+
Einen extra harten Strohhalm haben Ulrico Peckelsen (Foto) und Nicoló Pasini entwickelt. Mit ihm können Kunden direkt aus einer Orange trinken. 

Strohalm, Schmuck & Co

Neu im Ruffinihaus: Münchner zeigen ihre originellen Produkte

  • schließen

München - Ohrringe aus Kronkorken, ein neuartiges Skateboard oder ein Strohhalm zum direkten Trinken aus einer Orange: In einem städtischen Laden im Ruffinihaus stellen rund 15 junge Unternehmer ihre ausgefallenen Ideen vor.

Sie wollten Orangensaft trinken. Die Früchte hatten sie zur Hand, aber keine Saftpresse. So kamen die Münchner Ulrico Peckelsen (30) und Nicoló Pasini (33) auf die Idee, wie praktisch es wäre, mit einem Strohhalm direkt aus der Orange zu trinken. Die Idee für Ihre Firma „Mr. Orange“ war geboren. Es ist eines von 15 Projekten, die noch bis 30. September im Ruffinihaus am Rindermarkt zu sehen sind. Wer will, kann hier was kaufen, oder die Idee einfach so mit einer Spende unterstützen.

Bis das Ruffinihaus, das der Stadt gehört, ab 2018 renoviert wird, unterstützt das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Stadt dort verschiedene Zwischennutzungen, die jeweils ein paar Monate bleiben dürfen. So haben möglichst viele Kreative die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu zeigen. Und das, ohne Miete zu bezahlen.

Der aktuelle „Startupstore N’ Stories“ widmet sich Projekten, die über Crowdfunding im Internet realisiert wurden oder werden sollen. Crowdfunding ist eine Art der Finanzierung, bei der Geld gesammelt wird, um Firmen Ideen umsetzen zu lassen. Beispielsweise, indem Produkte vorbestellt und schon mal bezahlt werden – oder als reine Spende.

Direkt aus der Orange schlürfen

Auch Peckelsen und Pasini haben ihre Idee vergangenes Jahr über eine solche Kampagne finanziert. Rund 12.000 Euro kamen durch Vorbestellungen und Spenden zusammen. Seit Anfang des Jahres haben die Halbitaliener nun auch einen Onlineshop. Sie bieten spezielle Alu-Strohhalme an, die in Orangen gestoßen werden. Damit der Strohhalm nicht abrutscht, kommt vorher ein Gummiring auf die Citrusfrucht. Durch Herumrühren mit dem Strohhalm, erklärt Peckelsen, werde das Fruchtfleisch zerkleinert. 10,99 Euro kostet ein Strohhalm samt Gummiring. Hauptberuflich arbeiten die beiden bei BMW.

Wie beim Surfen

Wie auch ein weiterer Münchner Gründer, der in dem Laden ausstellt. Stephan Augustin (49) hat ein Skateboard entwickelt, dass sich allein durch den eigenen Körperschwung bewegt – sogar bergauf. „Ein nerviges Anschieben mit dem Fuß am Boden ist so nicht mehr nötig“, sagt Augustin. Das Geheimnis des „Curfboards“ (299 Euro): Es hat eine patentierte, sehr bewegliche Vorderachse ohne Federn oder Gummi. So fühlt sich das Fahren auf der Straße wie Surfen oder Snowboarden an. Auch Augustin hat seine Idee über Crowdfunding umgesetzt. Auf der Sportmesse ISPO wurde der Münchner für seine Erfindung ausgezeichnet, ab September liefert er die ersten Boards aus.

Stephan Augustin und sein Spezial-Skateborad. 

Schlaue Lampen zum Entspannen

Licht, das glücklich macht: Das ist das Motto von Peer Willes (52) Onia-Lampen. Jede Leuchte besteht aus zwei Würfeln, auf denen man zwei Farben einstellen kann. Wirklich spannend wird’s, wenn man die Erfindung mit der zugehörigen Handy-App nutzt. Denn die errechnet nach dem Biorhythmus des Benutzers auf einem Würfel die Farbe, die ihn gerade emotional unterstützt. Auf dem anderen Würfel wählt der Nutzer selbst eine Farbe aus - etwa entschleunigendes Blau bei Stress. 2016 hat der Pfarrkirchner (Lkr. Rottal-Inn) die erste Kollektion rausgebracht (159 Euro Lampe groß, 99 Euro klein).

Die Lampe mit Handy-App. 

Ohrringe aus Kronkorken

Als Mutter-Tochter-Gespann haben Anja (30) und Tini (56) Bogner ihre Firmenidee umgesetzt. Die Frauen aus Neufahrn (Kreis Freising) sammeln seit 2013 in Kneipen, Restaurants und bei Freunden Kronkorken bekannter Brauereien ein – und machen aus ihnen Ohrringe, Ketten- und Armband-Anhänger sowie Charivaris. Fünf bis 50 Euro kosten die kleinen Kunstwerke.

Anja Bogner und ihre Ohrringe

Mittlerweile ist aus der Idee ein Fulltime-Job geworden, von dem sich ohne großen Luxus gerade so leben lasse, wie Anja Bogner erzählt. „Ich wollte es wagen, hatte zum Glück die Absicherung, dass ich daheim bei meinen Eltern wohne.“ In der heimischen Werkstatt bastelt sie die Schmuckstücke auch. Die Kronkorken bekommen eine Beschichtung, damit sie kratzfest und rostfrei sind. Auf Märkten, in Geschäften und im Onlineshop verkauft Bogner den Schmuck. „Bayerisch, fetzig, vogelwuid“ seien ihre Kreationen, sagt die Designerin. Da passt der Name des Startups perfekt: „Fesch mit Trash“.

Ramona Weise

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Vorab-Einblick: So sieht‘s am neuen Sendlinger Tor aus 
In einem sogenannten Musterraum testen Mitarbeiter der Münchner Verkehrsgesellschaft die Materialien für die neue U-Bahn-Haltestelle. 
Vorab-Einblick: So sieht‘s am neuen Sendlinger Tor aus 
Oktoberfest: So reagieren Stadt, Polizei und Wirte auf die Anschläge
Nizza, Berlin, London – und nun Barcelona. Die Welt wird immer öfter von furchtbaren Lkw-Attentaten erschüttert. München hat im Vorfeld der Wiesn reagiert: Der …
Oktoberfest: So reagieren Stadt, Polizei und Wirte auf die Anschläge
Dem Terror entkommen: Diese Münchner erlebten den Anschlag in Barcelona 
Münchner berichten, wie sie in Barcelona den Anschlag erlebten – einige waren nicht weit vom Ort der Tat entfernt.
Dem Terror entkommen: Diese Münchner erlebten den Anschlag in Barcelona 
Der Heckenstallerpark ist der nächste Park, den Sie besuchen sollten
Früher Stau, heute wow! Es hat gedauert, aber jetzt schlendern wir durch einen Park, wo früher noch Hunderttausende Autos täglich unterwegs waren. Willkommen im …
Der Heckenstallerpark ist der nächste Park, den Sie besuchen sollten

Kommentare