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Ein Produkt seiner Zeit: Das Verwaltungsgebäude der Bayerischen Versicherungskammer an der Kreuzung Maximilianstraße- und Sternstraße wird abgerissen.

Einst hip - heute altbacken

Verwaltungsgebäude wird abgerissen: Neubau an der Maximilianstraße

Die Versicherungskammer Bayern hat entschieden: Das kurz vor Olympia 1972 errichtete Gebäude an der Maximilianstraße 53 soll weg und wird durch einen futuristischen Neubau ersetzt.

München - Das sanierungsbedürftige Verwaltungsgebäude der Versicherungskammer Bayern (VKB) an der Maximilianstraße 53 soll bald einem Neubau weichen. Eine Bauvoranfrage wurde hierzu bereits eingereicht. Ein baldiger Architekturwettbewerb soll die Form des neuen Verwaltungsgebäudes klären.

Die unaufhaltsame Digitalisierung des Lebens und der Zahn der Zeit machen auch vor dem einst so stolzen Bau der VKB an der Isar nicht halt. Die Flachdach-Architektur des braunen Gebäudes stammt aus den frühen 70er-Jahren und galt damals im Hinblick auf Olympia als hip und futuristisch. Heute wirkt es seltsam blass und altbacken – weshalb die VKB nun aktiv wurde. 

„Die Gebäudeeinheiten, die wir abreißen wollen, bestehen größtenteils aus Archiv und Rechenzentrum“, sagt Stefan Liebl, der stellvertretende Pressesprecher der Versicherungskammer. Und in Zeiten der Digitalisierung brauche man ein solch großes Archiv schlicht nicht mehr. Liebl hebt auch die Bedeutung des Gebäudes hervor: „Wir bekennen uns ganz klar zu dem Standort und wollen ein neues modernes Verwaltungsgebäude aufbauen. Da haben wir Bedarf an Räumen.“ Das angrenzende Kunstfoyer werde nicht angefasst und bleibe stehen.

Versicherungskammer Bayern: Neubau statt Sanierung

Lange habe die VKB überlegt und gerechnet, ob eine Sanierung oder ein Neubau in Frage kommt. Nun stehe der Entschluss fest. Es soll eben ein Neubau sein. „Das ist bautechnisch und wirtschaftlich die deutlich bessere Lösung“, sagt Liebl. Hierzu hat nun die VKB eine Bauanfrage im Baureferat gestellt. Diese liegt auch dem Bezirksausschuss (BA) Altstadt/Lehel vor. Einige Mitglieder haben allerdings Bedenken wegen der angrenzenden Bäume, deren Erhalt oder Neubepflanzung sie fordern.

Wie das neue Gebäude aussehen wird, wie groß es gebaut werden soll beziehungsweise wie viele Stockwerke entstehen, ist derzeit nicht bekannt. Dazu möchte die VKB baldmöglichst einen Architekturwettbewerb ausschreiben. Nur eines will Liebl schon verraten: „Wohneinheiten sind nicht geplant. Wir wollen ein reines Verwaltungsgebäude errichten.“ 

Aktiv wurde die Versicherungskammer Bayern übrigens kürzlich auch bezüglich eines Rechtsstreits. Vor Gericht setzte es daraufhin eine (vorübergehende) Niederlage.

Hüseyin Ince

Mehr Nachrichten: Altstadt/Lehel – mein Viertel

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