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Hier begann eine der Fahrten: Die 17-Jährige stieg am Odeonsplatz in ein vermeintliches Taxi.

Zwei Fälle am Wochenende

Horror auf der Heimfahrt: Falscher Taxifahrer wird übergriffig - das sind die Reaktionen

Sie haben sich ein Taxi gerufen, um sicher nach Hause zu kommen – doch die Gefahr lauerte im Auto! Zwei junge Frauen haben auf der Heimfahrt einen Horror erlebt. Münchner Taxler sind erschüttert.    

Taxler fordern nach Sex-Taten vom Wochenende: Schwarze Schafe aus dem Verkehr ziehen!

Update vom 13. November 2018, 18 Uhr

Sie gehören zum Stadtbild wie die Straßenbahnen – Münchens Taxis! „Wir sind Teil des öffentlichen Personennahverkehrs“, sagt Gert Wohlgemuth, Vorstandsmitglied im Taxi Verband München. Sicherheit ist einer der wichtigen Grundsätze des Verbandes. Umso schockierter sind die Münchner Taxler über zwei sexuelle Übergriffe, die sich am Wochenende auf zwei junge Frauen (17 und 22) ereignet haben – beide haben sich nachts nach Hause chauffieren lassen. In einem Fall soll der Fahrer laut dem Opfer in einem beigen Taxi vorgefahren sein.

Dass ein Fahrer aus der gelben Flotte diese schlimme Tat begangen haben könnte, treibt Wohlgemuth und seinen Vorstandskollegen Gregor Beiner um. „Das Taxigewerbe ist ein absolut verlässliches und sicheres Gewerbe – wir arbeiten tagtäglich sehr hart dafür, unsere hohen Standards zu wahren und sie immer noch weiter zu verbessern“, sagt Beiner. Das gelte für jeden einzelnen der mehr als 11.000 Fahrer aus 40 Nationen, die in den Verbänden organisiert sind.

Taxler kämpfen für den Ruf der Branche

Wer in München Taxifahrer werden will, muss eine spezielle Taxi-Schule in der Stadt besuchen. Drei Monate dauert die Ausbildung, die neben Stadtkunde und Deeskalationstraining auch medizinische und psychologische Untersuchungen umfasst. Mit jedem Bewerber finde im Vorfeld ein persönlichen Gespräch statt. „Wir machen uns stets ein umfassendes Bild – Offenheit und Toleranz sind wichtig.“

Auf Transparenz legen die Taxler großen Wert: „Unsere Fahrzeuge sind elfenbeinfarben, haben ein Taxi-Schild auf dem Dach und die Nummer in der Heckscheibe. Im Taxi befindet sich immer ein Taxameter“, so Wohlgemuth. Der Fahrpreis in der Stadt: 1,80 Euro pro Kilometer. Ein fester Preis – nur ein Kriterium, an das sich zum Frust der Taxler viele „halb-illegale“ Konkurrenten nicht halten. So wie der amerikanische Dienstleister Uber. Hier bestimmen Angebot und Nachfrage den Fahrpreis. Unseriöse Anbieter würden Regeln außer Kraft setzen. Beispiel: die Rückkehrpflicht, die für Mietwagenunternehmen gilt. Sie besagt, dass die Autos am Betriebssitz des Mietwagenunternehmers abgestellt werden, wenn sie keine Beförderungsaufträge ausführen. Doch das werde in der Realität nicht gemacht, „um mehr Fahrgäste abzugreifen!“ Doch die Taxler lassen sich nicht unterkriegen – werben weiter mit Qualität und Transparenz um die Gunst der Fahrgäste – und „hoffen, dass die Vorfälle vom Wochenende keine Auswirkungen auf unsere Branche haben.“ 

Kämpfen für den Ruf der Branche: Gert Wohlgemuth (links) und Gregor Beiner vor einem E-Taxi.

Horror auf der Heimfahrt: Falscher Taxifahrer wird übergriffig - ein Serientäter?

Die Erstmeldung vom 13. November 2018; 8 Uhr

München -  Zwei junge Frauen sind am Wochenende von ihren Chauffeuren sexuell angegriffen worden. Die beiden abscheulichen Fälle erreigneten sich am Wochenende. Nun sucht die Polizei Zeugen.

1. Sexueller Übergriff auf der Heimfahrt - Poccistraße

Im ersten Fall stieg eine 22-Jährige am Samstag gegen 3.40 Uhr an der Poccistraße in ein Taxi, das zufällig vorbeikam. Die Studentin nahm auf dem Beifahrersitz Platz und gab als Zielort ihre Wohnung in Giesing an. Zunächst verlief die Fahrt problemlos, doch dann wurde der Fahrer aufdringlich. Schließlich verriegelte er die Tür! Er fasste die Frau mehrmals im Brust- und Intimbereich an. Die Studentin setzte sich zur Wehr und konnte weitere Zudringlichkeiten verhindern. Trotzdem bezahlte die Frau den Fahrpreis, als der Fahrer am Ziel hielt. Im Anschluss verständigte sie die Polizei.

2. Sexueller Übergriff auf 17-Jährige  - Odeonsplatz

Der zweite Übergriff passierte am Sonntag. Eine Schülerin (17) rief über eine App gegen fünf Uhr morgens ein Taxi zum Odeonsplatz. Laut Polizei stoppte ein Wagen neben der wartenden Frau. Der Fahrer gab an, für das Unternehmen zu fahren, über das die 17-Jährige den Service bestellt hatte. Bei seinem Fahrzeug handelte es sich um ein dunkel lackiertes Auto. Im Wagen betatschte der Fahrer das Mädchen. Als die 17-Jährige in Tränen ausbrach, hörte der Mann auf und fuhr sie nach Hause.

Männer haben sich als Taxifahrer ausgegeben 

Laut Frank Kuhle, Chef von Taxi München eG, handelt es sich bei dem Mann, der die 17-Jährige missbrauchte, um keinen Fahrer eines Mitgliedsbetriebes der Genossenschaft. „Nach unseren Erkenntnissen wurde die Dame von keinem Taxi aufgenommen, sondern von einem Limousinenservice über eine Vermittlungsplattform.“

Im ersten Fall war der Fahrer etwa 40 Jahre alt, sprach Deutsch mit Akzent und war mit einem hellen Hemd bekleidet. Im zweiten Fall wurde der Mann vom Opfer auf 30 bis 40 Jahre geschätzt. Er war hellhäutig, schlank, sprach Deutsch mit Akzent und hatte einen dunklen Bart. Hinweise bitte an die Telefonnummer 089/29 100. 

Immer wieder falsche Taxler – jetzt werden auch andere Taten überprüft

Die abscheuliche Vergewaltigung vom Wochenende erinnert an einen Fall, der derzeit vor Gericht verhandelt wird. Ein falscher Taxler soll im April 2017 eine 25-jährige Krankenschwester vergewaltigt haben. Diese hatte auf dem Optimol-Gelände am Ostbahnhof gefeiert, für den Weg nach Hause wollte sie ein Taxi nutzen. Sie stieg zum mutmaßlichen Täter ins Auto. Der ist derzeit noch auf freiem Fuß.

Falscher Taxler soll Münchner Krankenschwester vergewaltigt haben. Die junge Frau stieg nach einem Besuch auf dem Optimol-Gelände in das Auto des mutmaßlichen Täters ein.

An Spekulationen, ob die Tat mit der vom vergangenen Wochenende zusammenhängen könnte, will sich die Polizei nicht beteiligen. „Selbstverständlich werden Zusammenhänge mit ähnlichen Fällen aus der Vergangheit überprüft“, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage. Ob sich diese aber als realistisch herausstellen, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Im Juni wurde eine 18-jährige Frau in der U-Bahn München vergewaltigt. Der Täter wurde verurteilt. Die MVG-Führung muss aber einen Fehler einräumen.

Ein anderer Fall ging glücklicher aus, wohl auch durch das Einschreiten eines anderen Mannes. Am Scheidplatz in München wurde eine Frau angegriffen, ein Verdächtiger wurde gefasst.

Daniela Schmitt

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