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Geselliges Treiben bei Live-Musik im jodlerwirt

Comeback an anderem Ort?

„Es ist einfach nur schade“: Münchner Kult-Wirtschaft muss zusperren

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Diese Gaststätte ist nicht nur eine der ältesten Wirtschaften der Stadt – er ist eine Institution! Aber nicht mehr lange: Nach 40 Jahren muss Wirtin Mathilde Wolf (65) am 1. Juli 2019 zusperren.

München - Der Grund für das Aus des Jodlerwirts: Der Pachtvertrag für das Lokal mit der Ayinger Brauerei in unmittelbarer Nähe zum Alten Hof läuft aus. Verlängert wird er nicht: Der Hausbesitzer will das dreistöckige Gebäude sanieren und aufstocken. „Es ist bitter“, sagt Wolf, die in den letzten Wochen ihre drei Bedienungen und die fünf Musiker, die abends Livemusik, Witze und Parodien zum Besten geben, informiert hat.

Noch zwei Jahre müsste die Wirtin arbeiten, um in Rente gehen zu können. „In meinem Alter nochmal etwas Neues zu machen, ist ein Risiko“, sagt Wolf. „Vor allem bräuchte ich dafür bezahlbare Räume in Innenstadtlage.“ Dass sie so etwas findet, um den Jodlerwirt dort fortzuführen, daran will sie nicht so recht glauben.

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Jodlerwirt an anderem Ort?

Bei der Ayinger Brauerei bedauert man zwar auch das Aus. „Aber das bedeutet nicht das Ende der Institution Jodlerwirt, sondern wir möchten diesen gerne an einem anderen Ort in der Innenstadt wieder etablieren“, sagte Franz Inselkammer der tz.

Das Haus an der Altenhofstraße 4, nahe dem Marienplatz, soll grundrenoviert werden

Das Wirtshaus hat eine lange Geschichte, einst war hier die Gesindeschänke der Hofburg untergebracht. In den 1960er-Jahren verpasste der Schwiegersohn des damaligen Eigentümers dem Lokal seinen Namen: Franzl Lang jodelte, was das Zeug hielt – und machte später Karriere mit dem Kufsteinlied. Volksschauspieler Peter Steiner übernahm den Laden. 1978 stieg Wolf ein, die Wirtschaft wurde zu ihrem Lebensinhalt. Mehr als 30 Jahre lang spielte der Gaudibursch Gerd Fuchs Musik mit der Quetschn und riss Witze über Gott und die Welt.

Wirtin: „Gäste entspannen und schalten ab“

Noch heute finden Alt und Jung, wenn sie München-Besuchern etwas Besonderes zeigen wollen, den Weg in das Gässchen nahe dem Feinkosthaus Dallmayr. Vor allem während der Wiesn und der Messen Bau und Bauma geht es beim Jodlerwirt rund.

Ab 20 Uhr gibt es in der Stube im ersten Stock Musik, dazu deftiges Essen, Brotzeiten und Bier. Was den Jodlerwirt für seine Wirtin ausmacht? „Wenn die Leute bei uns reinkommen, fällt etwas von ihnen ab, sie entspannen und schalten ab“, sagt Wolf. Dass es damit nun vorbei sein soll: „Es ist einfach nur schade.“

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