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Die Gemütslage der Standlbetreiber auf dem Viktualienmarkt entspannt sich: Die Stadt organisiert Poller für die Zufahrten.

Poller für den Viktualienmarkt

Terrorgefahr: Stadt reagiert auf Bedenken der Standlbetreiber

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    Johannes Heininger
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Aufatmen bei den Händlern des Münchner Viktualienmarkts! Das Kreisverwaltungsreferat nimmt die Sorgen der Betreiber ernst und kümmert sich umgehend um besseren Schutz bezüglich Terrorgefahr.

München geht auf Nummer sicher - jetzt auch am Viktualienmarkt: Wir reden von Terrorschutz wie am Marienplatz. Während die Besucher der Christkindlmärkte dort durch Straßensperren und Betonkübel vor potenziellen Angriffen geschützt werden, hatten Stadt und Polizei für den Viktualienmarkt unter der Woche noch keinen Handlungsbedarf gesehen. „Unnötig“, so das Kreisverwaltungsreferat, „nicht umsetzbar“, hieß es aus dem Polizeipräsidium. Und das, obwohl Elke Fett, Sprecherin der Marktleute, von Angst unter den Standlbetreibern sprach. 

Doch nachdem die tz über das Thema berichtete, geht alles ganz schnell. Am Dienstag werden auch am Viktualienmarkt offene Zufahrten abgesichert. Zwar gibt es nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden nach wie vor keine konkrete Gefährdungslage, auf Bitten der Marktkaufleute hat man sich nach einer Inspektion am Freitag aber doch entschieden, mit Pflanztrögen aus Beton eine Lücke im Sicherheits- und Einsatzkonzept zu schließen. 

Viktualienmarkt: Am Dienstag werden an den Zufahrten Pollerplatziert

Am Dienstagmorgen bekommt nun also auch der Viktualienmarkt, wo die Markthallen den Winterzauber mit Weihnachtsmarkt und Eisstockbahn betreiben, am Rosental und an der Blumenstraße zusätzlichen Schutz. „Eine großartige Nachricht“, sagt Fett. „Jetzt fühlen wir Marktkaufleute uns sicher, ernst genommen und gut aufgehoben.“ Die „flankierende Maßnahme“, wie das KVR den Schritt bezeichnet, sei genauso wichtig, wie die Marktkaufleute und die Besucher des Marktes es auch für die Stadt sind.

Auch interessant: Polizei testet neue mobile Fahrzeugsperren für Weihnachtsmärkte

Noch am Mittwoch war Fett ernsthaft besorgt gewesen. Die Zufahrten an der Nord- und Südseite seien freie Schneisen und „eine Einladung für Terroristen“. Marktkaufleute hatten Angst, Attentäter könnten mit Lastwagen beschleunigen und über den Markt bis in den Biergarten rasen. Die Stadt würde in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium die Gefährdungssituation für Gebäude, Plätze, Straßen, Wege und Verantstaltungen fortlaufend überprüfen, sagte KVR-Sprecher Johannes Mayer. Eine Sperrung am Viktualienmarkt war nach damaliger Einschätzung nicht nötig. Doch die Ängste der Standlbetreiber haben die Beteiligten offenbar zum Umdenken gebracht... 

Am Dienstagmorgen bekommt der Viktualienmarkt am Rosental und an der Blumenstraße zusätzlichen Schutz.

Ab Dienstag versperren Betonkübel mutmaßlichen Terroristen am Viktualienmarkt den Weg, schon am Freitag haben die Behörden eine zusätzliche Sicherheitslücke zwischen Marienplatz und dem Tal geschlossen. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden am späten Nachmittag an dem Durchgang massive mobile Straßensperren aufgestellt. Der Christkindlmarkt rund um den Marienplatz ist zwar bereits seit 27. November geöffnet, wegen Lieferschwierigkeiten sind die Sperrelemente aber erst gestern an ihrem Bestimmungsort eingetroffen. 

Die jeweils 880 Kilogramm schweren Eisenzäune sind Leihgaben von der Sicherheitsfirma CitySafe. Produziert werden die Elemente von der Eisengießerei Torgelow mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt drei Teilstücke blockieren nun den Durchgang vom Marienplatz zum Tal am Alten Rathaus. Ähnliche Testprojekte laufen aktuell an Christkindlmärkten in Augsburg und Nürnberg. Polizeisprecher Thomas Baumann erklärte das Vorgehen im Gespräch mit der tz: „Wir werden noch weitere Modelle von verschiedenen Herstellern über einen längeren Zeitraum ausprobieren.“ 

Denn bei derartigen Sperren ist auch die Art des Aufbaus und des Transports entscheidend. Doch beides gestaltet sich im Falle der jetzigen Lösung noch schwierig. Das enorme Gewicht der Elemente erschwert die Auf- und Abbaumaßnahmen. Eine endgültige Entscheidung, welches Sicherheitskonzept für München am Ende in Frage kommt, trifft die Arbeitsgemeinschaft von Bund und Ländern. Auch die Kosten würden berücksichtigt. Doch die seien laut Polizei momentan noch nicht abschätzbar.

Johannes Heininger, Tina Layes

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