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Genervt: Nicole F. steht auf der Stollbergstraße in der Altstadt, wo sie derzeit wegen der vielen privaten Baustellen keinen regulären Parkplatz mehr findet.

Anwohner sind sauer

Kaum Parkplätze wegen Baustellen - aber Stadt verteilt weiter Knöllchen

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In der Stollbergstraße wird derzeit so viel gebaut, dass Stellplätze Mangelware sind – Die Stadt sieht derzeit keine Möglichkeit zur Abhilfe.

München - Sie ist nur wenige hundert Meter lang und sorgt dennoch für Ärger: die Stollbergstraße in der Altstadt. Denn gleich an vier Stellen wird gebaut, Eigentümer sanieren ihre Gebäude. Das zum Teil schon seit vielen Monaten. An dem Haus an der Stollbergstraße 15 wird beispielsweise seit mehr als zwei Jahren gewerkelt, weil es unter Denkmalschutz steht. „Das ist überdurchschnittlich lange“, sagt der Sprecher des Münchner Kreisverwaltungsreferats (KVR), Johannes Mayer. „Bis vor Kurzem wurde direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite noch ein Haus saniert. Die beiden Baustellen haben die Stollbergstraße stark beeinträchtigt.“ Für die Anwohner sind nicht nur Lärm und Dreck eine Belastung. Es fallen auch Parkplätze weg, insgesamt 25 von 70. „Wir sind mit unseren Nerven am Ende“, schimpft Anwohnerin Nicole F.

Vor ein paar Tagen kamen sie und ihr Mann nach einer sechsstündigen Autofahrt von ihrer Hochzeit nach Hause. „Aufgrund der Baustellen in der Stollbergstraße haben wir noch zweieinhalb Stunden gebraucht, um einen Parkplatz zu suchen.“ Gefunden haben sie keinen, auch nicht in mittelbarer Umgebung. „Es blieb uns somit nichts anderes übrig, als auf der gegenüberliegenden Seite zu parken.“ Problem: Dort gilt ein Halteverbot. „Aber da stehen grundsätzlich viele Autos, was aber für den Verkehr keine große Bedeutung hat.“

Anwohnerin bittet die Stadt um Rücksichtnahme

Tags drauf kam das nächste Ärgernis: „Natürlich wurde uns dann ein Strafzettel ausgestellt.“ 30 Euro soll Nicole F. bezahlen. „Wir haben nun mal nicht die Möglichkeit, nach über zweieinhalb Stunden Parkplatzsuche das Auto mit in den Keller zu nehmen.“ Nicole F. bittet die Stadt um Rücksicht aufgrund der Parkplatzsituation in der Stollbergstraße. Zudem müsse die Verwaltung auch nicht kontrollieren, wenn ohnehin so viele Stellplätze wegfallen.

Laut KVR-Sprecher Alexander Stumpf wird die Stollbergstraße „im Rahmen des routinemäßigen Dienstbetriebs von der Kommunalen Verkehrsüberwachung überwacht“. Ein Überwachungsschwerpunkt sei dort nicht gebildet worden. Stumpf: „Es liegen bislang nur einzelne Beschwerden von Anwohnern vor.“

Eine Häufung privater Baumaßnahmen lässt sich nach Auskunft des Kreisverwaltungsreferats kaum verhindern. Nur in Einzelfällen wird der Beginn von privaten Baustellen um einzelne Wochen verschoben. „Das ist der Fall, wenn wir wissen, dass in der Nähe zum Beispiel Fahrbahnsanierungen, der Bau von Hausanschlüssen oder sonstige Maßnahmen durchgeführt werden, die nur zwei oder drei Wochen dauern“, sagt Referatsprecher Mayer.

Das Verschieben einer privaten Baumaßnahme aufgrund einer besonderen Häufung von privaten Maßnahmen in einem Viertel sei aufgrund der Dauer dieser Maßnahmen hingegen nicht möglich. „Ein Neubau dauert im Schnitt eineinhalb Jahre, die Kernsanierung eines Altbaus zwei Jahre und länger“, so der Sprecher. Würden private Baumaßnahmen wegen anderer privater Baumaßnahmen verschoben, dann müsste man Verschiebungen von ein bis zwei Jahren vornehmen. „Auf diese Weise käme die Bautätigkeit in einem Viertel im Grunde zum Erliegen, wenn dort eine große Maßnahme durchgeführt würde.“

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

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