Nach Angriff auf Polizisten

Bizarrer Anruf bei der Polizei bringt Mann in Haft

Ein Anrufer erkundigt sich bei der Bundespolizei nach einem Fall, bei dem sechs Beamte verletzt wurden. Er sympathisiert mit dem Täter und möchte ihn kennen lernen. Wenige Stunden später muss er selbst ins Gefängnis.

München - Ein ungewöhnlicher Anruf ging am 29. März beim Münchner Bundespolizeirevier am Münchner Ostbahnhof ein. Ein Anrufer wollte sich zum Ermittlungsstand eines Verfahrens wegen Körperverletzung erkundigen. Dabei handelte es sich um den Vorfall, bei dem ein 30-Jähriger sich unter einem Vorwand Zutritt zu dem Bundespolizeirevier am Ostbahnhof verschaffte und dann unvermittelt auf Beamte losging und sechs von ihnen verletzte. 

Der Anrufer wollte den Aufenthaltsort des 30-jährigen Täters erfahren, weil er gut fände, was dieser getan hatte und ihn nun besuchen wolle. Als er keine Auskunft erteilt bekam, bekundetet der Anrufer erneut seine Sympathien für die Tat und den Täter.

Wie die Polizei berichtet, wurde daraufhin ermittelt, ob der Mann mit seinem Anruf und seinen Aussagen einen Straftatbestand erfüllte. Identifiziert wurde ein 48-Jähriger Mann der in Mönchengladbach lebt, der unter anderem bereits durch Gewaltdelikte und Missbrauch von Nothilfeeinrichtungen polizeilich aufgefallen ist. Daraufhin wurden die Mönchengladbacher Polizei über den Vorfall informiert.

Wenige Stunden später wurde der Mann zufälligerweise im Bahnhof Mönchengladbach kontrolliert. Da er keinen Ausweis dabei hatte, musste er zur Dienststelle mitkommen. 

Dort ergab ein Datenabgleich zunächst die Erkenntnismitteilung aus München. Weitere Ermittlungen förderten dann auch einen örtlichen Haftbefehl zu Tage. Der 48-jährige Grieche war zu einer Geldstrafe von 1200 Euro zwecks Beleidigung verurteilt worden. Da er die Geldstrafe nicht beglichen hatte, wurde er zur Festnahme ausgeschrieben.

Da der Mann die 1200 Euro Strafe nicht aufbringen konnte, wird der Mönchengladbacher die kommenden 30 Tage wohl in Ersatzhaft verbringen.

Ob er sich nun auch wegen seiner Telefonäußerungen gegenüber einem Beamten am Revier Ostbahnhof strafrechtlich verantworten wird müssen, steht noch nicht fest.

fr

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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