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Randalíerer im Englischen Garten halten die Polizei in Atem.

Kampf gegen Park-Randalierer

Aggressive Jugendliche sorgen für Ärger im Englischen Garten - Polizei beobachtet eine provokante Masche

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Seit Jahren halten Jugendliche, die auf Ärger aus sind, die Polizei im Englischen Garten auf Trab. Vor allem im vergangenen Jahr eskalierte die Situation mehrmals.

München - Und auch heuer kommen die Beamten nicht zur Ruhe – und das, obwohl das Wetter bisher wesentlich schlechter war als letztes Jahr um diese Zeit. Die Polizei betont, dass sie vor allem gegen Jugendliche, die oft betrunken Krawall machen, hart durchgreifen.

Schon seit Mitte März treffen sich einige Halbstarke, die laut Polizei vor allem ihre Aggressionen herauslassen und Straftaten begehen wollen, auf der Großen Karl-Theodor-Wiese nahe dem Monopteros. „Wir sind überrascht, dass im Gegensatz zu den letzten Jahren die Wiese jetzt schon voll ist, wenn es nicht gerade durchgehend regnet“, sagt Polizeidirektor Stephan Funk, Leiter der Polizeiinspektion 12 (Maxvorstadt), die für den Englischen Garten zuständig ist. Und er stellt klar: Die Polizei schaut im Englischen Garten nicht weg. „Das ist kein rechtsfreier Raum“, betont Stephan Funk.

Englischer Garten: Halbstarke machen gezielt Ärger

Grundsätzlich, sagt der Polizeidirektor, sei der Englische Garten in Anbetracht der Besucherzahl von 3,5 Millionen jährlich kein Problem für die Polizei. Sorge bereite den Beamten lediglich ein kleiner Teil der Halbstarken, die vor allem auf der Karl-Theodor-Wiese nahe der U-Bahn-Station Ärger machen wollen. „Das sind etwa zehn Prozent der Jugendlichen“, sagt Stephan Funk. Warum sich die jungen Leute seit einigen Jahren dort treffen, erklärt der PI-Chef so: „Die Wiese ist unter den jungen Leuten gerade hip.“ Es ist dunkel und einige hätten womöglich den Eindruck, es passe keiner auf. Die Jugendlichen, die sich dort bei Einbruch der Dämmerung treffen, sind etwa zwischen 15 und 17 Jahre alt, kommen aus dem gesamten Stadtgebiet – vor allem aus dem Münchner Westen – und mittlerweile auch zu zehn Prozent von außerhalb. Sämtliche Nationalitäten und soziale Schichten sind am Wochenende und Tagen vor Feiertagen auf der Wiese vertreten. Bislang hat die Polizei schon um die 70 Anzeigen aufgenommen, 20 davon schwerwiegender. Vor allem Diebstahl, Raub und Körperverletzungen beschäftigen die Polizei.

Park-Rüpel: Auf die Provokation folgt der Diebstahl

Eine der gängigen Maschen der aggressiven Jugendlichen: Ein Ball wird absichtlich in eine Gruppe geschossen, man will einen Streit provozieren. Die Aufregung, die entsteht, nutzen die Halbstarken, um Rucksäcke und Taschen zu stehlen. „Daraus wird dann schnell ein Raub, wenn die Gruppe das mitbekommt und es körperlich wird“, sagt Stephan Funk. Sowohl Täter als auch Opfer kämen aus der gleichen Altersstruktur und dem gleichen sozialen Umfeld. „Der normale Parkbesucher oder Tourist muss sich keine Sorgen machen, ausgeraubt zu werden, das ist eher eine Sache unter den Jugendlichen“, stellt Funk klar. Allerdings appelliert die Polizei an Badegäste, ihre Wertsachen nicht einfach unter ihr Handtuch zu legen und dann den Platz zu verlassen. So werde man leicht zum Opfer.

Halbstarken-Aufstände im Englischen Garten: Polizei zeigt Präsenz

Durch die starke Präsenz der Polizei liegt die Aufklärungsquote im Englischen Garten aktuell mit rund 70 Prozent sehr hoch. „Etwa 40 Tatverdächtige haben wir heuer schon ermittelt“, berichtet der Vize-Chef der Polizeiinspektion 12, Polizeirat Hans-Peter Kaspar. Knapp 500 Personalien überprüften die Beamten heuer bereits. So soll den jungen Leuten verdeutlicht werden, dass sie nicht anonym und ohne Konsequenzen Ärger machen können. Werden die Anführer der Gruppe gefasst, gingen die Straftaten laut Polizei auch merklich zurück.

Ein Plakat der Polizei München warnt Parkbesucher, Wertgegenstände nicht unbeaufsichtigt zu lassen.

Auch die nächsten Tage und Wochen wird die Polizei sowohl sichtbar als auch verdeckt an der Großen Karl-Theodor-Wiese präsent sein, unter anderem mit Pferden, mit Kontakt- und Jugendbeamten. „Wir stärken damit das subjektive Sicherheitsgefühl der Parkbesucher und zeigen auch den Jugendlichen, dass wir da sind.“ Vor allem beim Alkohol schaut die Polizei nicht weg. Werden Minderjährige mit Alkohol erwischt, stellen die Beamten diesen sicher. „Alkohol ist dort verboten und bei Minderjährigen geht das gar nicht“, sagt Funk. Betrunkene Jugendliche werden ihren Eltern übergeben. Bei Bedarf werde auch das Jugendamt eingeschaltet.

Englischer Garten: Jugendliche lassen Müll liegen

Ärgerlich für viele Parkbesucher sei auch, dass manche Jugendliche ihren Müll einfach liegen ließen und die Wiese am nächsten Tag dreckig und vermüllt sei. Seinen Abfall ordentlich zu entsorgen, sollte selbstverständlich sein. Die Polizei will im Englischen Garten nicht als Spielverderber dastehen: „Wenn sich junge Leute dort treffen, stört das erst einmal niemanden“, stellt Funk klar. „Der Englische Garten ist ein liberaler Raum, und als solcher soll er auch gesehen und geschätzt werden.“

Erst vor ein paar Wochen ereignete sich dieser Angriff im Englischen Garten: Unbekannter schleudert Fahrrad auf Mann und verletzt anschließend mehrere Polizisten. Musik, Sport & Co. setzen dem Park ordentlich zu:Wissen die Münchner den Englischen Garten noch zu schätzen?

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