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Der Promenadeplatz in der Altstadt: Hier trug sich das Verbrechen zu.

Bankmitarbeiterin im Verdacht

4,6 Millionen Euro aus Schließfach geklaut: Diebe vom Promenadeplatz vor Gericht

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Insgesamt 4,62 Millionen Euro waren aus einem Schließfach der Commerzbank am Promenadeplatz verschwunden. Eine Diebesbande muss sich deswegen jetzt vor Gericht verantworten.

  • Im Mai wurden 4,62 Millionen Euro aus einem Schließfach in einer Commerzbank-Filiale am Promenadeplatz gestohlen.
  • Das Geld gehörte einer reichen Kundin aus Russland.
  • Sieben Personen sind angeklagt und stehen nun vor Gericht.

München - Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt: 4,62 Millionen Euro waren im Mai aus der Commerzbank-Filiale am Promenadeplatz verschwunden. Geklaut aus einem Schließfach – mitten in der Innenstadt. Acht Monate später will die Justiz den Millionen-Diebstahl nun endgültig aufklären. Am Dienstag startete der Strafprozess am Landgericht.

Angeklagt sind dort insgesamt sieben Personen. Tatvorwurf: schwerer Bandendiebstahl in Millionenhöhe. Als Haupttäterin sieht die Anklage Maria M. (57, Name geändert). Sie war seit 1992 bei der Commerzbank angestellt. Ende November 2016 half die Bankkauffrau einer reichen Kundin aus Russland, sieben Bankschließfächer zu eröffnen. Darin lagerte die Kundin insgesamt 32 Millionen Euro. Heimlich hatte ein Geldtransporter die Bündel in 200- und 500-Euro-Scheinen in die Bankfiliale zum Promenadeplatz gebracht. Doch rund ein Jahr später fehlte plötzlich ein Teil des Geldes – Diebe hätten eines der Schließfächer aufgebrochen und die 4,62 Millionen Euro geklaut.

Im Alter von 72 Jahren ist eine bekannte Rotlicht-Größe aus München ums Leben gekommen. Ein Freund fand den „dicken Fritz“.

Überwachungskameras dokumentieren Millionen-Coup

Aufnahmen der Überwachungskamera der Bank dokumentieren den unglaublichen Millionen-Coup: Sie zeigen, wie zwei vermummte Männer in die Bankfiliale gehen. Heraus kommen sie mit Koffer – ohne, dass Bankmitarbeiter etwas ahnten. Die Hintergründe der Tat hat die Staatsanwaltschaft monatelang ermittelt: Maria M. soll bereits am Tag der Millionen-Einzahlung einem ihrer Söhne von der steinreichen Kundin erzählt haben. Er wiederum hatte damit vor seinen Freunden geprahlt.

Im Dezember 2017 soll sich dann eine Bande von Dieben zusammengeschlossen haben, um die Millionen aus der Bank zu klauen. Ihnen soll Maria M. die entscheidenden Informationen gesteckt haben: Wie man in die Bank kommt – und um welches Schließfach es sich handelt. Einer der Angeklagten soll daraufhin erst ein Girokonto und dann ein Schließfach in der Commerzbank eröffnet haben – dazu bekam er auch eine Zugangskarte für den Tresorraum am Promenadeplatz. Am 8. Dezember 2017 soll es dann zum ersten Diebstahlsversuch gekommen sein. Zwei weitere folgten im Februar und März 2018.

Bankmitarbeiterin Maria M. im Verdacht

Der Verdacht fiel schnell auf Bankmitarbeiterin Maria M.: Mitte Mai nahm die Staatsanwaltschaft sie und ihren Sohn fest. Beide saßen zunächst in Untersuchungshaft, wurden kurz darauf aber wieder entlassen. „Zum Prozess kommt meine Mandantin als freie Frau“, sagt Verteidiger Sascha Petzold. Ihm zufolge handelt es sich „um einen reinen Indizienprozess“. Beweise gegen die Angeklagten gebe es bislang nicht. Ihnen droht jahrelange Haft. Für den Prozess hat das Landgericht 20 Verhandlungstage angesetzt.

Mit Spannung wird vor allem der Auftritt der reichen Russin erwartet: Nur sie weiß, wie viel Geld tatsächlich in den Schließfächern lagerte. Die Bank kann dazu nach eigenen Angaben nichts sagen. Im Laufe des Prozesses sollte die Summe aber herauskommen, erst dann wird das gesamte Ausmaß des Milllionendiebstahls klar.

Andreas Thieme

Einbrecher haben im „Grünen Gewölbe“ des Residenzschlosses in Dresden Juwelen von unschätzbarem Wert gestohlen. Offenbar hatten sie Hife von einem Insider.

Ein Mann in Krefeld hat einen Rucksack mit einerRiesensumme Bargeld gefunden. Was er anschließend tat, hätte vielleicht nicht jeder geschafft.

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