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So könnte es aussehen: Die Visualisierung zeigt den möglichen Verlauf des Bachs nördlich des Sendlinger Tors.

Nicht nur schön, sondern nützlich

Hinter dem Sendlinger Tor: Der Stadtbach soll an die frische Luft

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CSU und Grüne haben in München beantragt, den Stadtbach wieder ans Tageslicht zu holen. Eine Studie zeigt: Dies wäre nicht nur optisch eine Aufwertung. Und: Es könnte erst der Anfang sein. 

München - Einst war München dank seiner vielen Stadtbäche als Isar-Venedig bekannt. Jetzt könnte an der Herzog-Wilhelm-Straße der Westliche Stadtgrabenbach an die Oberfläche und damit ins Bewusstsein der Münchener zurückkehren. Auf einer Länge von 300 Metern könnte das Wasser zwischen Sendlinger Tor und Josephspitalstraße mitten durch das Zentrum strömen.

Das Hauptproblem: Der Bach fließt derzeit vier Meter unter der Erde, im Graben der früheren Stadtbefestigung. Würde man ihn einfach nur freilegen, wäre wenig gewonnen. „Dann hätten wir hier nur einen schnell fließenden und uninteressanten Kanal“, erklärt Green-City-Chef Martin Glöckner.

Green-City-Chef Martin Glöckner (o.r.) zeigt: Derzeit verläuft der Stadtbach unter einem Gullydeckel.

Deshalb schlägt der Verfasser der am Donnerstag vorgestellten Machbarkeitsstudie, Diplom-Ingenieur Mathias Hochschwarzer, vor, einen Teil des Bachs an die Oberfläche zu pumpen. 70 Liter pro Sekunde sollen es sein. Das würde nach Glöckners Worten für einen munteren Bach mit immerhin 60 Zentimeter Breite und 35 Zentimeter Tiefe reichen.

Die Energie, um diese Wassermenge vier Meter emporzuheben, will Glöckner dem Stadtgrabenbach selbst abzapfen. Denn der führt pro Sekunde beachtliche 2,5 Kubikmeter Wasser, die mit 7 km/h gen Norden fließen. Die Strömung könnte zwei Turbinen antreiben, die dann den Strom für die Pumpe liefern. „Damit wäre der Betrieb des neuen Bächleins völlig energieautark und umweltverträglich“, erklärt Green-City-Energy-Chef Jens Mühlhaus. Die technische Ausstattung, so rechnen die Experten, würde mit etwa 100 000 Euro zu Buche schlagen.

Die Grünanlage an der Herzog-Willhelm-Straße: Vier Meter unter dem Pflaster fließt der Westliche Stadtgrabenbach.

Stadtbach-Rückkehr: Nicht nur schön, sondern auch praktisch

In einer offenen Wasserfläche am Sendlinger Tor sieht Glöckner immense Vorteile: „Die Lebensqualität steigt deutlich“, erklärt der Green-City-Chef. Die Rückkehr des Stadtbachs wäre nicht nur schön, sondern auch praktisch: Oberirdisch verlaufende Bäche helfen dabei, ihre Umgebung an heißen Sommertagen zu kühlen. Und das ist dringend nötig: „Der Klimawandel wird München besonders hart treffen, schon jetzt ist die Stadt eine Hitzeinsel“, erläutert Glöckner.

Mit einem anderen Projekt zur Kühlung der Stadt könnte der Entwurf allerdings in Konflikt geraten. Am Stachus, nur wenige Meter bachaufwärts, entnehmen die Stadtwerke das kühle Wasser des Bachs für ihre Fernkälte. „Da werden wir sicher mit den Stadtwerken verhandeln müssen“, meint Glöckner. Allerdings bezweifelt er, dass sich die Temperatur des Baches signifikant erhöhen würde. „Schließlich würden nach unseren Plänen nur knapp drei Prozent des Wassers überirdisch fließen“, so Glöckner.

Die Stadtrats-Fraktionen sind angetan

Die Chancen für das Projekt stehen gut. Die Grünen hatten schon im September 2015 die Offenlegung des Baches gefordert,jetzt hat sich auch die CSU der Idee angeschlossen. „In meiner Fraktion spüre ich große Begeisterung für diesen Vorstoß“, berichtet CSU-Stadtrat Sebastian Schall. Hier könne mit wenig Aufwand und minimalen Eingriffen in den Straßenverkehr eine echte Verbesserung für die Bürger erreicht werden. Schall und Grünen-Fraktionschef Florian Roth rechnen noch heuer mit einem Grundsatzbeschluss der Verwaltung.

Fenster in die Stadtgeschichte: Das Gemälde von Franz von Paula Mayr aus dem Jahr 1842 zeigt den Verlauf des Westlichen Stadtgrabenbachs zwischen Sendlinger Tor und Stachus.

Auftakt zur Offenlegung weiterer Stadtbäche?

Der 300 Meter lange Abschnitt in der Herzog-Wilhelm-Straße könnte der Auftakt zu einer weiteren Offenlegung des 175 Kilometer langen unterirdischen Bachsystems sein. Der Stadtgrabenbach fließt entlang der ehemaligen Stadtbegrenzung, meist parallel zum Altstadtring. Unter dem Karlstor könnte ein Glasboden den Blick auf den Stadtbach freigeben, auch am Odeonsplatz könnte man das fließende Wasser sichtbar machen. Die kühnste Idee: „Wir würden dem Glockenbachviertel gerne den namensgebenden Bach zurückgeben“, sagt Roth.

Diese Pläne sind Zukunftsmusik. Der Bach in der Herzog-Wilhelm-Straße könnte dagegen schon bald Wirklichkeit werden.

Lesen Sie auch: „Bezirksausschuss fordert - Legt den Glockenbach frei!“

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