Keine Lust auf Watschnbaum: Seehofer spricht über möglichen Rücktritt

Keine Lust auf Watschnbaum: Seehofer spricht über möglichen Rücktritt
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Einen ungeplanten Baustopp verursachte gestern der Verdi-Demonstrationszug am Sendlinger Tor

“Lärm und Verschmutzung unerträglich“

Nächste Verzögerung am Sendlinger Tor: Demonstration legt Baustelle lahm

Beinahe hätte es ein zweites Mal nicht geklappt. Nachdem die Fahrspur-Verlegung am Sendlinger Tor Ende März wetterbedingt abgesagt werden musste, kamen gestern die Demonstranten von Verdi dem Vorhaben in die Quere.

München - Den Verlauf der Fahrspuren auf der vielbefahrenen Kreuzung zu ändern, ist ein aufwändiges Unterfangen. Doch es muss sein, denn die Arbeiter müssen an den Spannbetondeckel des U-Bahnbauwerks, also dessen unterirdisches Dach, herankommen, um ihn zu sanieren. Die neuen Fahrspuren sollten bereits Ende März markiert werden, doch damals begann es zu regnen, und die Arbeiten wurden abgeblasen. Auf nassem Asphalt haften die Markierungsstreifen nicht. Der zweite Anlauf war nun für den 10. April angesetzt – lange bevor man von der Demonstration der Gewerkschaft Verdi erfahren habe, wie MVG-Sprecher Matthias Korte erklärt. 

Die Markierung nun noch einmal zu verlegen, sei aus organisatorischen Gründen nicht mehr möglich gewesen. Und so standen die Maschinen am Vormittag für knapp eine halbe Stunde still, während die rund 7500 Demonstranten vom Stachus kommend über den Oberanger zum Marienplatz zogen.

„Wir müssten trotzdem pünktlich fertig werden“

Manche Arbeiter hatten angesichts des langen Zuges schon befürchtet, der Zeitplan könne ins Wanken geraten. Doch Korte gab am Nachmittag Entwarnung: „Wir müssten trotzdem pünktlich fertig werden.“

Besonders die Autofahrer brauchten dennoch starke Nerven: Seit 7 Uhr morgens gab es wegen der Markierungsarbeiten immer wieder Behinderungen, einzelne Abbiegemöglichkeiten waren gesperrt. Während des Demozugs stand der Verkehr vollkommen still.

Von der Großbaustelle Sendlinger Tor sind viele Passanten schon länger genervt. „Der Lärm und die Verschmutzung sind unerträglich“, klagt etwa Albert Dietrich (69). „Die Umbaumaßnahmen hätten besser koordiniert werden müssen“, sagt der Rentner. „An anderen Stellen geht es ja auch!“ Die Flugbegleiterin Nadine Mayrhofer (25) ist zwiegespalten. Auch wenn die Baustelle sie nervt, denkt sie in erster Linie an das Ergebnis. „Am Ende freut man sich ja doch, wenn es danach besser aussieht.“ Bis Mitte 2022 werden die Arbeiten am U-Bahnhof noch andauern.

Stachusbrunnen im Zeitplan

Am Stachus laufen die Arbeiten nach Plan. Wo sonst Stadtbummler die Sonne genießen und Kinder lachend durch die Fontäne laufen, wird in nächster Zeit das Wasser aus bleiben. Denn seit Anfang des Monats wird der Stachusbrunnen saniert. Die Anlage soll komplett erneuert werden. Der Plattenbelag ist bereits entfernt, und auch das 500 Meter lange Rohrsystem, das völlig verkalkt war, wurde herausgerissen. Nun muss der Untergrund vorbereitet werden, damit dann die neuen Rohre und 200 Düsen verlegt werden können.

Bereits jetzt vermissen viele Münchner den Brunnen, wie Hamid Baratti (33). Er arbeitet seit 15 Jahren direkt am Stachus. „Im Sommer sitze ich eigentlich jeden Tag am Brunnen und genieße die Sonne. Für mich ist er ein Wahrzeichen der Stadt“, sagt der Verkäufer. Die Arbeiten sollen Mitte September fertig werden – und so haben die Münchner zumindest im Spätsommer ihren Brunnen wieder.

Steht den Baustellen mit gemischten Gefühlen gegenüber: Verkäufer Hamid Baratti

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Altstadt/Lehel - mein Viertel“.

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