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Im Schneider Bräuhaus im Tal sollte eine dubiose Sitzung stattfinden.

Dubioser germanischer Verein plante Treffen

Hitler-Double erscheint vor Münchner Bräuhaus - Polizei greift ein

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Auf einem Flyer wurde auf eine dubiose Veranstaltung in einem Münchner Bräuhaus verwiesen. Dessen Geschäftsführer reagierte bemerkenswert.

  • Mit einem Wurfzettel warb ein dubioser Verein in München für seine Gründungssitzung.
  • Der Geschäftsführer des Bräuhauses, in dem die Veranstaltung stattfinden sollte, setzte sich vorab zur Wehr.
  • Am Tag der Gründungssitzung blieb es ruhig.

Update vom 6. Januar 2020, 15 Uhr: Es blieb friedlich am Sonntagabend. Aus der geplanten Gründungssitzung des „germanischen Arbeitervereins“  (siehe Erstmeldung) im Schneider Bräuhaus wurde nichts. 

Hitler-Double Harald Zenz hätte gerne als Redner für seine Ansichten geworben. Der Österreicher war in Begleitung von drei Personen vor dem Bräuhaus erschienen. Umgehend teilte der Wirt dem Quartett mit, dass es in der Traditionsgaststätte nicht erwünscht sei. Weitere Interessenten waren der Einladung des dubiosen Arbeitervereins ohnehin nicht gefolgt.

Präventiv hatte die Polizei München einige Beamte zum beworbenen Veranstaltungsort im Tal abkommandiert. Die Einsatzkräfte mussten nicht eingreifen. Zenz machte sich mitsamt seinen Begleitern Richtung Stachus auf, nachdem das Hausverbot ausgesprochen worden war. 

In Österreich war der polizeibekannte NS-Sympathisant im Jahr 2017 festgenommen worden, als er in entsprechendem Aufzug vor Adolf Hitlers Geburtshaus aufmarschiert war.

Dubioser „germanischer“ Verein will sich in bekanntem Wirtshaus treffen - Gäste schlagen Alarm

Erstmeldung vom 3. Januar 2020:

München - Es sind markige Worte, die auf dem Flyer zu lesen sind. „Arbeiter, Angestellte, Bauern, Beamte und Soldaten“ werden aufgerufen, sich gemeinsam um die Zukunft zu sorgen. Das entsprechende Flugblatt war Ende des Jahres 2019 in zahlreichen Münchner Briefkästen gelandet. 

So will ein „germanischer Arbeiterverein“, der sich in der Landeshauptstadt niederlassen will, offenbar Mitglieder gewinnen. In verschiedenen Internet-Foren wird ein rechter Hintergrund vermutet.

Für seine Gründungssitzung am Sonntag (5. Januar 2020) hat der Arbeiterverein angeblich eine bekannte Gaststätte in der Münchner Innenstadt auserkoren - das Schneider Bräuhaus (ehemals Weißes Bräuhaus) im Tal. Zumindest ist das so auf dem Flyer vermerkt.

Video: Das Geburtshaus von Adolf Hitler wird zur Polizeistation

München: Bekanntes Wirtshaus wehrt sich gegen „verdächtige“ Reservierungen

Auch die Adresse eines Münchner Geschäfts ist auf dem Wurfzettel abgedruckt. Dessen Inhaber will mit der Veranstaltung allerdings nichts zu tun haben, wie er zumindest auf Anfrage von tz.de* ausführt. „Ich habe Geld für Werbezettel investiert. Dass auf den Flyern auf diese Veranstaltung hingewiesen wird, war mir vorab nicht bekannt. Von derartigem Gedankengut distanziere ich mich“, lautet die Erklärung.

Auch im Schneider Bräuhaus zeigt man sich alarmiert: „Gäste haben uns im Dezember auf die Einladung des Arbeitervereins aufmerksam gemacht“, sagt Otmar Mutzenbach, Geschäftsführer der Schneider Bräuhaus München GmbH & Co. KG gegenüber tz.de*. Vorsichtshalber habe man darauf die buchbaren Nebenzimmer für den fraglichen Zeitraum „reservierungstechnisch geschlossen“. Zum Ende des Jahres hätten sich besorgte Anfragen gehäuft, erklärt der Geschäftsführer. 

Arbeiterverein will sich in München treffen: „Hoffen wir, dass die Situation friedlich bleibt“

Mutzenbach wehrt sich entschieden gegen eine Instrumentalisierung seines Bräuhauses. „Das Bekenntnis der Stadt, „München ist bunt“, unterstützen wir seit der ersten Stunde. Die Gründung eines weiteren rechten Vereins werden wir nicht verhindern können. Wir werden aber verhindern, dass unsere Räumlichkeiten dafür missbraucht werden“, stellt der Geschäftsführer klar.

Deshalb habe das Bräuhaus umgehend reagiert, als kurz vor Weihnachten zwei „verdächtige Reservierungen“ eingegangen seien. „Selbstverständlich haben wir diese umgehend storniert“, sagt Mutzenbach.

Ob am angegebenen Tag tatsächlich interessierte Gründungsmitglieder im Bräuhaus aufschlagen werden, ist ungewiss. Welche konkreten Ziele der Verein verfolgen will, bleibt ebenfalls undurchsichtig. Eine Antwort auf eine Anfrage von tz.de* bei der auf dem Flyer vermerkten E-Mail-Adresse steht aus. 

Bräuhaus-Geschäftsführer Mutzenbach hofft auf einen geruhsamen Betrieb am Sonntag: „Drücken Sie Gästen, Passanten und uns die Daumen, dass die Situation rund um unser Haus friedlich bleibt.“

lks

Nach über 50 Jahren muss ein Münchner Kult-Lokal schließen. Zuletzt hatten Gäste dort über desolate Zustände geklagt.

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In München kam es am Montagabend (6.Januar) zu einem Angriff auf Bundespolizisten. Zwei Männer verhielten sich sehr aggressiv - beide sind international Polizei-bekannt.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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