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Es qualmt aus dem Untergrund am Stachus.

Rauchwolken in der Luft

Darum qualmt es am Stachus aus dem Untergrund 

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München - Es sieht gespenstisch aus: Dicke Rauchwolken wabern am Dienstag aus einem Mittelstreifen am Stachus. Was hat der Qualm aus dem Untergrund am Karlsplatz zu bedeuten? 

Im Berufsverkehr ist morgens am Stachus in allen Richtungen einiges los. Ein Mittelstreifen trennt, wie eine schmale Insel, den Autoverkehr von den Straßenbahnen. An einer Stelle qualmt es am Dienstagmorgen aus dem Untergrund. Gegen 8 Uhr steigt dort mächtig Rauch auf. Es sieht gefährlich aus, wie graue Wolken aus dem Boden in die Luft ziehen. 

Doch der Qualm sollte niemanden beunruhigen, eher im Gegenteil - er dient der Sicherheit. Der Grund dafür ist nämlich ein Notstromaggregat, besser gesagt vier Geräte. Falls es zu einem Stromausfall im Stachus Untergeschoss kommt, stehen die Generatoren zum Einsatz bereit. 

"Damit die Anlage im Ernstfall funktioniert, muss der Diesel-Generator regelmäßig angeworfen werden", sagt Stadtwerke-Sprecher Matthias Korte. "Eine Stunde müssen die Aggregate dann laufen".

Einmal im Monat testen Mitarbeiter der Münchner Stadtwerke, wie gesetzlich vorgeschrieben, die Geräte. Bei einem Stromausfall soll die Anlage mit einer Leistung von 3.000 PS im Stachus-Untergeschoss beispielsweise Notbeleuchtung und Belüftung aufrechterhalten, wenn nötig auch über Stunden. 

Im Betrieb verbrennen diese Notstromaggregat Diesel, um Strom zu erzeugen. Die Abgase bläst es aus einem Gitter aus dem Boden - das ist der mysteriöse Qualm. Vor allem, wenn der kalte Motor startet, ist häufig starker Rauch zu sehen. Deswegen sei immer ein Mitarbeiter vor Ort, damit sich Passanten keine Sorgen machen müssten, so Korte.

Bislang waren die Notstromaggregate am Karlsplatz, so Korte, noch nicht im Einsatz. Wie wichtig eine unabhängige Stromquelle ist, bekamen die Münchner vor vier Jahren zu spüren.

Beim Blackout im November 2012 in München waren 450.000 Haushalte ohne Strom. Neben U-Bahn, S-Bahn und Tram war damals auch dieUni-Klinik in Großhadern vom plötzliche Stromausfall betroffen. Innerhalb von 15 Sekunden sprangen vier Diesel-Notstromaggregate an.  

 

Mysteriöses Riesen-Tor am Stachus: Wo führt es hin?

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