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Der Altstadtring-Tunnel soll saniert werden.

Maxvorstadt

Altstadtring-Tunnel: Mehr Zeit für die Stadtplanung

München - Die Bürgerversammlung fordert bei der Sanierung des Altstadtring-Tunnels eine Änderung. Es geht um die Gestaltung der Obefläche und der Sicherheitsnachrüstung.

Der geplante Tunnelumbau am nordwestlichen Altstadtring bleibt weiterhin ein umstrittenes Thema in der Maxvorstadt. Erneut haben Anwohner in der diesjährigen Bürgerversammlung die Stadt aufgefordert, die bisherigen Pläne zu überarbeiten. 

Mehrheitlich stimmten die Bürger dafür, die Oberflächenplanungen von den eigentlichen Planungen zur Sicherheitsnachrüstung im Tunnel abzukoppeln. Außerdem sollen Fachleute noch einmal überprüfen, ob die bisher anvisierten Maßnahmen ausreichen, um Lärm, Schadstoff und Emissionen vorschriftsgemäß zu vermeiden, und ob nach den Arbeiten genügend Parkmöglichkeiten vorhanden sind.

Nach einem schweren Unfall, der sich in der ersten Oktoberwoche im Tunnel ereignete, haben die Anwohner auch eine stärkere Beschilderung im Tunnel angeregt, mit der auf das Tempolimit von 50 Kilometer pro Stunde hingewiesen werden soll. Dazu sollen mehr Geschwindigkeitsmessungen stattfinden, um die Autofahrer vom Rasen abzuschrecken.

Polizei: Viele halten sich nicht an die Begrenzung

Der Polizei liegen nach eigenen Angaben tatsächlich Erkenntnisse vor, dass sich im Tunnel viele Verkehrsteilnehmer nicht an die Begrenzungen halten. Wegen mehr Beschriftungen stehe man im Kontakt mit dem KVR, sagte der Leiter der Polizeiinspektion 12 in der Maxvorstadt, Stephan Funk.

Der Tunnel am Altstadtring Nordwest soll in den nächsten Jahren aus Sicherheitsgründen grundlegend saniert werden. Das Bauwerk am Oskar-von-Miller-Ring ist seit 1972 in Betrieb. Kernstück der Modernisierungsarbeiten ist eine neue Mittelwand. Um für diese Platz zu schaffen, führen künftig lediglich zwei Spuren in West-Ost-Richtung, in Ost-West-Richtung verbleiben drei Spuren. Zusätzlich sollen unter anderem Ventilatoren, Notrufeinrichtungen und Funkkabel eingerichtet werden. Dadurch ist der langfristige Bauwerkserhalt laut Stadt für mindestens weitere 25 Jahre gesichert.

Maxvorstadt besser an Altstadt anschließen

In den letzten Jahren sorgte aber vor allem die Oberflächengestaltung für Aufregung bei Anrainern und dem örtlich zuständigen Bezirksausschuss. Die Stadt verpasse die Chance, ein attraktives Entree für das Kunstareal rund um die Pinakotheken zu schaffen und damit die Maxvorstadt besser an die Altstadt anzuschließen, heißt es immer wieder. Anstatt beispielsweise vor der Markuskirche an der Gabelsbergerstraße einen großen Platz einzuplanen, der Passanten zum Aufhalten einladen würde, habe die Stadt lediglich zusätzliches „straßenbegleitendes Grün“ vorgesehen, kritisieren etwa Vertreter des Münchner Forums. Zum Zweck einer sinnvolleren Oberflächen-Gestaltung sollte man sich für diese lieber mehr Zeit nehmen und darum von dem Projekt der eigentlichen Tunnel-Sanierung trennen.

Wobei es auch bei dieser Verzögerungen gibt: Eigentlich wollte der Stadtrat bereits im Sommer über die Baumaßnahmen entscheiden. Weil sich aber laut Baureferat Bauvorschriften geändert haben, verzögert sich der Zeitplan. In Kürze soll der Bezirksausschuss über die Beschlussvorlage angehört werden und eine öffentliche Informationsveranstaltung stattfinden. Wahrscheinlich bis ins nächste Jahr könnte dann der Stadtrat darüber abstimmen. Unter diesen Voraussetzungen könnten die Bauarbeiten der Stadt zufolge 2018 starten und bis 2022 abgeschlossen sein.

Von Philipp Nowotny

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