativität der Planer fand CSU-Planungssprecher Walter Zöller nun allerdings „erstaunlich“. Bei einer Zwischenpräsentation seien in etwa der Hälfte der Entwürfe die Arkaden verschwunden gewesen, berichtet er. Dabei habe der Stadtrat ausdrücklich festgelegt, dass die Arkaden erhalten bleiben sollen. „Normalerweise wird so etwas von den Architekten beachtet.“

Wie berichtet, hat Benkos Signa das frühere Jesuitenkolleg an der Neuhauser Straße Ende 2013 gegen Höchstgebot vom Freistaat gekauft – in Erbpacht auf 65 Jahre. Nun will der Investor das architektonische Juwel entwickeln. Kein leichtes Unterfangen, denn Stadt und Denkmalschutz mischen mit vielen Auflagen mit. Im 22.000-Quadratmeter-Komplex, in dem zuletzt das Statistische Landesamt und das Kaufhaus Hettlage residierten, sollen Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Wohnungen Platz finden. Für Wohnungen sei beispielsweise der Schmuckhof „eine irrsinnige Lage“, hatte Stadlhofer geschwärmt. Doch hier dürfen die Architekten nicht zu sehr in die denkmalgeschützte Dachlandschaft eingreifen.

Besonders augenfällig ist der Interessenkonflikt am Arkaden-Eck des ehemaligen Hettlage. Hier sollen Einzelhandels-Filialisten einziehen. Schaufensterfronten, die zurückgezogen in dem relativ dunklen Bogengang liegen, werden denen allerdings eher nicht gefallen. Jeder Händler hat sein Schaufenster lieber direkt dort, wo die Kunden flanieren.

Der Eckkomplex wurde im Krieg zerstört und in den 50er-Jahren wieder aufgebaut. Damals seien die Arkaden nötig gewesen, weil auf der stark befahrenen Neuhauser Straße kein Platz für Fußgänger gewesen sei, argumentiert der Investor. Mit der Fußgängerzone hätten die Arkaden ihre Bedeutung verloren.

Der Stadtrat sieht das anders. „Wir haben das im Vorfeld ausgiebig diskutiert“, berichtet SPD-Planungssprecher Christian Amlong. „Die Arkaden waren dabei einer der wichtigen Punkte.“ Allerdings sei der Erhalt der Bögen kein Ausschlusskriterium. Das heißt: Auch ein Entwurf ohne Arkaden hat Chancen, wenn er an anderer Stelle überzeugt.

Das könnte zum Beispiel an der Fassade entlang der Neuhauser Straße sein. Streng gegliedert, mit kleinen Fenstern, bietet sie sich nicht unbedingt für Handel an – trotz traumhafter Lage an einer der meistfrequentierten Fußgängerzonen Deutschlands.

In der Zwischenpräsentation habe ihn überrascht, wie unterschiedlich die Entwürfe ausgefallen seien. „Manche priorisieren das Einkaufen, andere gehen sehr behutsam mit der Substanz um“, so Amlong. Auch zu Umfang und Platzierung der Wohnnutzung gebe es unterschiedliche Lösungsansätze.

Ob er Befürchtungen teilt, hier werde ein architektonisches Juwel auf dem Altar des Kommerzes geopfert? Amlong zögert. „Der eigentliche Fehler ist am Anfang gemacht worden“, sagt er. Dass der Freistaat das Objekt gegen Höchstgebot verkauft habe, setzt den Investor unter Druck, möglichst hohe Renditen zu erzielen. „Man hätte damit sensibler umgehen können“, sagt Amlong enttäuscht. Doch nun müsse die Jury mit den Gegebenheiten leben. Und immerhin habe die Zwischenpräsentation gezeigt: „Es bleibt Spielraum.“

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