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Hoch die Tassen: Rania Mleihi, Anne Schulz und Xenia Bühler (v.l.) bei der Vorstellung des „Welcome Café“. Mit dabei war auch Kudor Lamaa (2. v. l.), Mitinitiator der Tischszenen, bei denen Flüchtlinge und Deutsche in den Kammerspielen gemeinsam kochen.

Für Flüchtlinge und Münchner

Kammerspiele starten das "Welcome Café"

München - Begegnungsstätte für Flüchtlinge und Bürger: Ab kommenden Montag veranstalten die Kammerspiele München einmal wöchentlich ein „Welcome Café“.

„Begegnung – Kultur – Information“ steht in mehreren Sprachen auf den Handzetteln, die Xenia Bühler und Anne Schulz zur Vorstellung des „Welcome Café“ in den Kammerspielen mitgebracht haben. Das Projekt will als eine Art Begegnungsstätte für „Menschen mit und ohne Fluchterfahrung“, wie es weiter auf den Zetteln heißt, dienen. Ab kommender Woche öffnen die Kammerspiele dafür jeden Montag die Türen ihrer Kammer Zwei.

Dass insbesondere der erste Teil des Mottos, also die Begegnung, wichtig ist, davon ist Initiatorin Schulz überzeugt, denn außerhalb von Helferkreisen gäbe es für Deutsche und Geflohene so gut wie keine Möglichkeit, miteinander ungezwungen und vor allem auf Augenhöhe in Kontakt zu kommen. „Die Innenstadt ist quasi flüchtlingsfrei“, meint sie und ergänzt nach einem Blick aus dem Bürofenster: „Gerade auf der Maximilianstraße kann man sich den ganzen Tag aufhalten, ohne geflohene Menschen zu sehen.“ Das soll das „Welcome Café“ ändern

Wie genau die wöchentlichen Abende in dem Café aussehen sollen, will man bei den Kammerspielen noch nicht festlegen. „Wir starten erst einmal chaotisch“ sagt Schulz’ Kollegin Bühler lachend. Geplant seien zunächst mehrere Stationen, an denen sich zum Beispiel Sprachtandems finden könnten, aber auch ein Tisch mit Brettspielen und eine Ecke für Kinder wird es geben. Im Laufe der Zeit, so hoffen die Initiatoren, würden die Besucher das Café nach ihren Wünschen gestalten. Generell soll das Angebot niederschwellig sein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Türen stehen grundsätzlich jedem offen.

Einen festen Bestandteil soll es aber trotzdem geben. Hier kommt der zweite Begriff des Handzettels, die Kultur, ins Spiel. Für die ist im „Welcome Café“ Rania Mleihi zuständig. Die junge Frau kommt selbst aus Syrien und betreut seit kurzem das „Munich Welcome Theater“, einen Zusammenschluss von geflohenen Künstlern. Während jedem Abend im „Welcome Café“ wird es eine künstlerische Darbietung geben. Für den ersten Montag ist beispielsweise die Lesung eines syrischen Autors über seine Erfahrungen in dem Bürgerkriegsland geplant – auf deutsch und arabisch. „Das Welcome Café soll auch eine Plattform für Künstler sein, die neu in München sind“, erklärt die studierte Theaterwissenschaftlerin Mleihi. „Das Projekt zeigt Flüchtlinge als Menschen, ich glaube, das ist etwas, das wir im Moment wirklich brauchen.“

Doch auch der letzte Teil, die Information, soll im „Welcome Café“ nicht zu kurz kommen. Durch enge Vernetzung mit Helferkreisen und anderen Flüchtlingsorganisationen möchte man Geflohenen und Ehrenamtlichen gleichermaßen einen besseren Überblick über die Angebote ermöglichen.

Informiert haben sich auch die Initiatoren des Projektes. Denn im Herbst vergangenen Jahres hatte das Staatsschauspiel in Dresden eine ganz ähnliche Initiative ins Leben gerufen. Vor einigen Monaten statteten die Münchner den Dresdner Kollegen deshalb einen Besuch ab. Schulz berichtet, dass das Dresdner Projekt vor Ort gut angenommen werde und hofft auf einen ähnlichen Erfolg in der Landeshauptstadt: „Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie sich das Café in München entwickeln wird.“

Welcome Café: jeden Montag von 16 bis 22 Uhr in der Kammer 2, Falckenbergstraße 1. Der Eintritt ist frei.

Annika Schall

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