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Maria Palm klagte gegen den Teleshopping-Sender HSE24 in Ismaning. 

Nach Teleshopping

Darum wird einer 84-Jährigen die Ratenzahlung verwehrt - zu Recht

Da sie aufgrund ihres Alters beim Teleshopping nicht in Raten bezahlen durfte, klagte eine 84-Jährige Freiburgerin - nun fällte das Amtsgericht München ein Urteil.

München - Seit über 20 Jahren ist Maria Palm Kundin bei HSE24. Doch ein Einkauf bei dem Teleshopping-Sender im Herbst 2015 ließ die Rentnerin bis vor den Bundesgerichtshof ziehen. Die Firma verwehrte der damals 84-Jährigen die Ratenzahlung – weil sie zu alt ist! „Ich habe mich gefühlt wie ein Mensch zweiter Klasse!“, sagt die Freiburgerin zur tz.

Regelmäßig habe sie bei HSE24 telefonisch bestellt. „Wenn Geburtstage anstanden oder zu Weihnachten. Es ist für mich sehr praktisch“, meint die Rentnerin. Sie habe immer bar bezahlt – bis auf dieses eine Mal, als sie für rund 2000 Euro Schmuckstücke kaufen wollte. „Ich hatte gerade eine Zahnbehandlung, die mich viel Geld gekostet hat.“ Daher schaute sie im Internet auf der HSE24-Seite nach: Eine „Teilzahlung ab einem Auftragswert in Höhe von 45 Euro“ sei möglich. „Ich habe daher zu der Mitarbeiterin am Telefon gesagt, dass ich eine Ratenzahlung auf zwei, drei Mal in Anspruch nehmen möchte.“ Die Antwort der Dame: „Das ist für Sie nicht möglich.“ Den Grund erfuhr Palm auf Nachfrage bei HSE24 – das Ismaninger Unternehmen schickte ihr einen Brief: „Darin stand, dass man mir eine Ratenzahlung nicht gewährt, weil ich zu alt bin!“ Maria Palm zog vor Gericht. 

Klage wird in zweiter Instanz abgewiesen

Ihre Klage wurde in erster und zweiter Instanz abgelehnt. „Zwar sind ältere Personen, die Renten oder Pensionen beziehen, als solvente Schuldner einzustufen, da sie über ein geregeltes und sicheres Einkommen verfügen. Es ist aber nun einmal so, dass mit gesteigertem Alter auch das Risiko des Ablebens ansteigt“, heißt es in der Urteilsbegründung des Münchner Amtsgerichts. Maria Palms EnkelFelix Palm ist Anwalt – er vertrat seine Großmutter vor Gericht. Palm sieht in der verwehrten Ratenzahlung einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). „Diese Benachteiligung ist nicht gerechtfertigt, da keine individuelle Bonitätsprüfung durchgeführt wurde. Der einzige Faktor war das Alter, dabei hängt die Bonität von vielen Faktoren ab“, erklärt er. 

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Ähnlich sieht das auch die Verbraucherzentrale Bayern (siehe li. unten). Maria Palm ging in Revision – die Bundesrichter prüften ihren Fall. Ergebnis: Es wurde ein Vergleich geschlossen. Sie erhielt 2000 Euro, im Gegenzug nahm sie ihre Klage zurück. Sie ist froh, dass der Rechtsstreit vorbei ist. Ganz zufrieden ist sie aber nicht. „Ein Gerichtsurteil wäre mir lieber gewesen“, sagt sie. HSE24 wollte sich auf tz-Anfrage zum Fall nicht äußern.

Umfrage zu der Situation der 84-Jährigen:

Lore Nowatzki

Lore Nowatzki (74): „Solche Vorgehensweisen sind doch lächerlich – und einfach nur diskriminierend. Das ist nicht in Ordnung. Ab einem bestimmten Alter kriegt man ja nicht mal mehr Geld von der Bank. Manchmal werden wir Senioren ja respektvoll behandelt – aber oft nur ungenügend unterstützt. Vor allem, wenn es um wesentliche Dinge wie Geld geht.“

Gabi Euba-Weisel (66): „Ich muss leider sagen: Ich kann Konzerne verstehen, die bei Kunden ab einem bestimmten Alter Ratenzahlungen ablehnen. Diese Unternehmen wollen sich damit absichern – leicht verständlich. Ich selber zahle nie in Raten, da ich Angst habe, in Teufels Küche zu landen – weil man den Überblick verliert und sich am Ende nicht mehr auskennt, wie viel Schulden man hat. Ich spare mein Geld.“

Gabi Euba-Weisel

D. Schmitt

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