Radfahrer starb

19-Jähriger erfasste Radler: Urteil nach tödlichem Unfall am Nockherberg

Weil er die Verkehrs- und Wetterverhältnisse nicht richtig einschätzte, hat ein 20-Jähriger aus Dachau einen Unfall verursacht, bei dem ein Fahrradfahrer ums Leben kam. Nun wurde der junge Mann nach Jugendstrafrecht verurteilt.

Weil er die Verkehrs- und Wetterverhältnisse nicht richtig einschätzte, hat ein 20-Jähriger aus Dachau einen Unfall verursacht, bei dem ein Fahrradfahrer ums Leben kam. Nun wurde der junge Mann nach Jugendstrafrecht verurteilt.

Der Fall ereignete sich im Juli 2016, als der damals 19-Jährige mit dem Ford Fiesta seines Vaters auf der St.-Bonifatius-Straße in München unterwegs war. Der junge Mann hatte seinen Führerschein zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz zwei Jahre. Am Übergang der St.-Bonifatius-Straße in die Straße Am Nockherberg fuhr er auf die rechte Spur, auf der auch Straßenbahnschienen verlaufen. In einer scharfen Rechtskurve kam der Dachauer ins Schleudern und verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug. Das Auto drehte sich um 180 Grad und traf mit der Fahrerseite einen Radler, der auf den Gehweg geschleudert wurde und bewusstlos liegen blieb. Er erlitt trotz Fahrradhelm ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und starb im Krankenhaus.

Während der Verhandlung vor dem Amtsgericht stellte ein Sachverständiger fest, dass der Pkw-Fahrer angesichts der Witterungsverhältnisse und der Kurvenfahrt zu schnell war – auch wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit 50 km/h betrug und der junge Mann lediglich 37 fuhr. Bei einer Geschwindigkeit von nur 30 km/h wäre es nicht zum Unfall gekommen, so der Gutachter.

Der heute 20-Jährige gab an, dass er vorher nur ein paar Mal mit dem Auto in München unterwegs gewesen sei und ihm daher die Erfahrung gefehlt habe. „Es tut mir wahnsinnig leid, aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen. Auch wenn ich das gerne würde.“

Das Gericht verurteilte ihn nach Jugendstrafrecht, da eine Reifeverzögerung nicht ausgeschlossen werden konnte. Außerdem habe er „lediglich leicht fahrlässig gehandelt“, da die verringerte Geschwindigkeit nur in dieser speziellen Situation erforderlich gewesen wäre. Das Urteil: ein Monat Fahrverbot und 1800 Euro Geldstrafe. 

lmb

Rubriklistenbild: © dpa

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