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Helden des Alltags: Jeremi Kaluza (v.li.) , Kolia Schier und Stefan Zirngibl sagten vor Gericht aus.

Sie stoppten den Täter am Sendlinger Tor

Diese drei Freunde retteten eine Frau vor Vergewaltigern

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Jeremi, Kolia und Stefan stoppten Täter, die eine Frau vergewaltigten, am Sendlinger Tor – nun sagten sie als Zeugen vor Gericht aus. 

München - So sehen echte Helden aus: Lässig stehen sie da, lächeln und sind auch ein wenig stolz. Aus gutem Grund, denn diese drei Männer haben Zivilcourage gezeigt und einer wehrlosen Frau womöglich sogar das Leben gerettet.

Jeremi Kaluza (29), Kolia Schier (29) und Stefan Zirngibl (28) schritten am 20. Dezember 2016 mutig ein, als sie gegen 23 Uhr ein Verbrechen beobachteten: In der Sparkassen-Filiale am Sendlinger Tor lag die Frau am Boden und regte sich nicht mehr. Zwei Obdachlose machten sich an ihr zu schaffen und zogen sie aus. Auch zu sexuellen Handlungen soll es gekommen sein.

„Sie war in Not, das haben wir gleich verstanden. Da konnten wir nicht einfach weitergehen“, sagt Jeremi Kaluza. Sofort trat der Manager von außen an die Scheibe, damit die Täter von der Frau ablassen. Doch die Männer ließen sich zunächst gar nicht stören. „Wir entschieden dann, dass wir reingehen und die Situation so schnell wie möglich klären“, sagt Jeremi. „Ich ging ganz nah an die Männer ran und habe den Typ laut angeschrien, der sich auf sie gelegt hatte. Er schreckte zurück und hörte auf.“

„Das war brenzlig“

Jeremis Spezl, der Video-Produzent Stefan Zirngibl sagt: „Das war brenzlig. Die Frau war wohl schon länger bewusstlos und die Täter betrunken.“ Zusammen mit Schier rief er die Polizei. Beide versperrten auch den Ausgang der Sparkassen-Filiale, damit die Täter nicht türmen konnten. Kurz darauf nahm die Polizei die Männer fest. „Der Einsatzwagen war schon nach einer Minute da. Wir hatten Glück, dass das so schnell ging. Kompliment an die Polizei“, sagt Zirngibl. Nacheinander sagten die drei Retter am Freitag am Landgericht gegen die obdachlosen Täter aus. Laut Anklage haben sie die Frau vergewaltigt. Doch sie bestreiten die Tat und können sich angeblich nicht richtig erinnern.

Die Staatsanwaltschaft sieht es anders. Demnach hatte die Frau neben einem Kontoauszugsdrucker geschlafen, war wehr- und bewusstlos. Gegen 23.15 Uhr sollen die beiden Angeklagten sich zunächst neben sie gekniet und sie ausgezogen haben. Danach soll es zum gewaltsamen Geschlechtsverkehr gekommen sein.

„Ich habe sie am Hauptbahnhof kennengelernt, später haben wir gemeinsam getrunken“, sagt Ioan M. Ihn musste Richter Frank Zimmer darüber belehren, dass es in Deutschland auch als Vergewaltigung gilt, wenn man die Finger gegen den Willen der Frau einführt.

Wir würden jederzeit wieder helfen

„Haben Sie sie gefragt, ob Sie sie ausziehen dürfen?“, fragte der Richter. Antwort: „Nein.“ „Tut man so etwas?“, hakte Zimmer nach. „Nein“, sagte M. mit hängendem Kopf und entschuldigte sich: „Es tut mir sehr leid.“ Die Retter sahen die Szene als „eindeutig“ an und versprachen: „Wir würden jederzeit wieder helfen.“ Der Prozess dauert an.

Lesen Sie hier: Nach Vergewaltigung von Putzfrau: Er muss jahrelang ins Gefängnis

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