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Eine Gruppe von campierenden Jugendlichen.

Polizei musste sogar anrücken

Vier Tage Anstehen für einen Turnschuh

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München - Sie wollen den neuen Sneaker „Yeezy Boost 350 ‚Tan‘" von Kanye West. Deswegen campieren seit Samstag in Spitzenzeiten 200 Jugendliche vor einem Münchner Schuhgeschäft. Sogar die Polizei rückte an.

So sieht das Objekt der Begierde aus.

Es ist ein Riesen-Hype - um ein paar Turnschuhe! Pardon: Sneaker, wie Kenner korrekt sagen. Rapper Kanye West bringt sein neues Adidas-Modell „Yeezy Boost 350 ‚Tan‘“ auf den Markt. Und am Altheimer Eck in der Innenstadt campieren seit Samstag in Spitzenzeiten rund 200 Jugendliche, um es zu ergattern!

Denn: Die Sneaker gibt es am Dienstag weltweit nur in ausgewählten Läden und in limitierter Anzahl zu kaufen. In München sind es drei Geschäfte - doch zwei davon losen die Käufer der 200 Euro teuren Goldstücke aus. 

Übrig bleibt da nur der Sneaker-Laden „Solebox“ am Altheimer Eck. Hier geht es nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, sackt die begehrten Angabe-Objekte ein. Die Wartenden wollen am Dienstag ganz vorne in der Schlange stehen, die sich vor dem Geschäft bildet. 

Diese Jugendlichen harrten Sonntagmittag vor dem Geschäft aus. Für den Nachmittag erwarteten sie, dass mehr als 100 weitere Campierende zurück kommen würden:

Offizielle Zahlen, wie viele Paare der Sneaker es im Laden geben wird, existieren nicht. Unter den Jugendlichen hat sich aber eine Zahl von etwa 60 Exemplaren herumgesprochen. Viele könnten also leer ausgehen …

So voll war es vor dem Sneaker-Laden Samstagnacht. Die Jugendlichen müssen zu ausgemachten Zeiten vor den Laden kommen, sonst werden sie von der Liste gestrichen.

Das führt natürlich zu Konflikten. Am Samstagabend musste die Polizei kurz vor Mitternacht zweimal anrücken. Anwohner hatten die Polizei wegen Ruhestörung gerufen. Es gab Platzverweise. Doch nach kurzer Zeit waren die Störenfriede wieder da, so die Beamten. Mehrere Polizeiwagen rückten an. Per Durchsagen riefen sie die Wartenden auf, den Platz zu verlassen.

Laut den Jugendlichen gibt es außerdem einen Klein-Krieg unter zwei Gruppen, wer sich am Dienstag zuerst in die Schlange stellen darf. Dazu kursieren verschiedene Listen, die die Reihenfolge festlegen sollen.

Samstagabend sollen sogar Böller auf Wartende geworfen worden sein. So viel Stress - wegen ein paar Turnschuhen. 

Im Internet zahlen sie 800 Euro dafür"

"Kanye West ist super - ich stehe total auf seine Schuhe. Ich sammle die Sneaker. Verkaufen kommt für mich nicht in Frage - auch wenn ich bis zu 800 Euro im Internet verlangen könnte. Auch früher war ich schon immer da, wenn wieder ein neues Modell rausgekommen ist. Mir ist es das auf jeden Fall wert, hier zu übernachten. Ich hoffe nur, dass ich dann auch ein Paar ergattere.“ 

Zahel (17), Schüler aus München

Aus Bielefeld angereist

 "Ich bin extra aus Bielefeld hergekommen. Außer in München gibt es den Schuh in Europa nur noch in drei Läden zu kaufen - in Berlin, Athen und Stockholm. Alle anderen vergeben ihre Modelle per Los. Da hat es Jamy schwerer: In ihrer Größe (35) gibt es den Sneaker gar nicht. Sie schaut für eine Freundin.“ 

Jan (18), Kaufmann aus Bielefeld, und Jamy (17, links), Schülerin aus München

Es gibt immer wieder Streit

"Ich bin für meine Sneaker-Sammlung hier. Bis jetzt habe ich schon über 30 Paar - es sollen noch ein einige mehr werden. Der Hype um dieses Modell ist schon sehr groß. Jeder will diesen Schuh haben. Ich bin seit Samstag mit meinem Schlafsack hier. Leider gibt es immer wieder Streit unter den zwei Gruppen von Wartenden, weil keiner leer ausgehen will. Das ist schade!"

Luca (19), Schüler aus München

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