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Berauschend: das Nationaltheater auf dem Max-­Joseph-Platz.

Handwerker lieferte Koks und Hasch

Drogen-Drama an der Staatsoper

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München - Die Staatsoper und ihr schmutziger Drogenskandal – im Sommer 2013 nahm das Drama seinen Lauf. Vor dem Amtsgericht spielt jetzt der letzte Akt...

Dort ist Bühnen-Handwerker Sascha G. (41) angeklagt: Er soll Haschisch, LSD-Trips und Kokain an Angestellte verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zehn Fälle zur Last. Wie ein ausgefeiltes Libretto klingt die Anklageschrift in diesem Fall nicht – die Vorwürfe sind knallhart! Beispiel: der 27. Januar 2014. An diesem Tag soll Sascha G. in den Räumlichkeiten der Staatsoper insgesamt 150 Gramm Marihuana verkauft haben, zum Grammpreis von 9,50 Euro. Noch schlimmer: der 16. September 2014. Da verkaufte G. am Max-Joseph-Platz mutmaßlich zwei Gramm Kokain an seine Kollegen – für 120 Euro. Weitere fünf Gramm Koks sollen es am 3. November 2014 gewesen sein. Zum Preis von 600 Euro.

Koks und Hasch: Handwerker Sascha G. (41) belieferte Angestellte.

Aber das war noch nicht alles. Laut Anklage soll Sascha G. in München und Erding noch insgesamt 610 Gramm Marihuana verkauft haben, dazu auch 28 Ecstasy-Tabletten und drei LSD-Trips. Vor dem Amtsgericht hat er ein Teil-Geständnis abgelegt. Und traf Dienstag auf einen alten Bekannten: Ronald T. (48, Name geändert), der frühere Orchesterwart, der gegen Sascha G. aussagen musste. Er hatte Ende Mai 2015 in einem separaten Prozess bereits eine umfassende Drogenbeichte am Amtsgericht abgelegt – und Sascha G. schwer belastet. Am Ende wurde er zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt. Zu der milden Strafe kam es auch deshalb, weil Ronald T. sich zuvor in Begleitung seines Verteidigers Tom Heindl freiwillig bei der Polizei gestellt hatte. Und später half, den Drogensumpf an der Oper aufzuklären: Für ein fingiertes Geschäft bestellte er Kokain bei Sascha G., den Beamte bei der Übergabe festnehmen konnten. Erst jetzt wird G. der Prozess gemacht.

Ob der frühere Bühnen-Handwerker ins Gefängnis muss, entscheidet Richter Gerhard Simon ab dem 13. Dezember. Ronald T. sagt: „Ich hatte mir vier oder fünf Mal Marihuana von Sascha besorgt. Immer nur für den Eigenbedarf.“ Auch andere Kollegen hätten bei G. gekauft. „Es war bekannt, dass er dealt.“ Mittlerweile bereut Ronald T. seinen Konsum: „Es war ein großer Fehler, durch den ich meinen Job verloren habe.“ Seit Februar ist T. wieder angestellt. „Mit der Vergangenheit habe ich abgeschlossen – wegen meiner Kinder.“

Auch die Staatsoper ist froh, wenn der letzte Vorhang in diesem Stück gefallen ist. „Wir haben hier im Haus eine Keine-Drogen-Politik“, sagt Sprecher Christoph Koch. „Der logische Schluss war, sich von diesen Mitarbeitern zu trennen.“

Andreas Thieme

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