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An der Ludwigstraße fasste die Polizei den Täter. 

Täter kam durchs offene Fenster

Diebesgut geortet: Ingenieur jagt Einbrecher 

Ein Einbrecher steigt in die Wohnung eines Münchners ein, während dieser schläft, und stielt ein teures Handy. Der Beklaute reagiert geistesgegenwärtig und ortet sein Telefon übers Internet. 

München - Was für eine Begegnung: Nach einem langen Arbeitstag nickte der Münchner Ingenieur Jan T. (27, Name geändert) am Dienstag daheim in der Christophstraße im Lehel vor dem Fernseher ein. Weil es so warm war, hatte er ein Fenster seiner Erdgeschosswohnung weit geöffnet. Um 1.40 Uhr weckte ihn ein Geräusch. Er schreckte hoch – und sah den Einbrecher keine zwei Meter vor sich auf dem Fensterbrett stehen. „Wir haben uns einen Moment lang angestarrt. Dann sprang der Mann hinunter auf die Straße und rannte davon.“ 

Jan T.s erster Gedanke galt der Freundin, die nebenan schlief: „Sie war okay, hatte nichts bemerkt.“ Auch der Geldbeutel lag noch da. Aber sein iPhone 6 war weg. Sofort wählte er sich über sein Laptop und die iCloud in die Ortungsfunktion des Handys ein. Volltreffer: „Ich sah mein Handy als kleinen Punkt zügig über die Prinzregentenstraße wandern. Völlig verrückt. Zum ersten Mal in meinem Leben wählte ich den Polizeinotruf 110.“ 

Er beschrieb den Beamten den Mann: kurze Hose, blau gestreiftes Hemd, Stoppelbart, sportliche Statur. Nur zehn Minuten später wurde der Täter auf der Ludwigstraße von Verkehrspolizisten erkannt und festgenommen. In seinem Rucksack wurde ein zweites Handy gefunden, das in der Nacht zum 31. Mai einem Studenten am Eisbach gestohlen worden war. Der Student hatte seinen Rucksack dort aus den Augen gelassen. 

Bei dem Täter handelt es sich um einen Rumänen (39), der in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat. An seiner Täterschaft besteht nicht der geringste Zweifel: „Er hat nämlich einen schönen Fingerabdruck auf unserer Fensterbank hinterlassen.“ Offensichtlich schlich der 39-Jährige nachts durchs Lehel und den Englischen Garten und nutzte die Gunst der Stunde. Der Haftrichter schickte ihn in die U-Haft. 

Jan T. freut sich, dass er sein Handy zurückbekam. Und er hat etwas gelernt: „Man denkt ja immer, dass so etwas immer nur den anderen passiert. Ich jedenfalls lasse nie wieder meine Fenster unbeobachtet offen stehen.“ Als erste Maßnahme bestellte er sich im Internet sofort eine Überwachungskamera, die sich mit seinem Handy verbinden lässt: „Ich möchte meine Wohnung jetzt gut im Auge behalten. Auch wenn ich nicht zu Hause bin. 

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