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Eine schwungvolle Idee: So könnte die Fußgängerbrücke über den Altstadtring ausschauen.

Ideen würden viele Münchner betreffen

Brienner Quartier: Eine Brücke über den Altstadtring?

München - Diese zwei Ideen würden viele Münchner betreffen: Der Verein Brienner Quartier schlägt vor, eine Fußgängerbrücke über den Altstadtring zu bauen und einen Teil der Brienner Straße zur Einbahnstraße zu machen.

Es ist eine alltägliche Situation in der Brienner Straße: Radler werden auf der Fahrbahn an die Seite gedrängt und weichen auf den Gehsteig aus. Autos bleiben in zweiter Reihe stehen. „Der Status Quo ist für alle Verkehrsteilnehmer unbefriedigend“, sagt Eler von Bockelmann. Der Rechtsanwalt ist Vorstandsmitglied im Verein Brienner Quartier – ein Zusammenschluss von 100 Einzelhändlern, Dienstleistern, Gastronomen und Hausbesitzern. Sie alle schätzen den Charme des Viertels, sehen aber Verbesserungspotential.

Dazu zählt eine Einbahnstraßenregelung des ersten Teilstücks der Brienner Straße vom Odeons- zum Amiraplatz. Die gegenläufige Fahrtrichtung würde gesperrt werden. Stattdessen sollen Radspuren entstehen, schlägt von Bockelmann vor. Die Straße sei jetzt zu eng. Vorstandskollege Philipp Kern ergänzt: „Das wäre eine Win-Win-Situation für alle.“ Denn: Die Salvator-Tiefgarage würde aus beiden Richtungen anfahrbar sein, weil das Linksabbiegeverbot am Amiraplatz aufgehoben werden soll.

Plädoyer für eine Einbahnstraße: Wolfgang Fischer, Philipp Kern, Barbara Weber und Eler von Bockelmann (von links) vom Verein Brienner Quartier.

Auch die Grünen hatten sich zuletzt für eine Verkehrsberuhigung in der Brienner Straße ausgesprochen und vorgeschlagen, die Parkplätze zu streichen. Doch darauf will das Brienner Quartier nicht verzichten. Die Stadtrats-SPD hat indes den Vorschlag des Interessensverbundes aufgegriffen und will die Brienner Straße von der Ludwigstraße bis zum Amiraplatz in eine Einbahnstraße umfunktionieren und die freiwerdenden Flächen dem Radverkehr zuschlagen. Die CSU hat sich noch keine endgültige Meinung gebildet.

Weiteres Anliegen des Brienner Quartiers ist die Anbindung des Museumsviertels. Ein erster Baustein dafür ist gelegt, wenn die neue Konzernzentrale von Siemens im Sommer eröffnet wird. Die Pläne sehen auch eine öffentlich durchgängige Passage zwischen Wittelsbacher Platz und Oskar-von-Miller-Ring vor. Dann aber gibt es keine weitere Verbindung für Fußgänger, etwa zu den Pinakotheken. Außer der „Unterführung des Grauens“, wie sie aufgrund ihres Erscheinungsbildes oft genannt wird. Von Bockelmann könnte sich an dieser Stelle einen spektakulären Brückenschlag hinüber zur Markuskirche an der Gabelsbergerstraße vorstellen. „Das wäre ein großer Wurf“, meint er. „Derzeit endet man an der Betonwüste des Oskar-von-Miller-Rings.“

Entworfen hat die geschwungene Brücke der Münchner Architekt Peter Haimerl. Nach seiner Einschätzung wäre das Projekt problemlos realisierbar, wobei er sich noch keine Kostenschätzung zutraut. Problem: Das Projekt dürfte frühestens im Zusammenhang mit der Sanierung des Altstadtringtunnels realisiert werden. Dabei geht es vorrangig um die Anzahl der Fahrspuren, einen möglichen Kreisverkehr und die Gestaltung der Oberfläche. Vor 2022 dürfte die Maßnahme nicht abgeschlossen sein. CSU-Stadtrat Richard Quaas könnte sich die Fußgängerbrücke vorstellen: „Das wäre besser als zusätzliche Ampeln oder eine Verschmälerung der Straßen.“ Die FDP fordert einen Realisierungswettbewerb. Fraktionschef Michael Mattar: „Die herausragende Bedeutung des Ortes mit dem Kunstareal verlangt eine solide und intelligente Lösung.“

Klaus Vick

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