+
Demonstrierten gemeinsam für ein freies Europa.

Demo auf dem Max-Joseph-Platz

Münchner zeigen Flagge für ein freies Europa

  • schließen

Europagegner und Rechtspopulisten gewinnen mehr Menschen für sich. Die Initiatoren von „Pulse of Europe“ wollen etwas entgegensetzen: ein Zeichen für Frieden, Demokratie und Vielfalt. Pro-Europäer kamen auf dem Max-Joseph-Platz zusammen.

München - Meistens gehen Menschen auf die Straße, um gegen etwas zu protestieren. Doch diese Demonstration ist anders: Die Teilnehmer sind für etwas. Für Europa!

Am Sonntag kamen rund 1000 Menschen auf den Max-Joseph-Platz, um ihre Solidarität mit der EU zu zeigen. Blau-gelb bemalte Gesichter, jede Menge Europa-Fahnen. Seit Mitte Februar treffen sich die Pro-Europäer immer sonntags um 14 auf dem Platz vor der Oper. Dahinter steckt die Bürgerinitiative „Pulse of Europe“, ins Leben gerufen im vergangenen November. Ziel: ein Zeichen gegen europafeindliche Rechtspopulisten setzen – und an den Frieden erinnern, den die EU seit mehr als 70 Jahren sichert.

Worum geht es genau? „Wir wollen einen Beitrag leisten, dass es weiterhin ein vereintes, demokratisches Europa gibt“, erläutern die Initiatoren. „Ein Europa, in dem die Achtung der Menschenwürde, die Rechtsstaatlichkeit, freiheitliches Denken und Handeln, Toleranz und Respekt selbstverständliche Grundlage des Gemeinwesens sind.“

Unsere Zeitung hat sich unter den Münchner Pro-Europäern umgehört und gefragt, warum sie am Sonntag gekommen sind:

Viel zu verlieren

Die Demokratie ist unfassbar wertvoll und überhaupt nicht selbstverständlich. Ich war mir lange nicht bewusst, dass wir wirklich etwas zu verlieren haben. Ich ärgere mich über die Rechtspopulisten der AfD. Ich bin für diese freie Gesellschaft, und deswegen bin ich heute hierhergekommen.

Burkhard Bachmann (54), Sozialpädagoge aus Moosach

Zeichen setzen

Die Idee ist richtig, ein Zeichen für Europa zu setzen. Gerade jetzt, wo es so viele europafeindliche Stimmen gibt. Freiheit, Menschenrechte, Gleichheit sind die abendländischen Werte und das Beste, was die Menschheit sich ausgedacht hat.

Udo Wachtveitl (58), Münchner Schauspieler („Tatort)


Meine Leidenschaft

Ich bin seit der ersten Demonstration im Februar jedes Mal dabei, heute zum fünften Mal. Ich fand es immer schrecklich, dass Pegida aufmarschiert ist und bin froh, dass die Leute sich jetzt in einer Bewegung für Europa solidarisieren – für die Freiheit der Menschen, aber auch für Handelsfreiheit. Mein Gesicht habe ich bemalt, um meine Leidenschaft für Europa auszudrücken. 

Akil Logeswaran (28), Berater, Hasenbergl

Für ein Leben ohne Angst

Die meisten Menschen demonstrieren gegen etwas – schön, auch mal für etwas sein zu können. Man sollte den Rechtspopulisten nicht das Feld überlassen, jetzt, wo etwas auf dem Spiel steht. Die EU macht viel mehr, als man so mitbekommt. Sie hat vor allem über Jahrzehnte den Frieden gesichert. Wir sind Mutter und Tochter, zwei Generationen, aufgewachsen ohne Angst. Man nimmt das als selbstverständlich hin, aber das ist es nicht.

Vivian (23) und Gabriele (55) Würf, Studentin und Tanzpädagogin aus Dornach

Vivian und Gabriele Würf.

Ende letzten Jahres hatte das Münchner Flüchtlingsprojekt Bellevue di Monaco eine große Demo gegen Angst und Fremdenhass organisiert. Hier können Sie noch einmal den Ticker nachlesen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Doch kein Überfall: Brand in Schwabinger Bank
München - In einer Schwabinger Bank erlebten die Angestellten und Kunden am Freitagnachmittag eine böse Überraschung. Dichter Rauch quoll plötzlich aus der …
Doch kein Überfall: Brand in Schwabinger Bank
Funkstille zwischen Reiter und Schmid: Eiszeit im Rathaus
Die nächste Eskalationsstufe beim Streit um die Bierpreisbremse ist erreicht. Beide Parteien sprechen nicht mehr miteinander. Die Opposition ist entsetzt.
Funkstille zwischen Reiter und Schmid: Eiszeit im Rathaus
Die Weiße Rose: Hier war die Wiege des Widerstandes
Was im Hinterhaus in der Franz-Josef-Straße 13 (Maxvorstadt) im Jahr 1942 vor sich ging, musste streng geheim bleiben. Denn hier entwarfen die berühmtesten …
Die Weiße Rose: Hier war die Wiege des Widerstandes
Taufkirchner rettet Frauen vor Grapscher
Zivilcourage ist wichtig. Das zeigte jetzt auch wieder ein Taufkirchner, der Frauen vor einem Grapscher rettete. Er selbst wurde dabei auch in Mitleidenschaft gezogen.
Taufkirchner rettet Frauen vor Grapscher

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare