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Lichtdurchflutet und großzügig: Die Hugendubel-Filiale lädt zum Stöbern und Verweilen ein, die Verkaufsfläche ist aber viel kleiner.

Neueröffnung am Marienplatz

Hugendubel ist „wieder dahoam“

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18 Monate hat die Renovierung des „Hugendubel-Hauses“ am Marienplatz gedauert. Jetzt hat die Traditionsbuchhandlung auf verkleinerter Fläche wiedereröffnet. Im Erdgeschoss befindet sich nun die Telekom, das Traditionswirtshaus „Zum Ewigen Licht“ und der Presseclub sind geblieben. In den oberen Etagen eröffnet im September ein Luxushotel.

München - Ein wenig folkloristische Inszenierung kann nie schaden fürs Geschäft. Zur Eröffnung des Telekom-Flagshipstore am Marienplatz erscheinen die 30 Mitarbeiter am Dienstag in feschem Outfit: Die Frauen tragen Dirndl, die Männer Lederhosen. Frei nach dem bajuwarischen Geschäftsprinzip: Laptop und Lederhosen. Gegenüber auf dem Rathaus-Balkon feiern die Spieler des FC Bayern regelmäßig in ähnlich volkstümlichem Gewande ihre Titel. Passt also ganz gut, dachten sich wohl die Marketingleute des Mobilfunk-Riesen.

Der neue Hauptmieter ist die Telekom

Die Telekom also ist neuer Hauptmieter in dem frisch renovierten Gebäude im Herzen Münchens. Im Erdgeschoss befindet sich das repräsentative Geschäft, wo Kunden elektronische Geräte testen können und wo die digitale Welt erlebbar gemacht wird. Niek Jan van Damme, Sprecher der Geschäftsführung Telekom Deutschland, sagt: „Es gibt nicht viele Adressen, die sich mit dieser Lage vergleichen lassen. Es ist deshalb nur konsequent, dass wir hier das schönste Schaufenster in unserem Unternehmen einrichten.“ Ein Schaufenster allein soll es natürlich nicht sein. „Wir wollen hier Umsatz machen und kein Geld verbrennen“, so van Damme. Am Nachmittag steht auch noch Bayern-Profi Manuel Neuer für eine Autogrammstunde hinter diesem Schaufenster, wo übrigens auch die Alpen leuchten.

In Lederhosen bediente das Personal des neuen Telekom-Ladens seine Kunden. 

Viele Kunden warteten sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung

Nebendran bei Hugendubel geht es mit weniger Schnickschnack. Um 9.25 Uhr tritt Inge Hargassner aus Milbertshofen als erste Kundin über die Schwelle. Sie und ihr Ehemann Horst sind Stammkunden, hatten „sehnsüchtig“ auf die Wiedereröffnung gewartet. Inge Hargassner liebt Krimis, ihr Mann historische Romane. Vor der Sanierung der Fassade des Hauses war Hugendubel Hauptmieter, auf fünf Stockwerken und insgesamt 3600 Quadratmeter Verkaufsfläche. Nun ist man Untermieter der Telekom – im ersten und zweiten Stock des Hauses mit noch 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche. Der Eingang zu den Verkaufsräumen befindet sich gegenüber dem Alten Peter. Von einem Empfangsfoyer führt eine Rolltreppe in die oberen Stockwerke.

Innenansicht des neuen Hugendubels am Marienplatz.

Laden soll eine Wohlfühloase sein

Die Innenarchitektur ist von dem Motiv „Wohlfühlen und Verweilen“ geleitet. Hugendubel setzte 1979 bei der Eröffnung der Filiale am Marienplatz Maßstäbe mit den Leseinseln. Nun wurde dieses Konzept weiter in Richtung Wohlfühloase entwickelt. Beide Stockwerke werden von einem zentralen Lounge-Bereich geprägt. Ledercouches, Stoffsessel, Holztische und eine Kaffeebar laden zum Verweilen ein. Die Raumaufteilung ist großzügig, die Atmosphäre lichtdurchflutet mit großen Panoramafenstern und vielen Lampen. Die beiden Geschäftsführer Nina Hugendubel und ihr Bruder Maximilian wirken zufrieden mit dem neuen Ambiente. Nina Hugendubel spricht von einem „emotionalen Moment“. Die neue Filiale sei „ein Wahrzeichen des Buchhandels“. „Lesen gehört in die Mitte der Gesellschaft.“

Online- und Filialgeschäft können sich ergänzen

Natürlich ist auch die digitale Welt präsent. Hugendubel fährt zweigleisig in der Unternehmensstrategie. In Zeiten von Amazon ein Muss. Im ersten Stock gibt es einen Beratungsbereich für den E-Book-Reader Tolino. Max Hugendubel ist überzeugt, dass sich mit Konzepten wie dem „neuen Marienplatz“ Online- und Filialgeschäft ergänzen. „Wenn man Unternehmer ist, kann immer was schief gehen, aber hier nicht.“ Einige Kunden empfinden es aber als schade, dass der Laden nun viel kleiner ist, und damit auch die Auswahl an Büchern. Der Mietvertrag der Telekom mit der Bayerischen Hausbau läuft bis 2029. Auch Hugendubel ist „sehr langfristig gebunden“, wie die beiden Inhaber erklären.

Sehen Sie hier ein Video von der Eröffnung der neuen Filiale

Ganz oben zieht bald ein Hotel ein

Im fünften und sechsten Obergeschoss eröffnet demnächst das Luxushotel „Beyond by Geisel“. 19 exklusive Zimmer und Suiten werden einen Panoramablick auf das Rathaus, den Viktualienmarkt und die Stadt bieten. Außerdem ist der Presseclub München ins vierte Obergeschoss zurückgekehrt. Ehrengast ist am Dienstagabend Ministerpräsident Horst Seehofer. Die von Karl-Heinz Wildmoser gepachtete Traditionswirtschaft „Zum ewigen Licht“ im Erdgeschoss hat ebenfalls bereits eröffnet. Die Bayerische Hausbau, Eigentümer der Immobilie, hat für die Neugestaltung des Gebäudes viel Geld in die Hand genommen. Die Rede ist von gut zehn Millionen Euro.

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