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Die anstehende Renovierung des Müncher Haus der Kunst sorgt für Empörung.

Architekt willl Nazi-Bau in Originalzustand zurückversetzen

Rekonstruktion? Renovierung des Haus der Kunst heftig diskutiert

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Der britische Architekt David Chipperfield sorgt mit seinen Sanierungsplänen für das Haus der Kunst in München für Unmut. Denn der geplante Umbau erinnert an den Originalzustand des Gebäudes von 1937.

München - Das Haus der Kunst an der Prinzregentenstraße ist sichtbar in die Jahre gekommen. Die Sanierungspläne für den NS-Bau sorgen allerdings für hitzige Diskussionen, weit über München hinaus. 

Der Freistaat Bayern, Eigentümer der „Nazi-Hinterlassenschaft“, will rund 60 Millionen Euro dafür zahlen, 20 Millionen Euro soll der Bund beisteuern. Doch der Entwurf, den der britische Star-Architekt David Chipperfield schon im Oktober vorstellte, bleibt umstritten. Er plant, das Gebäude und seine Umgebung weitgehend in den Originalzustand zurückzuversetzen. Unter anderem soll eine Mauer an der Südseite entfernt und wieder durch Stufen ersetzt werden. Die Zukunft der engen Baumreihe, die in den 1950er Jahren an der Prinzregentenstraße entstanden ist und das Gebäude versteckt, stellte Chipperfield zur Diskussion. „Bei dem Projekt geht es nicht in erster Linie um die Bäume.“ Der Hannoverschen Allgemeinen erklärte Chipperfield, das Gebäude wirke dadurch wieder wesentlich pompöser. Die Bäume verschleierten die Geschichte und die Architektur des Hauses, sagte er der Süddeutschen Zeitung

Unterstützung erhielt der Architekt dabei von Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU). Der Entwurf biete die Chance zu einer gesellschaftlichen Diskussion über die „Historizität“ des Hauses, die geschichtspolitisch sehr aufgeladen sei, sagte er laut der Hannoverschen Allgemeinen

Falscher Umgang mit der Geschichte das Hauses

Doch auch die negativen Stimmen mehren sich. „Es ist doch absurd, das Gebäude wieder so anzuschauen, wie es die Nazis gewollt haben. Ich kann nicht einfach die Bäume wegrasieren und so tun, als wenn nichts passiert wäre“, sagte Sepp Dürr (Grüne) in der vergangenen Woche im Kunstausschuss des bayerischen Landtags. „Ich möchte diesen Bruch haben, möchte den auch architektonisch spüren. Ich möchte die demokratische Antwort dort spüren“, sagte auch Georg Rosenthal (SPD).

Auch Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, zeigte sich entsetzt. Sie wies darauf hin, dass es in München weitere bauliche Zeugnisse aus der NS-Zeit gebe, die untrennbar mit den Nationalsozialisten und ihren Verbrechen verknüpft seien. Vor dieser Kulisse spiele sich auch die aktuelle politische Wirklichkeit ab. Pegida und Co. gingen dort entlang ganz bewusst spazieren.

Der Historiker Magnus Brechtken kritisierte, an dem Entwurf sei keine Kommentierung erkennbar, ein solches Gebäude dürfe aber nicht unkommentiert bleiben. Ähnlich sieht dies Winfried Nerdinger, Gründungsdirektor des im Mai 2015 eröffneten NS-Dokumentationszentrums München und langjähriger Professor für Architekturgeschichte. Er bezeichnete die Pläne Chipperfields in der Hannoverschen Zeitung als „geschichtsblinde Perversion“ sei. 

mit Material von dpa

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