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Planungen in vollem Gange

Politischer Widerstand gegen Tram Nordtangente wächst

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Der Tram Nordtangente stünde eigentlich nichts mehr im Wege. Doch nach besorgten Anwohnern stellen sich nun auch die Freien Wähler gegen das Projekt. 

Die Tram Nordtangente erregt weiter die Gemüter. In Schwabing wächst auch der politische Widerstand gegen die neue Trasse, die Freien Wähler im Bezirksausschuss wollen ein Bürgerbegehren einleiten. Derweil fordern SPD und ÖDP im Stadtrat sogar eine Verlängerung der Trasse bis nach Johanneskirchen.

Wie berichtet hatte der Stadtrat unlängst mehrheitlich entschieden, dass die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die Planunungen für die Nordtangente weiterführen darf. Angedacht ist der Neubau einer zwei Kilometer langen Verbindung vom Elisabethplatz zur Tivolistraße. Auf einem etwa einen Kilometer langen Teilstück würde die Tram mittels Akkubetrieb, also ohne Oberleitung, durch den Englischen Garten fahren – auf der bestehenden Straße, die bislang von Bussen genutzt wird. Stadt und MVG erhoffen sich einen Lückenschluss für eine dann 13 Kilometer lange Verbindung von Laim über Nymphenburg und Schwabing bis nach Bogenhausen.

Unter anderem hatte der Stadtrat die MVG gebeten, bei der weiteren Planungen auch eine Verbindung zur Münchner Freiheit zu untersuchen. Dies könnte weiter zur Entlastung der beiden Linien U3 und U6 beitragen, die gerade zu den Stoßzeiten längst über das Limit hinaus beansprucht sind (wir berichteten). Ferner untersucht die MVG, ob die Tram auch außerhalb der Gartentrasse ohne neue Oberleitungen auskommt, also etwa im Bereich Franz-Joseph-, Thieme- und Martiusstraße. Dort war bislang der Protest der Anwohner am größten. Nun ordnen sich offenbar auch die Freien Wähler in die Reihen der Gegner ein. „Die Fraktion im Schwabinger Bezirksauschuss ist entsetzt über die Entscheidung des Stadtrates, die Tram durch den Englischen Garten zu bauen“, schreiben die Viertelpolitiker in einer Stellungnahme.

Wohlgemerkt: Ein Bau ist längst noch nicht beschlossen, lediglich die weitere Planung. Gleichwohl argumentieren die Freien Wähler, dass durch die neue Trasse „im Kunstwerk Englischer Garten bleibender Schaden entsteht“ und „die Zufahrtsstraßen mit historischem Bestand zerstört“. An der Kreuzung Leopold- und Franz-Joseph-Straße herrsche schon jetzt Dauerstau, da die Martiusstraße zu eng sei. Die Freien Wähler wollen nun ein Bürgerbegehren initiieren.

Indes haben SPD und ÖDP im Stadtrat gestern gemeinsam eine Untersuchung beantragt. Die MVG soll mittels Studie klären, ob eine Abzweigung der Trasse in der Cosimastraße mit Linienführung durch die Johanneskirchner Straße und Wendeschleife westlich des S-Bahnhofs Johanneskirchen realisierbar sei. Dies ermögliche eine Verknüpfung mit der Flughafenlinie S8 und damit neben vielfach kürzeren Fahrtzeiten ins nordöstliche Umland und zum Flughafen eine Entlastung des ÖPNV im Zentrum sowie der besonders stark beanspruchten Flughafenlinie S1.

„Für den Lückenschluss zwischen der bestehenden Trambahntrasse in der Cosimastraße und dem S-Bahnhof Johanneskirchen braucht es weniger als einen Kilometer Neubaustrecke“, schreiben die Genossen. „Platzprobleme im Straßenraum der breiten Johanneskirchner Straße sind nicht zu erwarten.“ Die Kosten für die kurze Neubaustrecke seien ebenso überschaubar wie der Planungsaufwand. „Daher müsste sich dieser Lückenschluss zumindest zeitgleich mit der Realisierung der Tram-Nordtangente durch den Englischen Garten fertigstellen lassen.“

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