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Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ wollte der Verband auf die Probleme am Milchmarkt aufmerksam machen.
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Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ wollte der Verband auf die Probleme am Milchmarkt aufmerksam machen.
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Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ wollte der Verband auf die Probleme am Milchmarkt aufmerksam machen.
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Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ wollte der Verband auf die Probleme am Milchmarkt aufmerksam machen.
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Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ wollte der Verband auf die Probleme am Milchmarkt aufmerksam machen.
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Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ wollte der Verband auf die Probleme am Milchmarkt aufmerksam machen.
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Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ wollte der Verband auf die Probleme am Milchmarkt aufmerksam machen.
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Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ wollte der Verband auf die Probleme am Milchmarkt aufmerksam machen.

Appell an Horst Seehofer

Gegen den Pulverberg: Milchbauern protestieren vor der Staatskanzlei

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Der Bundesverband deutscher Milchviehhalter hat am heutigen Montag vor der Münchner Staatskanzlei gegen die Überproduktion von Milch demonstriert.

München - Kurz nach der Stallarbeit haben sich Claus Frohnwieser aus Eberfing und Andreas Hutter aus Huglfing (beide Kreis Weilheim-Schongau) auf ihren Bulldog gesetzt und auf den Weg nach München gemacht. Gute sechs Stunden später stehen sie vor der Staatskanzlei und schmeißen den Strohhäcksler an. Doch statt ausgedroschenem Getreide kippen sie säckeweise Milchpulver in die Maschine – und stauben damit den Franz-Josef-Strauß-Ring und die umstehenden Bauern kräftig ein. Die Kameras klicken, Andreas Hutter lächelt. Aktion geglückt.

Die Milchpulver-Aktion von gestern war Teil einer großen Kundgebung des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM). Die Milchbauern-Vereinigung wollte damit auf die mehr als 360 000 Tonnen Magermilchpulver aufmerksam machen, die derzeit im EU-Raum gelagert werden – so viel wie seit 20 Jahren nicht mehr. Denn während der Preiskrise ließ die EU viel Milchpulver von notleidenden Höfen aufkaufen. Doch jetzt tobt der Streit, was mit dem Pulver passieren soll.

Das grundsätzliche Ziel: eine europaweite Milchmengenregelung für Krisenzeiten

„Wenn es jetzt auf den Markt gebracht wird, drückt es doch nur wieder den Milchpreis“, fürchtet Lukas Kiechle. Der 16-jährige Allgäuer macht gerade eine Fremdlehre, will aber später den Hof der Eltern mit 55 Milchkühen übernehmen. An diesem Tag hat er sich mit einem Spezl auf nach München gemacht, um sich für seine Zukunft einzusetzen.

Die Vertreter des BDM fordern, dass künftig in Krisen nicht mehr massenhaft eingelagert wird – und dann womöglich noch zulasten der dortigen Bauern und Hirten nach Afrika verkauft wird. Die jetzigen Mengen müssten so abgebaut werden, dass die Märkte nicht gestört werden. Auch eine Nutzung als Tierfutter oder zur Energiegewinnung brachte der BDM ins Spiel. Das grundsätzliche Ziel: eine europaweite Milchmengenregelung für Krisenzeiten. Damit den Milchbauern nicht wieder ein Preisverfall wie zuletzt 2015 droht, als die Milchpreise weit unter 30 Cent pro Kilogramm gefallen waren. Derzeit liegt der Preis im EU-Schnitt bei rund 34, in Bayern bei 37 Cent.

Protestler hoffen auf Seehofer

Plakate mit der Aufschrift „Horst, miste bei der CDU aus!“ zeigen, auf wen der BDM dabei setzt. Der Protest solle auch als Rückendeckung für Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei den Koalitionsgesprächen in Berlin verstanden werden, heißt es. Denn mit der bayerischen Position sind die Milchbauern vom BDM eigentlich ganz zufrieden. Bei der Agrarministerkonferenz vor gut einer Woche hatte der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner sowohl die Prüfung eines Modells freiwilliger Milchmengenreduktion gegen Entschädigung sowie eine zeitlich befristete entschädigungslose Milchmengenreduktion mit Sanktionsmöglichkeiten im Krisenfall gefordert. Soll heißen: Wer den Markt mit Milch flutet, wenn die Branche eh schon leidet, soll bestraft werden. Spannend dabei: Die grünen und linken Agrarminister wären im Boot. Widerstand kommt hingegen von den Ministern der CDU, SPD und FDP.

Unterstützung bekamen die protestierenden Bauern in München nicht nur von einigen Landtagsabgeordneten, sondern auch von Staatskanzleichef Marcel Huber. Er vertrat den Ministerpräsidenten, der bekanntlich gerade in Berlin über atmende Deckel verhandelt. „Die Botschaft ist angekommen“, sagte Huber und versicherte: „Wir werden alles tun, dass das Wort Mengensteuerung im Koalitionsvertrag vorkommt.“ Darüber, dass mit Christian Schmidt ja eigentlich schon ein CSU-Mann im Bundeslandwirtschaftsministerium das Sagen hat, der solchen Mengensteuerungen kritisch gegenübersteht, verlor er lieber kein Wort. Nicht dass doch noch mal jemand das Milchpulver-Gebläse anschmeißt.

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