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Die Grünen-Fraktion wirbt für einen Gedenktag für die ermorderten Sinti und Roma im Zweiten Weltkrieg

Wenig Erinnerungskultur in München

Gedenktag für Sinti und Roma: Grüne werben für Unterstützung

Die Organisationen der Sinti und Roma fordern einen Gedenktag für die Opfer des NS-Regimes. Die Münchner Grünen unterstützen die Idee - auch wegen der Rolle Münchens.

München - Die Münchner Grünen wollen das Schicksal der unter dem NS-Regime verfolgten Sinti und Roma stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Dafür forderte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Florian Roth, die Selbstorganisationen der Sinti und Roma bei ihrem Vorhaben zu unterstützen: Die Organisationen versuchen, einen Gedenktag für die von den Nazis deportierten Sinti und Roma zu etablieren.

Der Fraktionsvorsitzende verwies darauf, dass gerade in München ein erheblicher Nachholbedarf bestehe, was die Erinnerungskultur der Opfer unter den Sinti und Roma während des NS-Rassenwahns, angeht. Zudem sei die Diskriminierung der „Zigeuner“, wie sie auch noch lange nach dem Krieg herabsetzend genannt wurden, auch nach 1945 weitergegangen, so Roth.

Beamte auch nach Auflösung der „Zigeunerbehörde“ weiter im Amt

1899 wurde in München der reichsweit erste „Nachrichtendienst für die Sicherheitspolizei in Bezug auf Zigeuner“ in der Polizeizentrale in der Ettstraße gegründet. Die Deportationen der Sinti und Roma in die Konzentrationslager geschahen damals von dieser Polizeistation aus. Im Frühjahr 1943 wurden mindestens 141 Roma und Sinti familienweise deportiert. 

Die Behörde wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg weitergeführt und erst 1970 wegen Grundgesetzwidrigkeiten aufgelöst. Im Vorwort zu der Ausstellung „Die Verfolgung der Sinti und Roma in München und Bayern 1933-1945“ heißt es dennoch, dass viele Beamte auch danach im neu gegründeten Bayrischen Landeskriminalamt München wieder eingesetzt worden seien.

Roth: Nur Wenige wissen über die Rolle Münchens Bescheid

Der Grünen Fraktionsvorsitzende Roth erklärte dazu: „Dies alles - der Völkermord an den Sinti und Roma und die Rolle Münchens dabei - ist in der Erinnerung breiter Bevölkerungskreise wenig bis gar nicht präsent. Deshalb ist es höchste Zeit, die Geschichte der Sinti und Roma über einen solchen Gedenktag dem Vergessen zu entreißen und auch auf den fortbestehenden Antiziganismus in aufklärerischer Weise hinzuweisen. Da im März 1943 die Deportationen der Sinti und Roma in der Polizeizentrale in der Münchner Ettstraße begannen, könnte in diesem Monat und zum ersten Mal am 75. Jahrestag im Jahre 2018 ein solcher Gedenktag begangen werden.“ 

Schon vor einigen Wochen hatte die Grünen-Fraktion – ebenso wie der Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe - beantragt, im Westend ein Denkmal zur Erinnerung an Geschichte und Verfolgung der Sinti und Roma zu errichten.

ak

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