+
In ihrem Laden in der Innenstadt führt Lieselotte K. (64, Name geändert) seltene Tierwaren.

Bärenzähne und Luchskrallen

Vor Gericht: Sie verkaufte seltene Tiere als Wiesn-Schmuck

  • schließen

München - Lieselotte K. (64, Name geändert) verkaufte Wiesn-Anhänger aus Bärenzähnen oder Luchskrallen als Wiesn-Schmuck. Dafür musste sie sie vor Gericht verantworten.

Ohne sie wäre die Wiesn unvorstellbar: Millionen Besucher tragen schicke Charivari-Anhänger an ihrer Tracht und schmücken sich damit. Zu kaufen gibt’s den Modeschmuck unter anderem bei Lieselotte K. in der Innenstadt. Sie stand gestern aber vor Gericht, weil sie Artikel streng geschützter Tierarten angeboten hatte.

„Ich bin aus allen Wolken gefallen, als die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft kamen“, sagt die erfahrene Geschäftsfrau. „Ich kaufe meine Artikel von Firmen, die wiederum präparierte Tiere ankaufen. Sie haben dafür auch eine Genehmigung vom Landratsamt. Letztlich verkaufe ich diese Produkte dann nur noch an den Endkunden weiter.“

Dennoch bekam sie vergangenes Frühjahr juristische Probleme: Ein Kunde hatte sie angezeigt. Und tatsächlich: In Lieselotte K.’s Bestand fand die Naturschutzbehörde etliche Gegenstände, für die sie keine Vermarktungsbescheinigung besaß. Darunter etwa 20 seltene Vogelkrallen, die sie laut Anklage ohne Erlaubnis zum Verkauf angeboten hatte. Oder fünf Ketten sowie 21 Anhänger, die mit Elfenbein besetzt waren. Außerdem gab es in ihrem Geschäft auch mit Bärenzähnen oder Luchskrallen versetzte Stücke, die allesamt eingezogen wurden.

„Ich habe das nicht wissentlich gemacht“, erklärte Lieselotte K. gestern. Das leichtfertige, gewerbsmäßige Anbieten zum Verkauf sowie die Lagerung gestand sie aber ein. Die Quittung vor Gericht: Lieselotte K. kassierte eine Geldstrafe über insgesamt 4200 Euro, die sie zähneknirschend akzeptierte.

Immerhin: Einen Teil ihrer Exponate erhielt sie im Zuge der Gerichtsverhandlung wieder zurück, weil diese nach Prüfung als nicht verboten eingestuft wurden. „Darüber freue ich mich“, sagte Lieselotte K. „Und in Zukunft werde ich meine Ware noch genauer prüfen.“

A. Thieme

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Stellwerkstörung behoben - S2 verkehrt wieder normal
Zahlreiche Pendler sind Tag für Tag auf den S-Bahn-Verkehr in und um München angewiesen. Doch immer wieder kommt es zu Störungen, Streckensperrungen und Ausfällen. In …
Stellwerkstörung behoben - S2 verkehrt wieder normal
München wird digitaler: Intelligente Lichtmasten und Smart-City-App
Laut Bürgermeister Josef Schmid steht München vor einem entscheidenden Jahr - in der Digitalisierung. Nun hat der CSU-Politiker die Pläne vorgestellt.
München wird digitaler: Intelligente Lichtmasten und Smart-City-App
Nach Kultfabrik-Aus: Jetzt hat auch der letzte Club in den Optimolwerken geschlossen
Der legendäre Kunstpark hinter dem Ostbahnhof ist endgültig Geschichte. Mit dem Optimol hat auch der letzte Club auf dem Nightlife-Areal seine Pforten geschlossen.
Nach Kultfabrik-Aus: Jetzt hat auch der letzte Club in den Optimolwerken geschlossen
RTL erhebt schwere Vorwürfe gegen BRK: Angeblich schockierende Methoden aufgedeckt
RTL-Reporterin Corinna Sticksel schleuste sich in ein Fundraising-Unternehmen ein, das Spenden für das BRK sammelt. Und deckte dort schockierende Methoden auf. 
RTL erhebt schwere Vorwürfe gegen BRK: Angeblich schockierende Methoden aufgedeckt

Kommentare