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Münchner Straßen (hier im Lehel) sind ein Horror für Handwerker.

Park-Horror

Radikale Forderung: Anwohner-Autos sollen raus aus der Münchner Innenstadt

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Brauchen Münchner Innenstadt-Bewohner ein Auto? Der Handwerkskammer-Präsident moniert die städtische Verkehrsplanung als nachteilig für Handwerker und hat einen  radikalen Lösungsvorschlag. 

Bayerns Handwerk steht glänzend da. Die Auftragsbücher sind voll, Umsatz und Gewinn steigen – und trotzdem schlägt Franz Xaver Peter­anderl, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Alarm: Die Verkehrssituation in München sei für Handwerker nicht mehr akzeptabel. Die Zeit, die man im Stau und bei der Parkplatzsuche verbringe, sei inzwischen unerträglich. „Erst verdrängt man die Handwerker aus der Stadt“, so Peter­anderl, „und dann wird man nicht mehr hineingelassen!“ 

Handwerker-Parkflächen statt Anwohner-Parkplätze in Münchner Innenstadt

Sein Lösungsvorschlag: Weg mit den Anwohner-Parkplätzen. Daraus sollten Parkflächen für Handwerker, aber auch für soziale Dienste, Car-Sharing-Fahrzeuge oder neue Radwege entstehen. Innenstadtbewohner, so Peteranderl, sollten ihre Fahrzeuge in die Parkhäuser und Tiefgaragen stellen, die böten genügend Platz. Peteranderl, selbst Chef einer Baufirma mit Sitz in Garching, verweist darauf, dass die Verkehrssituation nicht nur ein Problem für die Handwerker sei, sondern auch für deren Kunden. Denn die langen An- und Abfahrten würden Handwerkerleistungen enorm verteuern. „Ich hab selbst schon erlebt, dass das Kunden nicht mehr zu vermitteln ist“, so Peteranderl. Aber Handwerker hätten keine andere Wahl. Und eine Besserung der Lage sei nicht in Sicht. 

Münchner Verkehrswende zum Nachteil der Handwerker

Im Gegenteil. „Was die Verkehrsplanung betrifft, sehe ich die Entwicklung in München mit großer Sorge“, so Peteranderl. Maßnahmen, wie „die Schaffung eines Boulevard Sonnenstraße“ sowie weitere Fahrbahnverengungen ließen „den Verdacht aufkommen, dass vor allem Handwerksbetriebe aus dem Münchner Umland und die im Handwerk Beschäftigten die Zeche für die Verkehrswende bezahlen sollen“. Es scheine, als sollten Menschen und Gewerbetreibende von außerhalb durch bewusst herbeigeführte Verkehrsbehinderungen aus München ferngehalten werden, „als wolle sich die Landeshauptstadt das schützenswerte Münchner Lebensgefühl ausschließlich auf Kosten des Umlands erhalten“. Konkret kritisiert Peteranderl die im Rahmen des beschlossenen Radschnellwegs geplante Verschmälerung der Fahrbahn auf der Leopold-/Ludwigstraße (die als Zufahrt von und zur Nürnberger Autobahn von großer Bedeutung sei), den geplanten Boulevard rund um das Siegestor, die Verengung der Lindwurmstraße (Zufahrt zur Lindauer und Garmischer Autobahn) und die geplante Halbierung der Fahrspuren auf der Ludwigsbrücke. 

Münchner Stadtspitze zeigt sich wenig empfänglich für Kritik

Peteranderl: „Das ist ein Griff in die planerische Mottenkiste: So macht man den Flaschenhals noch enger.“ Die Brücken seien für Handwerker extrem wichtige Stellen zur Isarquerung. Der Münchner Stadtspitze habe man die Probleme ausführlich vorgetragen. Allerdings hat der Handwerker-Präsident nicht den Eindruck, dabei auf viel Verständnis gestoßen zu sein. „Wir wollen keinen Krieg mit den Anwohnern“, so Peteranderl, „aber wer in der Münchner Innenstadt wohnt, der braucht doch kein Auto!“ Bei einer Fahrleistung von 3000 bis 5000 Kilometern mache ein Privatfahrzeug doch gar keinen Sinn. Peteranderl: „Aus unserer Sicht kann die Verkehrswende am besten gelingen, indem der ÖPNV ausgebaut und der individuelle Kfz-Verkehr reduziert wird.“

Wolfgang DePonte

Der Platz in München ist knapp, die Stadt platzt aus allen Nähten, doch während die einen sich über zu wenige Parkflächen ärgern, finden andere, es müsse mehr Platz für Mensch und Natur in München geschaffen werden.

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