Deutsche Behörden vereitelten wohl IS-Terroranschlag auf großes Musikfestival

Deutsche Behörden vereitelten wohl IS-Terroranschlag auf großes Musikfestival
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Überwältigten den psychisch kranken Täter: Norbert P., seine Lebensgefährtin Kathrin N. und ein Polizist.

„Steigt aus – oder ich bringe euch alle um“

Fahrgast droht mit Amoklauf! Münchner Paar überwältigt ihn

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In einer Tram am Stachus ging ein Mann auf Fahrgäste los und drohte. Ein Münchner Paar behält die Nerven, greift sofort ein und überwältigte ihn. Vor Gericht mussten die beiden jetzt als Zeugen aussagen.    

München - Als die Situation bedrohlich wurde, zögerten sie keine Sekunde: Mutig griffen Norbert P. (52) und seine Lebensgefährtin Kathrin N. (47) am 14. Dezember 2016 ein, als am Stachus plötzlich ein Mann in der Tram schrie: „Steigt aus – oder ich bringe euch alle um.“ Während die meisten Fahrgäste erstarrten, überwältigte das Paar Ihsan K. (37) gemeinsam. Sie hielten sie ihn fest, bis die Polizei eintraf – und verhinderten damit womöglich Schlimmeres.

„Wir haben nur unsere Bürgerpflicht getan“, sagt Norbert P. am Dienstag vor Gericht. Der bescheidene Justizbeamte trug Würgemale davon, denn Ihsan K. hatte ihn angriffen. Später ging K. auch auf Kathrin N. los. Wegen Bedrohung und Körperverletzung wird ihm seit Dienstag der Prozess gemacht.

So sehen echte Helden aus: Nacheinander sagte das Paar als Zeugen am Landgericht aus.

Brenzlige Situation in der Tram

K. sorgte für Amok-Angst am Stachus, als er in der voll besetzen Tram 19 mit Massenmord drohte. „Die Leute schrien laut auf. Nur wenige Monate zuvor hatte sich der Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum ereignet. Die Angst saß bei vielen noch tief“, sagt Kathrin N., die selbst Polizistin ist und privat unterwegs war. Gegen 11.40 Uhr war das Paar am Ostbahnhof eingestiegen und wollte ins Zentrum fahren. „Schon an der Theatinerstraße fing der Mann laut an zu schreien und zu pöbeln“, erzählt N.

Eine Station weiter, am Lenbachplatz, forderte sie Ihsan K. auf, auszusteigen. Doch der wurde immer aggressiver, ging in Richtung des Fahrers und schrie: „Ich knalle euch jetzt ab!“ Ob er wirklich eine Waffe hatte und ob er gefährlich war, das wussten die Fahrgäste nicht, als er sich plötzlich auf Norbert P. stürzte, der an der Tür stand.

„Er griff mir an den Hals und drückte zu“, berichtet der Beamte, der sich aber zu wehren wusste. „Ich drehte ihm den Arm auf den Rücken.“ Es kam zu einem Gerangel. P.: „Es war so heftig, dass wir ihn dann gemeinsam zu Boden ringen mussten.“ Während andere Fahrgäste die Polizei riefen, hielt die Tram vor dem Justizpalast.

„Es war schwierig den Mann zu fixieren“, sagt Kathrin N. im Zeugenstand aus. „Doch als er am Boden lag, veränderte sich seine Stimmung schlagartig und er brach völlig in sich zusammen.“ Mittlerweile waren mehrere Streifenwagen der Polizei in der Prielmayerstraße eingetroffen und die Fahrgäste in Sicherheit. Weinend bat Ihsan K. um Gnade, als die Beamten ihm wenig später Handschellen anlegten.

Vor Gericht legt er am Dienstag ein Geständnis ab und sagt: „Ich bin psychisch krank. Aber ich bin kein Mörder.“ Richter Frank Zimmer wird ihn nun eventuell in die Psychiatrie einweisen. Das Urteil im Prozess steht noch aus. 

Amok-Angst am Stachus: Täter war psychisch krank

Andreas Thieme

Lesen Sie hier einen Gastbeitrag von Helmut R.. Er war in München als Tram- und Busfahrer unterwegs und schreibt über die verwöhnten Münchner Fahrgäste.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

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