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Großeinsatz im Münchner Edel-Club Heart (Archivbild). 

160 Polizisten stürmten den Club

Nach Drogen-Razzia in Münchner Nobeldisko: KVR ist alarmiert - das droht den Betreibern nun

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Am frühen Samstagmorgen fand eine Razzia in der Münchner Nobeldisko „Heart“ statt. Diese könnte nun Konsequenzen für das Betreiber-Trio haben.

Update 17. April, 9.19 Uhr: Nach der Drogen-Razzia im „Heart“ droht den Betreibern der Nobeldisko offenbar Ungemach. Das legt ein Bericht der Bild nahe. Demnach ermittle die Polizei gegen das Chef-Trio. Und zwar wegen Beihilfe zum unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln. Haftstrafen von bis zu fünf Jahren seien bei einer Verurteilung möglich.

Laut des Berichts seien bei der Razzia mehrere „Heart“-Gäste mit verdächtigen Briefumschlägen erwischt worden sein - darin Kokain. Ermittler deuten dies offenbar als Hinweis auf einen florierenden Drogen-Handel in der Nobeldisco. Auch das KVR ist alarmiert. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, könnte den Betreibern womöglich die Konzession entzogen werden.

„Normalerweise entscheiden wir erst nach Vorliegen eines Gerichtsurteils. In begründeten Fällen aber - etwa wenn der Wirt ohnehin bereits im Fokus steht - können wir auch schon vorher beginnen, tätig zu werden“, erklärte ein KVR-Sprecher gegenüber Bild

lks

Drogen-Razzia in Nobeldisko: Gäste erheben schwere Vorwürfe - Polizeisprecher erklärt „massiven Auftritt“

Update 16. April, 11.33 Uhr: Auch einige Gäste erheben drei Tage nach der Drogen-Razzia im „Heart“ schwere Vorwürfe. „Wir wurden behandelt wie Schwerverbrecher“, sind eine Büroangestellte und eine Studentin, die zu den Feiernden gehörten, immer noch fassungslos. 

Beide hätten sich bis auf den Slip ausziehen müssen, auch ihr Intimbereich sei von einer Polizistin auf Drogen untersucht worden, klagt das Duo gegenüber Bild. „Wir wurden behandelt wie Dreck. Keiner hat uns gesagt, dass gegen uns Verdacht bestünde. Wir waren eingeschüchtert, wollten nur friedlich feiern“, berichten die „Heart“-Gäste. 

Schwere Vorwürfe, zu denen sich Polizeisprecher Damian Kania gegenüber Bild wie folgt äußert: „Es war ohne Frage ein massiver Auftritt der Polizei. Zudem waren es auch einschneidende Maßnahmen. Es bestand aber dringender Tatverdacht, dass dort Drogenhandel betrieben wird. Der Durchsuchungsbeschluss schloss auch alle Anwesenden mit ein.“ Dass Betroffene sich bei Razzien entkleiden müssen, sei allerdings nicht unüblich. Grund sei laut Kania etwa, dass sich in Körperfalten Drogen verstecken ließen.

Dominik Krause von den Grünen fordert nach dem Groß-Einsatz Konsequenzen. „Dass Menschen ohne personenbezogenen Verdacht so gefilzt werden, ist inakzeptabel“, sagt der 28-Jährige. Seine Partei wolle eine Anfrage im Landtag stellen: „Wir wollen wissen, ob der Einsatz gerechtfertigt war.“

lks

Drogen-Razzia: Jetzt erhebt der „Heart“-Anwalt schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Nach der Drogen-Razzia im Heart am Wochenende erhebt der Anwalt der Club-Betreiber schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Er hält den Großeinsatz für unverhältnismäßig. "Das war absolut nicht nachvollziehbar", sagte er der AZ. Gefunden haben die Polizisten dabei rund 20 Gramm Kokain sowie etwas Marihuana.

Die Münchner Polizei konterte: "Der am Wochenende gewählte Personalansatz und die Vorgehensweise im Zusammenhang mit der Razzia in einer Diskothek in der Münchner Innenstadt ist bei der Münchner Polizei üblich und notwendig", sagte ein Sprecher der Beamten dem Blatt. Die vielen Polizisten seien nötig, um ein "Einfrieren" der Situation herzustellen. Damit solle sichergestellt werden, dass keiner der Anwesenden die Möglichkeit hat, etwas zu verstecken oder wegzuschmeißen.

Die Vorwürfe des Anwalts sind tatsächlich schwer. Er beschuldigte die Polizei, "unbescholtene Leute, die einfach nur feiern wollten", festgehalten zu haben. "Gäste mussten sich teilweise nackt ausziehen und wurden sogar in Körperöffnungen kontrolliert. Das ist doch sehr fragwürdig. Wir werden den Durchsuchungsbeschluss genau unter die Lupe nehmen und die Akten studieren", so Heindl.

Die Polizei bestätigte dem Bericht nach zwar, dass es zu Personenkontrollen gekommen ist, betont aber auch, dass die Betroffenen alleine durchsuchten worden seien. Sie wurden demnach dafür in einen "adäquaten Raum" gebracht. "Da Betäubungsmittel leicht versteckbar sind, ist es üblich, dass sich Betroffene dabei auch ausziehen müssten, um eine Inaugenscheinnahme der Körperoberfläche zu ermöglichen. Dabei wird natürlich darauf geachtet, dass Frauen von Polizistinnen und Männer von Polizisten durchsucht werden", so Kania zur AZ.

Grund für die Razzia waren im Übrigen Hinweise auf einen "fortwährenden Handel mit Kokain" im Heart. Von drei Personen seien Blut- und Urinproben genommen worden, erklärte der Sprecher.

Erstmeldung: Drogen-Razzia in der Nobeldisko „Heart“: 160 Polizisten stürmen den Club

München - Mitten in der Nacht fand eine Drogen-Razzia in der Nobeldisko Heart am Lenbachplatz statt. Wie das Münchner Polizeipräsidium mitteilt, fand die Kontrolle von 3.30 Uhr bis 7.40 Uhr angeführt vom Kommissariat 83 für Rauschgiftdelikte statt. Unterstützt wurden sie vom USK. Dabei war auch ein Spürhund der Polizei. Nach Informationen unserer Redaktion waren 160 Beamte im Einsatz. In der Nobeldisko waren zum Zeitpunkt des Einsatzes rund 180 Personen anwesend. 

Die Polizisten wurden fündig - Kokain entdeckt

Der Durchsuchung seien umfangreiche Ermittlungen vorausgegangen, die Hinweise auf Drogendelikte in diesem Club ergaben. Bei der Razzia seien mehrere „konsumübliche Mengen Kokain“ sowie „eine geringe Menge Marihuana“ bei anwesenden Personen aufgefunden und sichergestellt worden, meldet die Polizei. Auch in Räumlichkeiten der Disko sei Kokain entdeckt worden. Die weiteren Ermittlungen laufen. 

Große Aufregung gab es am Freitagabend auch rund um die Riem Arcaden: Ein verdächtiger Koffer rief die Polizei auf den Plan. Es wurde eine Bombe befürchtet.

mag

Auch interessant: Anwohner in Trudering fühlen sich durch die gut hörbaren Nachtaktivitäten ihrer Nachbarn gestört. Die zeigen zunächst keinerlei Einsicht.

Und: Viele Münchner sind nach dem verheerenden Brand in der Pariser Notre-Dame besorgt. Was würde geschehen, wenn plötzlich die Frauenkirche brennt?

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