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Unglaublicher Fund: Tim L.’s Kinderzimmer fanden die Ermittler 118 Gramm Marihuana sowie 112 mit Pulver gefüllte Pillen, dazu 31 Cannabissamen und weitere Tabletten.

Gerichtsurteil steht fest

Drogen und Waffen im Lehel: Bomben-Bubi kommt glimpflich davon

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Anfang des Jahres sorgte Tim L. für Aufruhr, als Polizeibeamte bei dem Teenager einen unglaublichen Fund entdeckten. Nun muste der Angeklagte vor Gericht erscheinen.

Die lockigen Haare hängen lässig über seiner Stirn. Aber sein Blick geht stur geradeaus. Tim L. (17) verzieht keine Miene. Gestern musste der Schüler vor Gericht - denn Mitte Januar hatte er die Polizei in Atem gehalten: In seinem Kinderzimmer im Lehel hortete er ein ganzes Waffenarsenal

Ein Schock für die Eltern aus der gutbürgerlichen Familie! Ihre Wohnung stürmte plötzlich die Drogenfahndung. In Tim L.’s Kinderzimmer fanden die Ermittler 118 Gramm Marihuana sowie 112 mit Pulver gefüllte Pillen, dazu 31 Cannabissamen und weitere Tabletten. Ein unglaublicher Fund! Für die Beamten wurde er noch richtig gefährlich, denn in seinem Zimmer hatte der Schüler neben Messern auch noch einen Sprengsatz gelagert. Nur mit Glück wurde niemand verletzt. 

Brenzlige Situation bei Stürmung der Wohnung

„Die Beamten merkten, dass zahlreiche Messer und andere verbotene Gegenstände überall verteilt lagen“, sagte Markus Karpfinger, Chef des Drogendezernats. Bei der Durchschung hatte ein Beamter in den Schrank gegriffen, um den Sprengsatz herauszuziehen - und dabei versehentlich den Zünder gezogen! Der war mit Schwarzpulver gefüllt und löste auch aus - zur Explosion kam es aber nicht. Trotzdem mussten die Drogenfahnder sogar Spezialkräfte anfordern. 

Vor Gericht ging es gestern ruhiger zu. Weil Tim L. noch minderjährig ist, fand der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach tz-Informationen hat der Schüler ein Geständnis abgelegt. Und hatte am Ende noch richtig Glück: Amtsrichter Eisenmann verurteilte ihn nur zu einem Jahr und sechs Monaten Jugendhaft, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Nach dem Prozess konnte L. kräftig durchschnaufen. Denn gegen ihn hatte die Staatsanwaltschaft wegen bewaffneten Drogenhandels ermittelt - darauf stehen mehrere Jahre Haft. 

„Wir halten das Urteil für angemessen,  da es auch den jugendlichen Leichtsinn meines Mandanten berücksichtigt hat“, sagte Verteidiger Michael Weiss. Und Tim L.? Er gelobte Besserung - und hat im Herbst eine Lehre begonnen.

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