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MVG-Chef Ingo Wortmann schaut sich die Baustelle vor Ort an.

Sechs Jahre Lärm

Baustelle am Sendlinger Tor: Jetzt rollen die Bagger an

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Sechs Jahre Lärm: Das erwartet die Bürger künftig am Sendlinger Tor. Die MVG startete am Montagvormittag die große Baustelle. Wir erklären, was passiert und wie es Passanten finden.

München - Jetzt rollen die Bagger an! Der riesige Umbau am Sendlinger Tor geht los. Sechs Jahre lang baggert, schaufelt und werkelt die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG am neuen U-Bahnhof herum. „Nach vielen kleineren Bauarbeiten fangen wir jetzt richtig an“, sagt MVG-Chef Ingo Wortmann stolz.

Er trägt einen weißen Bauhelm und steht auf der Baustelle an der Wallstraße. Hier rammen die Arbeiter 175 sogenannte Bohrpfähle in den Boden. „Die stützen die Baugrube ab und umranden die späteren Gebäude. An dieser Stelle entsteht ein neuer Zugang zur U1 und U2“, kündigt er an. Der große Vorteil: Die Leute kommen direkt an die Oberfläche und müssen nicht mehr wie bisher durchs Zwischengeschoss.

„Erneuerung nimmt Fahrt auf“

Die MVG verringert mit dem neuen Aufgang die bestehenden Engpässe. Denn: Jeden Morgen gibt’s hier Gedrängel - und stickig ist’s noch dazu. „Die Erneuerung der U-Bahn nimmt Fahrt auf“, strahlt Wortmann.

Bilder & Videos zum Mega-Umbau am Sendlinger Tor 

Doch bis dahin ist es noch ein weiter, steiniger Weg. Und ein tiefer. Bis zu 30 Meter geht es unter die Blumenstraße. Rund 15 000 Kubikmeter heben die Bagger aus. Umgerechnet sind das 15 Millionen Liter Erde! Also das Doppelte, was auf der Wiesn pro Jahr an Bier getrunken wird. 2021 will die MVG den neuen Zugang feierlich eröffnen.

Baustelle auch auf der Sonnenstraße

Doch der Eingang an der Blumenstraße ist nur ein Teil der großen Sanierungsaktion. Schon am 10. April geht’s an der Sonnenstraße los. Die Folge: Spuren werden verengt, geändert und verschoben. Die Autos, die vom Stachus Richtung Sendlinger Tor kommen, müssen künftig dann zwischen Brunnen und St. Matthäus-Kirche auf die Nußbaumstraße fahren - das wird eng! Grund: Die MVG saniert und modernisiert die Bahnsteige und gestaltet die Umsteigewege zwischen U1/U2 und U3/U6 um. Es entstehen neue Treppen, um die Fahrgäste besser verteilen zu können. Wenn alles fertig ist, sollen außerdem Rollstuhlfahrer bequemer Zugang haben.

Der Fahrgastverband Pro Bahn lobte bereits die geplanten Änderungen bei der U-Bahn, kritisierte aber, dass die engen und steilen Treppen hinauf zur Tram bestehen bleiben. Insgesamt soll die Großbaustelle bis 2022 dauern und rund 150 Millionen Euro kosten. Hoffentlich klug investiertes Geld. Das sagen die Bürger dazu:

Damit muss man rechnen

Uns stört das nicht. In einer Großstadt muss man mit Baustellen und Umbauaktionen rechnen, das ist einfach so. Ich gehe zu Fuß zu meiner Arbeit und bin daher nicht davon betroffen. Sechs Jahre sind schon eine lange Zeit, aber wen Bauarbeiten stören, darf nicht in einer Großstadt wohnen.

Maha Farid (26), Studentin und Katharina Killmaier (27), Veranstaltungsleiterin, beide aus München

Erneuerung muss sein

Ich bin gespannt, welche Folgen der Umbau mit sich bringt. Eine Erneuerung muss auch mal sein. Ich fahre jeden Tag mit der U6 und werde deshalb von der Baustelle betroffen sein. Mit einer sechs Jahre langen Baustelle zu leben, ist natürlich nicht prickelnd, aber ich warte erst mal ab, was kommt.

Thomas Weingärtaner (52), Steuerfachangestellter aus München

Sehe keinen Nutzen darin

Ich fahre jeden Tag zweimal mit der U1 zum Sendlinger Tor, weil ich hier in der Nähe arbeite. Auf lange Sicht wird es bestimmt Einschränkungen für die Fahrgäste geben. Ich finde den Umbau nicht gut, weil ich keinen Nutzen sehe und es wieder einen Haufen Geld kosten wird. Durch den neuen Aufgang für die U1 und U2 müssen wir dann auch noch länger laufen.

Brigitte Hofmann (52), Beamtin aus München

Auch Tram beeinträchtigt

Ich bin vor kurzem umgezogen und habe von der Umbauaktion deshalb wenig mitbekommen. Wenn der Autoverkehr umgeleitet wird, wird auch die Tram beeinträchtigt. Wenn die Baustelle wirklich sechs Jahre dauert, dann komme ich erst nach dem Umbau wieder nach München zurück (lacht).

Konstantinos Kamaroudis (43), Betriebswirt, Garmisch-Partenkirchen

Umfrage: lte

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