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Der denkmalgeschützte Hochbunker neben der Schrannenhalle steht seit Jahrzehnten leer.

Hochbunker an der Blumenstraße

SPD und Grüne warnen vor Wallfahrtsort für Nazi-Fans

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München - Der Hochbunker an der Blumenstraße soll ein Museum werden mit einer Luftkriegs-Ausstellung. Grüne und SPD haben Bedenken wegen Nazi-Fans.

Der Hochbunker an der Blumenstraße wurde während des Zweiten Weltkriegs gebaut und sollte mit seinen 1,30 Meter dicken Wänden 1200 Münchner vor Angriffen der Alliierten schützen. Seit Jahrzehnten steht der denkmalgeschützte Koloss neben der Schrannenhalle leer. Jetzt soll dort auf Vorschlag des Planungsreferats ein „Haus der Baukultur“ untergebracht werden.

Angedacht ist ein Ort der Begegnung und des Austausches für Themen der Bau- und Planungskultur in München. Auch Gastronomie soll integriert werden, hieß es am Donnerstag im Stadtrat. Für Bauchschmerzen sorgte bei einigen Stadträten der von der CSU beantragte und vom Planungsreferat aufgegriffene Vorschlag, eine Ausstellung über den Luftkrieg in München zwischen 1918 und 1945 in dem Hochbunker vorzusehen. Herbert Danner (Grüne) warnte davor, dass eine differenzierte Behandlung des Themas „sicher nicht möglich“ sei, da die Ausstellung nur als kleiner Baustein konzipiert werden solle. Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) konnte Danners Sorge durchaus nachvollziehen. „Wir müssen verhindern, dass dort ein Wallfahrtsort für Fans der Zeit zwischen 1933 und 1945 entsteht.“

Das Stadtarchiv äußerte ebenfalls Bedenken wegen der geplanten Luftkriegs-Ausstellung. Es sei unverzichtbar, betonte das Stadtarchiv in einer Stellungnahme an den Stadtrat, eine Dokumentation des Luftkrieges in München mit einer sensiblen Einordnung in den Kontext der Zeit zu verknüpfen sowie mit einer Betrachtung der besonderen Stellung Münchens als „Hauptstadt der Bewegung“ und zentralem Standort der deutschen Luftrüstung. Auch eine differenzierte Auseinandersetzung über die Ursachen der Luftangriffe der Alliierten auf München sei notwendig. Es sei vor allem „zwingend erforderlich“, die Vorgeschichte der nationalsozialistischen Aggression gegen Städte wie Guernica, Coventry, Rotterdam oder London entsprechend zu thematisieren.

Stadtarchiv warnt vor "unerwünschter Bunker-Ästhetik"

Das Stadtarchiv warnte zudem vor der Gefahr, dass die museale Umnutzung des Schutzraumes an der Blumenstraße zu einer „unerwünschten Bunker-Ästhetik“ führe, mit der nicht nur die furchtbare Realität des Luftkrieges, sondern auch die historischen Konnotationen des Luftkriegs überlagert würden.

Voraussetzung für eine angemessene Auseinandersetzung mit dem Phänomen Luftkrieg ist aus Sicht des Stadtarchivs nicht nur eine fachwissenschaftliche auf hohem Niveau abgesicherte Erarbeitung der Inhalte, sondern auch eine sensible, themenadäquate Gestaltungsidee und Ausstellungsarchitektur. Das Stadtarchiv plädiert zudem für die Erarbeitung von zeitgemäßen und aussagekräftigen pädagogischen Materialien, die interessierten Besucherinnen und Besuchern, insbesondere aber Schulklassen zur vertiefenden Beschäftigung mit dem Thema an die Hand gegeben werden können.

Axel Markwardt, dessen Referat für die städtischen Immobilien verantwortlich zeichnet, versprach dem Stadtrat, die Bedenken des Stadtarchivs bei der Ausarbeitung des Museums-Konzepts zu berücksichtigen. Die Kosten für die Grundinstandsetzung des Bunkers ohne Ausbau bewegen sich Schätzungen zufolge zwischen 2,2 und 2,5 Millionen Euro.

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