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2014 kamen Tausende Menschen zu der Veranstaltung.

Mega-Konzert mit Spiders, Astor und Co.

Musikstars rocken vor Staatsoper gegen Angst und Fremdenhass

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    Matthias Bieber
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München - 2014 setzten über 20.000 Münchner ein Zeichen gegen Fremdenhass. Am Donnerstag ruft das Flüchtlingshilfsprojekt Bellevue di Monaco um 18 Uhr wieder zu einer Kundgebung auf. Motto: Wir sind alle von wo! Angst? Sicher ned! Mit dabei sind diverse Musikstars.

Angst ist immer der denkbar schlechteste Ratgeber. Wenn also in drei Tagen beim XXL-Konzert auf dem Max-Joseph-Platz von 18 bis zirka 21 Uhr sauber gerockt wird, dann ist das ein lautes Zeichen für Integration und gegen Fremdenfeindlichkeit.

Till Hofmann von Bellevue di Monaco formuliert’s so: „In diesem Jahr haben sich nach dem ,Wir schaffen das‘ von 2015 wieder die Vorurteile gefestigt. In den sozialen Netzwerken gibt es Hysterie und Hetzerei. Wir sagen: Wo Intergration richtig stattfindet, da funktioniert sie auch.“

Gespielt wird bei jedem Wetter, Hofmann wäre froh, „wenn ungefähr 3000 Menschen kommen“. Beim Konzert vor zwei Jahren war’s ein Vielfaches. Das sollte also schon hinhauen – auch wenn’s kein Event ist mit Standl & Co. „Glühwein bringt’s besser mit.“

Zwischen den einzelnen Musikgigs gibt es verschiedene kurze Ansprachen, etwa mit Vertretern von Pro Asyl oder der jüdischen Gemeinde. Oder von Rüdiger Linhof („Rüde“), Bassist und Keyboarder der Sportfreunde Stiller.

Der tz sagt er zum Thema Angst: „Viele fragen sich: Werde ich in Zukunft noch meinen Job als Jurist oder Arzt ausüben können, wenn die künstliche Intelligenz weiter voranschreitet? Werde ich noch Taxler oder Busfahrer sein können? Wenn solche Ängste zu vielen anderen ­Dingen hinzukommen, schotten wir unser Denken ab. Die Folge ist: Wir verhindern, dass wir unsere Gegenwart auf neue Gleise setzen. Und weil wir nicht mehr frei denken können, steigt unsere Angst.“

„Wir haben schon ganz andere Probleme gelöst“

Der schlechteste Ratgeber gegen die Angst vor der Zukunft ist der Rückfall in alte Zeiten. „Man kommt gegen die Angst nicht mit alten Handlungsweisen wie Rassismus oder Nationalismus an, die einst unser Land in Schutt und Asche gelegt haben.“

Zudem ist sich Rüde sicher, dass man alles andere als schwarzsehen muss. „Wir haben schon ganz andere Probleme gelöst. Früher gab es Themen wie das Ozonloch oder das Waldsterben. Oder den Ost-West-Konflikt. Die Friedensbewegung hat dazu beigetragen, dass der Eiserne Vorhang fiel. Heute heißt es: Die Flüchtlingskrise sei eine Jahrhundertkrise. Dabei haben nach der Wiedervereinigung 80 Millionen Menschen aus konträren Ideologien zusammengefunden, während durch den Jugoslawienkrieg 250.000 Flüchtlinge und nochmal so viele Aussiedler zu uns gekommen sind.“

Rüdes Appell: „Wenn wir zusammenstehen, haben die Rassisten keine Chance.“ Wie am Donnerstag vor der Oper.

2014 kamen schon einmal tausende zur Kundgebung gegen Fremdenhass

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