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Freude über die Einigung: ein Rikschafahrer vor dem Münchner Rathaus. 

Innenstadt

Rikschafahrer einigen sich mit der Stadt

Wochenlang war unklar, wo die Münchner Rikschafahrer in der Stadt künftig auf Kundschaft warten dürfen. Ein runder Tisch brachte nun den erhofften Durchbruch. Rund um den Marienplatz werden die Fahrrad-Taxis bis zu 20 offizielle Stellplätze erhalten.

München - Die Saison der rund 200 Münchner Rikschafahrer hat schon lange begonnen – seit Anfang April. Doch es war eine Zeit der Verunsicherung. Manch einer vermutete sogar, dass die Stadt die Radl-Taxler hinhalten oder vielleicht an den Rand der Innenstadt drängen wolle. Denn seit Ende 2014 standen die Rikschas lange Zeit vor dem Kaufhaus Ludwig Beck. Davor hatten sie in der Nähe der Buchhandlung Hugendubels auf Kunden gewartet, bis an dem dortigen Gebäude die Sanierungsarbeiten begannen. Gerade hier dürfen sie aber definitiv nicht mehr stehen, seit die frühere Fahrbahn zu einem Teil der Fußgängerzone geworden ist. Zuletzt standen die Rikschas direkt am Alten Rathaus – von der Stadt geduldet.

Ein runder Tisch aller betroffenen Verhandlungsparteien in einer Sitzung des Unterausschusses (UA) Verkehr führte nun zu einem Kompromiss, dem auch der Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel mittlerweile einstimmig zustimmte: In Zukunft dürfen Rikschas wieder vor dem Kaufhaus Beck (bis zu zehn Stellplätze), an der Ettstraße (etwa fünf Stellplätze) und an der Herzog-Max-Straße (rund fünf Stellplätze) auf ihre Fahrgäste warten. Zusätzlich dürfen sich an der Burgstraße Rikschas aufreihen und nachrücken, sobald ein Fahrrad-Taxi vor Ludwig Beck Kundschaft angenommen hat und weggefahren ist. „Ich denke, alle Beteiligten sind mit der gefundenen Lösung zufrieden“, sagt Jürgen-Peter Pinck (SPD), Leiter des UA. Auch Falk Hilber, der Sprecher der Rikschafahrer, sieht das so: „Wir sind glücklich, diese für uns wichtige Frage in großer Runde geklärt zu haben.“

Mitverhandelt haben auch Vertreter der Polizeiinspektion Altstadt, des Kreisverwaltungsreferates (KVR) sowie Wolfgang Fischer von City Partner als Vertreter der Geschäftsleute. Vor allem auf die Details kam es an. „Entscheidend für den Standort am Kaufhaus Ludwig Beck war, dass die Rikschafahrer zugesichert haben, in der Fußgängerzone ihre Fahrzeuge zu schieben und nicht in die Pedale zu treten. Wichtig war auch die Einigung, dass die Rikschas nur in Richtung Burgstraße abfahren“, berichtet UA-Leiter Pinck, der in den vergangenen Monaten ein großer Skeptiker dieses Modells gewesen war. Er änderte seine Meinung, vor allem in Bezug auf den Standort bei Beck: „Durch eine gemeinsame Ortsbegehung und durch die Zugeständnisse der Rikschafahrer kann ich mir nun gut vorstellen, dass es in dieser Form funktioniert.“

Das KVR wird nun die Details ausarbeiten. Dabei wird es unter anderem um Fragen gehen wie: Sind tatsächlich genau zehn Stellplätze vor Beck möglich? Welche Art von Markierung soll verwendet werden? Wie positioniert man die Stellplätze sinnvoll? Geplant ist ebenfalls eine Art Probezeit. Ende Oktober wird das KVR eine Auswertung vornehmen. Sollte sich über den Sommer herausstellen, dass sich durch die erarbeiteten Lösungen in der Alltagspraxis Komplikationen ergeben, werden die Stellplätze neu verhandelt. Doch weder Pinck noch Hilber rechnen offenbar mit Schwierigkeiten, solange sich alle an die Abmachungen halten.

Hüseyin Ince

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