Tanz der Schäffler am Marienplatz: 2019 war die letzte offizielle Tanzsaison. Die Tanzabfolge wird am Anfang und am Ende mit dem bayerischen Defiliermarsch eingeläutet.
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Tanz der Schäffler am Marienplatz: 2019 war die letzte offizielle Tanzsaison. Die Tanzabfolge wird am Anfang und am Ende mit dem bayerischen Defiliermarsch eingeläutet.

Ministerpräsident Söder lädt die Fassmacher am 16. September zum Tanz – natürlich unter Corona-Vorbehalt

Schäffler: Kurzeinsatz im September

  • Marc Kniepkamp
    VonMarc Kniepkamp
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Auf diesen Anruf haben die Schäffler sehnsüchtig gewartet. „Die Staatskanzlei hat angerufen, Herr Söder will, dass wir tanzen“, freut sich Willi Schmid, der Erste Vorsitzendes Fachvereins der Schäffler Münchens. Nach den großen Ferien, am Donnerstag, 16. September, um 11 Uhr soll es so weit sein. Dann werden die Schäffler vor oder in der Staatskanzlei tanzen.

Im Anschluss daran ist eine Kurztanzsaison bis zum darauffolgenden Sonntagabend angedacht – soll wollen die Schäffler das Ende der Corona-Pandemie ankündigen.

Womit wir auch schon beim großen Fragezeichen wären, das über dem Termin schwebt. Denn natürlich steht dieser noch unter Vorbehalt, sagt Schmid. Schließlich steigen die Zahlen aktuell wieder. Schmid blickt sorgenvoll auf Großbritannien, die Niederlande und Spanien. „Persönlich gebe ich dem ganzen ein 50:50-Chance“, sagt Schmid.

Aber die Schäffler sind optimistisch und wären quasi stante pede einsatzbereit. „Eine Probe, maximal vielleicht zwei würden uns zur Vorbereitung schon reichen“, sagt Schmid. Schließlich ist die letzte Saison der Schäffler erst zwei Jahre her – im Winter 2019 erfreuten sie ihr Münchner Publikum zuletzt. „Da können wir mit fast der gleichen Mannschaft tanzen, das sitzt schnell wieder“, ist sich Schmid sicher.

Alle sieben Jahre führen die Fassmacher ihren traditionellen Tanz normalerweise auf – jetzt wollen sie für das Ende der Corona-Pandemie eine Ausnahme machen. Die Tradition des Schäfflertanzes reicht über 500 Jahre zurück. Im Jahr 1517 wütete in München die Pest. Als die Krankheit wieder verschwunden war, wagten sich der Überlieferung zufolge die Fassmacher als Erste auf die Straßen. Sie tanzten, um den Menschen Mut zu machen.

Das wollen sie jetzt wieder tun. Allerdings unter erschwerten Bedingungen – denn beim avisierten Termin am 16. September könnte die Mini-Tanzsaison ganz schön schweißtreibend für die Fassmacher werden. „Wir tragen ein echtes Wintergewand, null Grad wäre für uns eine optimale Tanztemperatur“, sagt Schmid.

Die dürften Mitte September kaum zu erwarten sein. Weil die Schäffler auch beim Wiesn-Umzug dabei sind, kennen sie die meteorologischen Besonderheiten dieses Termins. „Bei 20 Grad fängt man schon im Stehen an zu schwitzen. Wenn man dann auch noch tanzen muss, pfeift man schnell aus dem letzten Loch“, weiß Schmid. Zum Wintergewand gibt es aber keine Alternative, weil die Schäffler üblicherweise ja nur im Winter tanzen. Und so hoffen die Fassmacher darauf, dass die Corona-Zahlen ihren Tanz zulassen – und dass Petrus ihnen kühlere Temperaturen schickt.

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