Der bayerische Landtag hat ein Leck.
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Der bayerische Landtag hat ein Leck.

Es tropft

„An einigen Stellen undicht“: Dach sorgt für Probleme im Maximilianeum - Abgeordnete reagieren kurios

  • Stefan Huber
    vonStefan Huber
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„Dene geht‘s nass eine“ ist eine Redensart, die in Bayern die meisten kennen. Nun gilt das auch für den Landtag, dessen Dach nicht ganz dicht ist. Das bringt Probleme.

München - In den bayerischen Landtag regnet es hinein. Das Glasdach über dem Plenarsaal sei „mittlerweile an einigen Stellen undicht“, sagte ein Sprecher des Landtags am Freitag in München und nannte den aktuellen Fall einen „kotrollierten Wassereintritt“. Es sei 2005 mit dem Neubau des Plenarsaals errichtet und seitdem immer wieder abgedichtet worden. „15 Jahre UV-Licht-Einstrahlung haben die Situation zusätzlich verschlechtert.“ 

Es tropfe allerdings nur in die Dachkonstruktion und nicht in den Plenarsaal, sagte der Sprecher. „Niemand wird nass.“ Auch die historische Bausubstanz des Maximilianeums sei nicht in Gefahr. Allerdings sollen aufmerksame Beobachter Auffangeimer in der Nähe des Rednerpults ausgemacht haben. 2011 habe es bei Gewittern schon in den Plenarsaal getropft. Das berichtet die Abendzeitung.

Leck im Landtag: Machbarkeitsstudie soll Aufschluss bringen

Das staatliche Bauamt solle sich nun mit Möglichkeiten und Kosten einer Reparatur befassen, sagte der Sprecher. Man gehe derzeit davon aus, dass das Dach repariert werden kann, ohne den parlamentarischen Betrieb zu beeinträchtigen. Plenarsitzungen sollten auch weiterhin im Plenarsaal stattfinden können.

Eine zu diesem Zwecke angeforderte Machbarkeitsstudie soll bis zum Herbst Ergebnisse liefern. Die Herausforderung dabei ist, dass sie „ausgeführt werden können, ohne den parlamentarischen Betrieb zu beeinträchtigen.“ Möglichkeiten sind die Abdeckung betroffener Stellen mit Planen oder der Einzug einer provisorischen Zwischendecke.

Leck im Landtag: Abgeordnete spekulieren wegen Ausweichquartieren

Manche Abgeordnete scherzen bereits über möglich Ausweichquartiere, wie zum Beispiel das Prinzregententheater, die Messe in Riem oder den Audi Dome. Der historische Senatssaal, zweitgrößter Saal im Maximilianeum, kommt auf keinen Fall infrage - obwohl die Kapazität von bis zu 300 Personen genügen würde, um alle Landtagsabgeordneten und deren Mitarbeiter unterzubringen. Angela Merkel war bei einer Sitzung im März von einem Abgeodneten schwer beleidigt worden - das hatte Konsequenzen.

Allerdings lassen sich dort keine Fraktionsgrenzen einziehen. Auch die Kommunikation wäre dort aufgrund fehlender Technik sowie der natürlichen Akustik des Raums ein Problem. Die wichtigste Frage in Sachen Reparatur des Plenarsaals ist aber eine andere - die nach den Kosten.

Da etwaige Ansprüche gegen die Bauherren längst verjährt sind, muss entscheiden werden, ob diese aus dem laufenden Betrieb gedeckt werden könnten oder ob extra Geld beantragt werden müsste. Auch diese Frage ist Teil der Machbarkeitsstudie.

Leck im Landtag: Was passiert, wenn das Dach nicht reparabel ist?

Eine Nachricht lässt Maximilianeum-Fans aber aufatmen: Die historische Bausubstanz ist nicht in Gefahr. „Eingedrungenes Wasser ist bislang aufgefangen worden“, sagte ein Sprecher des Landtags. „Die historische Gebäudesubstanz wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen."

Sollte das Glasdach nicht repariert werden können, stellt sich die Frage nach Alternativen. Eine wäre eine zweite Glaskuppel, die über die bestehende gestülpt werden könnte. Ein solches wäre aber wohl extrem teuer. Das Deutsche Museum, das gerade saniert wird, hat kürzlich einen Kostendeckel verpasst bekommen.

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