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Schauspielerin Corinna Bintzer und Andreas Bittl bei ihrer Vorstadt-Verlobungsfeier. 

Verlobungsfeier im Hofbräuhaus

Ich werde die Braut bei der Vorstadthochzeit

Kolumnistin und Schauspielerin Corinna Binzer schlüpft heuer in die Rolle der Braut bei der „Vorstadthochzeit anno 1905“. Doch vorher wird Verlobung gefeiert. Hier erzählt sie, wie es dazu kam:

Der Heiratsantrag hätte vielleicht ein bisschen mehr Romantik vertragen. Ich bekam ihn vergangenes Jahr an einem gewöhnlichen Wochentag, vormittags, während ich in meiner Küche Kartoffeln schälte. Der Antrag kam in Form eines Anrufs von Jürgen Kirner, seines Zeichens 1. Vorstand des Vereins „Vorstadthochzeit anno 1905“: „Corinna kanndsd da Du vorstelln, dassd nächsts Jahr unser Braut bist?“ Ich habe nicht lange überlegt und ohne zu zögern Ja gesagt. Da wusste ich noch nicht einmal, wer der Bräutigam sein wird.

Mittlerweile weiß ich, dass mein Zukünftiger Andreas Bittl heißt. In Wirklichkeit ist er der Lebensgefährte einer lieben Freundin und Kollegin. Ja mei, bei dieser Hochzeit wird schon auch mal untereinander zamgheirat. Da kennen wir Künstler nix!

Nein, im Ernst, ich empfinde es als große Ehre, die Braut der Vorstadthochzeit zu sein. Bei diesem schönsten Münchner Künstlerball der Mittelpunkt zu sein, das hat schon was. Ich bewundere, wie der Verein die Hochzeit und den damit verbundenen Ball jedes Jahr in neuem Glanz erstrahlen lässt.

Lesen Sie 8 Gründe, warum die Vorstadthochzeit der schönste Ball ist. 

Jetzt habe ich allerdings als Braut so gar keine Übung, bin ich privat doch ledig – zwar in einer sehr glücklichen Beziehung –, aber eben unverheiratet. Und so begebe ich mich vertrauensvoll in die Hände meiner persönlichen Zeremonien- und Gewandmeisterin Bettina von Haken, die aus mir schon mal eine ganz ansehnliche Verlobte gemacht hat und mich als Braut bestimmt in vollem Glanze erstrahlen lassen wird. Man fühlt sich sofort in diese alte Zeit zurückversetzt, wenn man so gewandet wird. Wobei ich Angst hatte an meiner eigenen Verlobungsfeier gar nicht teilnehmen zu können, so „atemlos“ hat mich Bettina mit den Worten „des gherd so“ in das Mieder geschnürt. Aber was tut man nicht alles, um dem Auserwählten zu gefallen. Hernach nimmt er mich doch nicht.

Jetzt sind es nur noch zwei Monate, dann sage ich „Ja“ und wir feiern Hochzeit mit allem Drum und Dran: Hochzeitslader, Tanzmeister, Hochzeitskapelle, Musikantengruppen, Hochzeitsmenü, der berühmt-berüchtigten Glasscherbenviertelrevue – und einer hoffentlich riesigen Hochzeitsgesellschaft.

Die Vorstadthochzeit: 

Die „Vorstadthochzeit anno 1905“ ist ein opulentes Fest: Künstler, Schauspieler und Kabarettisten schlüpfen am 26. Mai im Hofbräuhaus in die Rolle einer historischen Hochzeitsgesellschaft (Karten auf www.okticket.de). Es gibt Tanz, feines Essen und Unterhaltung. Ins Leben gerufen wurde sie im Jahr 1908 vom Simplicissimus-Karikaturisten Karl Arnold – er wollte mit einem Kostümball eine ehrbare Münchner Vorstadthochzeit parodieren.

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