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Alexander Rotter zeigt Münchens erstes Elektrizitätswerk in der Städtischen Riemerschmid Wirtschaftsschule.

Eigentlich dürfte es das gar nicht mehr geben

Lehrer macht Sensations-Entdeckung in Münchner Schule

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Der Münchner Lehrer Alexander Rotter entdeckte im Keller seines Hauses Ungewöhnliches, das es eigentlich nicht mehr geben dürfte.

München - Es ist ein längst vergessenes Stück Stadtgeschichte, das der Lehrer Alexander Rotter (52) da wiederentdeckt hat: Münchens erstes Elektrizitätswerk steht mitten in der städtischen Riemerschmid- und Friedrich-List-Wirtschaftsschule ganz in der Nähe des Viktualienmarkts. Am Anfang stand Neugier: Deutsch- und Geschichtslehrer Rotter fand im Keller seines Hauses in der Altstadt Zeichen dafür, dass hier mal ein Stadtbach geflossen sein muss. „Ich hab’ recherchiert und herausgefunden, dass es der Katzenbach war“, berichtet er. 

Alexander Rotter veröffentlicht Buch über Recherchen im Konrad-Verlag

Rotter folgte dem Verlauf des Bachbetts - und stieß im Hinterhof der Wirtschaftsschule an der Westenriederstraße auf ein Gebäude, das es eigentlich nicht mehr geben dürfte: Münchens erstes E-Werk, erbaut 1891. „In allen Quellen stand, dass es abgerissen worden ist, aber das stimmt nicht…“ Rotter steht in der Schul-Mensa. „Hier rotierten früher die Schwungräder“, erzählt er. „Und nebenan, in der heutigen Küche, standen Generatoren und Schalttafel“. Das ist schwer vorstellbar, bis Rotter in einer Abstellkammer eine Bodenluke öffnet und in die Katakomben hinabsteigt. Bis in Brusthöhe sind die Wände dunkel gefärbt - so hoch stand einst das Wasser. Im Boden klaffen zwei Löcher. Hier drehten sich die Turbinen, durch die das Wasser nach unten strömte. 

Alexander Rotter fasste seine Recherchen in einem Buch zusammen. 

Video: Unterwegs im Abwassersystem von München

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„Wir sind hier an einem historischen Ort, an dem die Elektrifizierung Münchens begann“, sagt Rotter, der das Ergebnis seiner Recherchen jetzt als Buch herausgebracht hat. Den Anstoß zur Elektrifizierung gab die Wasserleitung aus dem Mangfalltal, die 1883 eröffnet wurde. Sie machte 13 Quellen der Münchner Wasserversorgung obsolet - und mit ihnen die Brunnhäuser. Dort hatten Pumpen Grundwasser gefördert. Ein Brunnhaus lag am Katzenbach an der heutigen Westenriederstraße. Der umtriebige Oskar von Miller gewann den Magistrat für die Idee, die Brunnhäuser durch Wasserkraftwerke zu ersetzen. So wie jenes hier in der Westenriederstraße. Weil bald größere Kraftwerke folgten, wurde das Werk mit seinen bescheidenen 75 PS Leistung schon 1913 stillgelegt…

Alexander Rotter: „Wasser und Strom für München“, Konrad-Verlag, 144 Seiten, 34,95 Euro

sc

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