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Die Zukunft für die Standl am Wiener Platz ist unsicher: Bis Mitte 2017 soll ein tragfähiges Konzept ersonnen werden.

Das bringt das neue Jahr im Stadtbezirk

Au-Haidhausen 2017: Das Viertel ohne Paulaner nimmt Gestalt an

München - Ob die Radspur an der Rosenheimer Straße oder die Bebauung des Ex-Paulaner Areals - im Stadtbezirk Au-Haidhausen stehen 2017 große Projekte auf dem Plan. 

Im Stadtbezirk Au-Haidhausen geht es heuer um die Umsetzung eines großen Bauprojekts: 1500 neue Wohnungen entstehen auf dem ehemaligen Paulaner-Gelände an der Welfen-, der Falken- und der Regerstraße – mit Platz für rund 3000 neue Bewohner. Nachdem die Vorarbeiten 2016 bereits begonnen haben, fällt in diesem Jahr der Startschuss für den eigentlichen Wohnungsbau in den Teilgebieten an der Welfen- und der Falkenstraße. Auch der bekannte gelbe Siloturm von Paulaner auf dem ehemaligen Brauereigelände könnte noch heuer fallen, hat die Bayerische Hausbau angekündigt. Ein genaues Datum für den Abriss war allerdings noch nicht bekannt. Im Teilquartier an der Regerstraße startet der Wohnungsbau dann etwas später – nämlich im kommenden Jahr. Bis etwa 2023 soll alles fertig sein.

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Bilder: Abschied von der Au - Paulaner zieht nach Langwied

Mit dem Bauprojekt verändert sich auch die Infrastruktur im Viertel: Im Neubaugebiet an der Falkenstraße soll ein großer Supermarkt einziehen. Im Teilabschnitt an der Welfenstraße, dem sogenannten „Zacherlblock“, ist Platz für neue Geschäfte geplant. Unter jedes Baugebiet kommt zudem eine Tiefgarage, wie die Bayerische Hausbau ebenfalls angekündigt hat. Die Ausfahrten sollen jeweils zur Hoch-, Reger- und Hiendlmayrstraße sowie zur Welfen- oder zur Falkenstraße führen. Noch in der Planung sei für den öffentlichen Nahverkehr eine Trambahnhaltestelle an der Regerstraße, hieß es beim Planungsreferat der Stadt.

Hier wird die alte Paulaner-Brauerei abgerissen

Rosenheimer Straße: Dauerthema Radspur

Beschäftigen wird die Bewohner in Haidhausen heuer weiterhin die Rosenheimer Straße: Noch immer hat der Stadtrat nicht über die umstrittenen Radspur-Pläne entschieden. In den kommenden Monaten dürfte es spannend werden. Der Bezirksausschuss Au-Haidhausen hat die Umbaupläne der Stadt mehrheitlich abgelehnt und stattdessen Tempo 30 gefordert. Und auch die meisten Bürger hatten sich zuvor bei einer Einwohnerversammlung gegen den Umbau der Rosenheimer Straße mit einer etwa 1,50 Meter schmalen Radspur und vier je drei Meter breiten Autospuren zwischen dem Rosenheimer Platz und der Orleansstraße ausgesprochen. Wann der Stadtrat sich genau damit befassen wird, sei noch nicht abzusehen, teilte das Baureferat mit.

Markt am Wiener Platz: Wie geht‘s weiter?

Für Ärger hatte 2016 auch die Debatte über einen möglichen Abriss der alten Marktstände am Wiener Platz gesorgt. Nachdem es zunächst seitens der Stadt geheißen hatte, dass die alten Standl wegen der Hygienevorschriften neuen, größeren Ständen weichen sollen, sprach Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) im Sommer ein Machtwort: Nach einem Ortstermin am Wiener Platz im Juni ließ der OB mitteilen, dass die alten Marktstände erhalten bleiben und mit der Zielsetzung des Brandschutzes saniert werden sollen. Wie geht’s 2017 weiter? Beim Kommunalreferat konnte Sprecher Bernd Plank auf Anfrage bislang so viel sagen: „Wir planen mit der Vorgabe, dass vom Bestand so viel wie möglich bleibt, und schauen gemeinsam mit den Architekten, wie sich das realisieren lässt.“ Bis Mitte 2017 wolle man ein tragfähiges Konzept vorstellen. Am Ende entscheidet der Stadtrat.

Die Grund- und Mittelschule an der Hochstraße in der Au vergrößert sich. Geplant ist ein Erweiterungsgebäude. Voraussichtlich heuer ab März und bis zum Frühjahr 2019 werde es gebaut, teilte das Referat für Bildung und Sport mit. Die Eröffnung des Erweiterungsbaus sei zum Schuljahresbeginn 2019/20 geplant.

Neues Bildungszentrum der VHS eröffnet

Eingeweiht werden soll in diesem Frühjahr das neue Bildungszentrum „Einstein 28“ in Haidhausen. Auf dem Areal an der Einstein- und der Schloßstraße ist hinter den historischen Fassaden ein neuer Gebäudekomplex entstanden. Die Fassadenarbeiten waren 2016 abgeschlossen, der Innenausbau bereits in der Fertigstellung, noch offen waren zunächst die Außenanlagen. „Am 1. Februar bekommen wir das Gebäude von den Stadtwerken übergeben“ teile die Münchner Volkshochschule (MVHS) mit, die in die sanierten Bestandsgebäude sowie in die dahinterliegenden Neubauten einziehen wird. Viele der bislang im Stadtzentrum verteilten Unterrichtsorte der MVHS sollen dort zu einem Zentrum gebündelt und die neuen Zimmer konkret als Lehr-, Computer- und Büroräume genutzt werden. Für die Eröffnungswoche, 4. bis 11. März, ist ein buntes Programm geplant. 

Rückblick auf 2016 - Wirbel um den Wiener Platz 

Anne Hund

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