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Ein „Selfie“ fürs Album: Stefan Schmitt (rechts) mit dem Star.

Schwarzenegger radelte im Hauptbahnhof

Kommissar verrät: So lief mein Zwischenfall mit Arnie

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  • Peter T. Schmidt
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München - Der Arm des Gesetzes war stärker als der „Terminator“: Ein Bundespolizist hat Arnold Schwarzenegger im Hauptbahnhof angehalten und vom Radl geholt. Die beiden trennten sich als Freunde.

„Lassen Sie mich. Ich bin der Bodyguard von Arnold Schwarzenegger!“ Eine so dreiste Ausrede bekommt die Bundespolizei nicht alle Tage zu hören. Zumindest hielt Polizeioberkommissar Stefan Schmitt (47), diese Aussage für frei erfunden.

Als er am Freitagmittag in Uniform über den Querbahnsteig Richtung Wache ging, wurde er von zwei Radlern überholt, die recht flott im Slalom zwischen den Reisenden im stark frequentierten Hauptbahnhof hindurchkurvten. So etwas ist nicht so selten: „Manchmal sind es Rad-Reisende, die auf diese Weise versuchen, noch ihre Züge zu erwischen“, berichtet Schmitt. Als die Radler an Gleis 22/23 auf den Bahnsteig abbogen, gelang es dem Beamten, den hinteren anzuhalten. Der reagierte genervt, gab sich als Bodyguard aus – und radelte davon.

„Na klar. Und ich bin die Königin von England“, dachte Stefan Schmitt und baute sich erwartungsvoll am Bahnsteig-Ende auf. Weil an beiden Bahnsteigen kein Zug stand, war er sich sicher, dass die Radler wieder zurückkommen würden. Genauso war es. Und: Jetzt waren sie zu dritt! Die Strafpredigt, die er wohl schon innerlich vorbereitet hatte, wollte Schmitt nun nicht mehr über die Lippen kommen. Denn mit seinem breitesten Hollywood-Lächeln sprang genau vor ihm ein Mann vom Fahrrad, den die ganze Welt kennt und bewundert: „Terminator“ Arnold Schwarzenegger (69) – Superstar, Bodybuilder, siebenfacher Mister Olympia, Schauspieler und Ex-Gouverneur von Kalifornien. „Hey, ist alles ok? Was macht der Job?“, wollte der gebürtige Österreicher gleich mal wissen.

Bevor es zum lustigen Teil überging, machte Stefan Schmitt Schwarzenegger darauf aufmerksam, dass die Regeln im Münchner Hauptbahnhof durchaus auch für Weltstars und deren Bodyguards gelten. Arnie sah es ein. Er hatte, wie Schmitt erzählt, auf seiner Stadtrundfahrt lediglich mal kurz den Hauptbahnhof erkunden wollen.

Als Terminator hätte Arnie den Gesetzeshüter einfach weggepustet. Doch in Fleisch und Blut gab er sich wesentlich konzilianter. Er sei eben zur Zeit schlecht zu Fuß, entschuldigte er sich. Er nahm sich Zeit für ein Gespräch mit Schmitt und bot ihm an, als kleine Entschädigung für das Fehlverhalten seiner Bodyguards ein gemeinsames Foto zu machen. Das ließ sich der Polizist nicht zweimal sagen. Das „Selfie“, das er nun als Schatz in seinem Handy birgt, war zweifellos Thema des Tages auf der Wache.

Arnie indes schob sein Radl brav in Richtung Nordausgang zur Arnulfstraße, winkte noch einmal zum Abschied und verschwand. Hasta la Vista, Baby!

Die Münchner Bundespolizei bittet trotzdem alle Fahrradfahrer, die den Münchner Hauptbahnhof durchqueren, ihre Drahtesel dort zu schieben. So wie der Terminator, aber nicht erst, wenn die Polizei sie anhält.

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