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Das Donisl liegt in bester Lage, in der Weinstraße am Marienplatz. 

Insider sagen, was Stammgäste stört

Durststrecke im Donisl – das will Wirt im Gasthaus ändern

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Der Donisl am Marienplatz ist eines der bekanntesten Gasthäuser Münchens. Doch jetzt soll nach Informationen der tz am Konzept geschraubt – und mehr Schwung in den Donisl gebracht werden. 

München - Nach aufwendigem Umbau durch Pächter Hacker-Pschorr starteten die Wirtsleute Birgit und Karlheinz Reindl 2015 mit der Wirtschaft. Bald soll am Konzept geschraubt - und mehr Schwung in den Donisl gebracht werden. „Das stimmt, es wird sich was verändern“, sagt Wirt Reindl. „Wir werden zwar schon der Donisl bleiben, aber etwa mehr mit Live-Musik arbeiten.“ So sollen freitags am Abend junge Bands aus Bayern und Österreich aufspielen und sonntags traditionelle Wirtshausmusiker auftreten. Und in der Zukunft will man fürs Traditions-Lokal eine „klarere Positionierung“ anstreben. Dafür werde eine Kampagne unter dem Motto Bayerische Tradition heute – leben & erleben im Februar 2018 an den Start gebracht, die das Bayerische, Traditionelle des Donisl mit einem Schnitt zur Moderne herausstellen solle. Um den Gast nachhaltig an das Restaurant neben dem Neuen Rathaus zu binden. 

Insider berichten, dass viele ehemalige Stammgäste die neue Architektur in Frage stellen. Die wirkt weniger gemütlich wirtshaus-mäßig, sondern modern kathedralenartig. Das Essen sei sehr gut, aber mit der Münchner Siedeküche als Herzstück preislich gehoben, was gerade viele alteingesessene Gäste vertreibe. Doch genau die Münchner sollten mit dem neuen Konzept angesprochen werden. „Der Donisl war ja in der Vergangenheit eine Hochburg für Touristen“, hatte Wirt Reindl vor der Eröffnung gesagt. „Das wollen wir ändern. Wir wollen ein Wirtshaus sein, das neben Gästen aus aller Welt auch die Münchner anspricht.“ Brauereichef Andreas Steinfatt ergänzte: „Wir möchten an dieser prominenten Adresse echte Bier- und Wirtshauskultur etablieren.“ Der Donisl war zuvor fast 30 Jahre von der Familie Wildmoser geführt worden, Ende 2012 lief der Pachtvertrag aus. 

Die Eigentümerin der Immobilie, die Bayerische Hausbau und Hacker-Pschorr wollten mit der Neugestaltung und neuen Pächtern frischen Wind in die Wirtschaft bringen. Eine ehemalige Bedienung des Traditions-Lokals sagt: „Aus dem Donisl sollte ein feiner Laden gemacht werden, so wie das Spatenhaus an der Oper.“ Aber der Donisl sei früher fürs „normale Volk“ gewesen. „Das kannst an der Theatinerstraße so machen, aber nicht am Marienplatz.“ 

(Unsere besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Altstadt/Lehel - mein Viertel“.)

Es brauche immer Zeit, bis sich ein neues Lokal positioniert habe, aber die erste schwierige Zeit sei überstanden, heißt es von der Donisl-Leitung. Auch bei der Hacker-Pschorr-Brauerei will man nichts von Problemen hören. Es sei positiv, wenn Wirte immer wieder neue Impulse setzten. 

Das Traditions-Lokal

1715 gründete Max List den Donisl als „Bierwirtschaft am Markt“. Zum kam das Lokal, als es Dionysius Haertl — genannt Donisl — 1760 pachtete. 1985 übernahmen die Wildmosers das Lokal, das ein ramponiertes Image hatte. Der Donisl galt als Spelunke, in der schon mal Gäste mit K.o.-Tropfen betäubt und ausgenommen wurden. 1984 war der Skandal um die „Donisl-Mafia“ aufgeflogen. Mit Wildmoser änderte sich das Image: Der Donisl war bei Touristen sehr beliebt, durch die günstige, gut bayerische Küche auch bei den Münchnern bekannt. Nach fast 30 Wildmoser-Jahren ließen die Bayerische Hausbau und Hacker-Pschorr den maroden Bau entkernen und suchten neue Wirte.

Aus unserem Archiv: Touristen klauen im Donisl einen ausgestopften Hasen mit Gewehr.

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