+
Verärgerte Anwohner und Autofahrer: Die Stadt rechtfertigt die Totalsperre auf der Oettingenstraße mit einem „Verkehrsversuch“.

Chaos zur Rush-Hour

So eine Stauerei! Versuch der Stadt wird zu Verkehrsfalle

Die Stadt hat auf der Oettingenstraße eine Rechtsabbiegerspur gesperrt, um Unfälle zu vermeiden. Womit sie wohl nicht gerechnet hat: mit dem Chaos im Berufsverkehr.

Münchnen - Ein Verkehrsversuch der Stadt an der Ecke Oettingen- und Prinzregentenstraße sorgt bei Anwohnern für Unmut. Als „Münchens unsinnigste Staufalle“ bezeichneten sie in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Altstadt/Lehel die Abmarkierung der „Rechtsabbiegetasche“ auf der Oettingenstraße. Der Abbiegeverkehr wurde seither auf eine Spur reduziert. Und das sorgt – besonders während der Berufsverkehrszeiten – zum Teil für kilometerweise Staus Richtung Norden. Ein Anwohner sagte: „Wir dachten, da wird bald gebaut, aber es kam und kommt keine Baustelle! Das Ganze wirkt wie ein schlechter Scherz!“

Die Mitglieder des BA wirkten ratlos und konnten nicht aufklären, warum die Abbiegetasche totalgesperrt ist. Licht ins Dunkel bringt Johannes Maier, der Sprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR). Auf Anfrage erklärt er: Durch das zweispurige Rechtsabbiegen sei es in der Vergangenheit „zu einer deutlichen Unfallhäufung zwischen dort parallel abbiegenden Fahrzeugen“ gekommen. Immer wieder hätten sich auch Fußgänger beschwert, die beim Queren der Prinzregentenstraße durch das kompakte mehrspurige Rechtsabbiegen bedrängt wurden. Nicht selten hätten Autofahrer den Vorrang der Fußgänger missachtet. „Außerdem“, so Maier. „kam es auch immer wieder zu Unfällen im Längsverkehr der Oettingenstraße, wenn geradeaus fahrende Fahrzeugführer auf der Suche nach der besten Fahrspur durch unvorsichtigen Spurwechsel einen Zusammenstoß mit anderen Fahrzeugen verursachten.“ Die Fahrspuren besäßen generell nicht mehr die für das heutige Verkehrsaufkommen erforderlichen Regelbreiten.

„Unerwünschter Effekt“

Darum habe das KVR im Rahmen der inzwischen abgeschlossenen Fahrbahnsanierung die Fahrspur gesperrt. Die Unfallhäufung und die Probleme für die Fußgänger seien so behoben worden. „Da dies aber als unerwünschter Effekt zu Staus führt, wir die Sperre im Rahmen des Verkehrsversuchs kommende Woche wieder aufgehoben“, kündigt Maier an.

Die Anwohner wird es freuen. Denn die Oettingenstraße ist an der Stelle ohnehin ein Verkehrs-Brennpunkt. Vor allem Berufspendler ärgert der zäh fließende Verkehr täglich. Jahrelang war zudem die linke Spur Richtung Süden nach der Kreuzung Prinzregentenstraße gesperrt und behinderte den Verkehr extrem. Wegen der dortigen Dauerbaustelle standen Bau-Container auf der linken Spur. Ursache und Wirkung seien damals wenigstens nachvollziehbar gewesen, schimpften die Bürger in der BA-Sitzung. „Was man von der aktuellen Situation nicht behaupten kann.“

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

Hüseyin Ince

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zahlreiche Zugausfälle am Morgen: Diese S-bahnen sind betroffen
Zahlreiche Pendler sind auf den S-Bahn-Verkehr angewiesen. Doch immer wieder kommt es zu Störungen, Sperrungen und Ausfällen. In unserem News-Ticker informieren wir Sie …
Zahlreiche Zugausfälle am Morgen: Diese S-bahnen sind betroffen
305 Millionen Euro Baukosten: Hier entsteht das Mega-Gericht
39 000 Quadratmeter Nutzfläche, 305 Millionen Euro Baukosten - Bis zum Jahr 2023 wird am Leonrodplatz das neue Strafjustizzentrum gebaut. Über die Probleme am Bau …
305 Millionen Euro Baukosten: Hier entsteht das Mega-Gericht
Arnulfsteg kostet 26 Millionen Euro -Stammstrecke muss gesperrt werden  
Die Rad- und Fußgängerbrücke Arnulfsteg nimmt Formen an, mit ersten Arbeiten hatte das Baureferat im April begonnen. Zwei Tage sollten sich Pendler aber dick im Kalender …
Arnulfsteg kostet 26 Millionen Euro -Stammstrecke muss gesperrt werden  
Dunkle Wolken über München - Bus brennt völlig aus 
Am Montagabend hat es auf der Moosacher Straße gebrannt. Von dem Linienbus ist nur noch ein schwarzes Gerippe übrig. Die Rauchwolken waren weithin sichtbar.
Dunkle Wolken über München - Bus brennt völlig aus 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.